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4.2 Geschlechterneutrale Formulierungen

Eine Variante der geschlechtergerechten Sprache sind geschlechterneutrale Schreibweisen. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen, die nicht auf das Geschlecht einer Person oder Personengruppe abzielen. Der Vorteil ist, dass keine binären Zuschreibungen von Frau und Mann getroffen werden und keine zusätzlichen Zeichen, wie z. B. ein Doppelpunkt, benötigt werden. Allerdings wird damit kein Geschlecht sichtbar gemacht. Für viele, jedoch nicht für alle binären Formen gibt es gebräuchliche, neutrale Formulierungen.

Umsetzung: Neutrale Formulierungen werden angewendet, indem statt einer binären Ansprache wie die Studentinnen und Studenten ein neutraler Begriff, wie z.B. Studierende, verwendet wird.

Beispiele

Neutrale Formulierung (Plural)
Doppelnennung
Dozierende
Dozentinnen und Dozenten
Kollegium
Kolleginnen und Kollegen
Mitarbeitende, Beschäftigte, Bedienstete
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Doktoratsstudierende, Promovierende, Personen in der Promotionsphase, PhD Studierende
Doktorandinnen und Doktoranden
Studierende
Studentinnen und Studenten
Lehrassistenz, Studienassistenz, studentische Hilfskraft
Tutorinnen und Tutoren

Andere kreative Lösungen sind zum Beispiel anstelle von Professorin oder Professor Professurinhabende, anstelle von Famulantin Person in der Famulatur oder anstelle von Patient zu behandelnde Person zu verwenden.

Geschlechterneutrale Personenbezeichnungen

Anstatt „Frau“ oder „Herr“ zu nutzen, können Bezeichnungen wie Person, Mitglied, Mensch, Zugehörige, Individuum u. Ä. genutzt werden.
Damit können Formulierungen wie: vortragende Person; Person, die vorträgt; Personen des Kollegiums; in der Forschung tätige Person; Personen im Wartezimmer; Institutszugehörigen; Mitglieder der Arbeitsgruppe usw. formuliert werden.

Geschlechterneutrale Berufs- und Funktionsbeschreibung

Anstatt der konkreten Person kann auch deren Funktion, Amt oder Aufgabe beschrieben werden wie Rektorat, Abteilungsleitung, Führungskraft, Teamleitung, Geschäftsführung, Ansprechperson, Person in der Verwaltung, Person in der Forschung.

Vorsicht bei Passivformen!

Beim Passiv wird die Handlung selbst in den Fokus gestellt und nicht die Person, die die Handlung durchführt. Da der Fokus auf der Handlung und nicht der handelnden Person liegt, ist zu beachten, dass die Verantwortung, die mit der Handlung einhergeht, nicht klar benannt wird und verloren geht. Zum Beispiel:

  • Die Ärztin hat die Diagnose gestellt.
  • Die Diagnose wurde gestellt.

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