4. Umsetzung geschlechtergerechter Sprache
Wichtig für die Umsetzung von geschlechtergerechter Sprache ist, dass es nicht „die eine Lösung“ gibt. Jede Form hat Vor- und Nachteile, weshalb auch kreative Lösungen gefragt sind. So gibt es etwa geschlechterneutrale Begriffe, Symbole (z.B. Doppelpunkt, Genderstern oder Unterstrich) und andere Ausdrucksweisen, die Vielfalt zum Ausdruck bringen.
Bislang bietet die deutsche Sprachstruktur keine umfänglichen Möglichkeiten, Personen unterschiedlichen Geschlechts adäquat abzubilden, wodurch ein Spannungsfeld zwischen inklusiver Sprachanwendung, die alle Menschen miteinschließt, und korrekter Grammatik, die ausschließend wirken kann, sichtbar wird.
Geschlechtergerechte Sprache soll:
- an die Zielgruppe und den Kontext angepasst werden,
- in einer Form konsistent genutzt werden.
Konkret bedeutet das: Überlegen Sie bewusst, welche Personen angesprochen werden sollen, z. B. Mitarbeitende, Studierende oder das Kollegium. Wählen Sie eine Formulierung, die für die Zielgruppe als auch für den Kontext sowie Ihre eigene Anwendung angemessen und praktikabel ist. Haben Sie sich für eine Form der geschlechtergerechten Sprache entschieden (Doppelpunkt, Genderstern, Unterstrich), sollte diese innerhalb eines Vortrags, eines Dokuments oder einer E-Mail konsistent genutzt werden. Bitte einen Wechsel zwischen den Formen von Doppelpunkt, Genderstern oder Unterstrich vermeiden.
Vorsicht bei Generalklauseln!
Generalklauseln erklären zu Beginn eines Textes, dass ausschließlich die männliche Form genutzt wird und damit alle Geschlechter „mitgemeint“ seien. Tatsächlich machen sie Frauen und Personen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten sprachlich unsichtbar und verhindern eine gleichberechtigte Repräsentation.
Diese sollen an der Medizinischen Universität Innsbruck nicht verwendet werden.
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