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2. Sprache & Wirklichkeit: Grundlagen geschlechtergerechter Sprache

Sprache wirkt. Sie ist kein neutrales Werkzeug, um Informationen zu übermitteln, denn sie beeinflusst, wie die Welt gesehen wird, wie Menschen wahrgenommen werden und wie über sie gedacht wird. Sie kann Nähe oder Distanz schaffen, Respekt vermitteln oder Ausschluss fördern und sie entscheidet darüber, wer gesehen wird und wer nicht. Sprache ist immer in gesellschaftliche Vorstellungen, Normen und Machtverhältnisse eingebettet und unbemerkt trägt sie bestehende Rollenbilder, Stereotype und Ungleichheiten weiter – etwa, wenn bestimmte Gruppen sprachlich regelmäßig ausgeschlossen werden und folglich unsichtbar bleiben oder absichtlich unsichtbar gemacht werden, z. B., indem Personen „mitgemeint“ sind (Fairclough, 1989; Kuße, 2012; Mairhofer, 2013).

Besonders Frauen und Personen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten wurden und werden in der Sprache oft unsichtbar gemacht. Zum Beispiel, wenn alleinig die männliche Form (Generisches Maskulinum) verwendet wird. Frauen und Personen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten sind dann zwar „mitgemeint“, aber sprachlich unsichtbar und daher ausgeschlossen (Horvath & Sczesny, 2015; Vervecken & Hannover, 2015). Wenn keine geschlechtergerechte Sprache genutzt wird, werden Menschen ausgeschlossen, marginalisiert und unsichtbar gemacht. Sprachlich existieren diese Personen nicht. Geschlecht und Identität werden aberkannt und es kommt zu Diskriminierungen und Verletzungen, was von Personen als sozialer Stress und psychische Belastung erlebt wird (FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW, 2016).

Deshalb ist es wichtig hinzuschauen: Wen spreche ich wirklich an? Wen lasse ich möglicherweise außen vor? Und wie kann ich mit Sprache dazu beitragen, dass alle Menschen angesprochen werden, die ich ansprechen möchte?

Geschlechtergerechte und diskriminierungsfreie Sprache ermöglicht es alle Menschen sprachlich sichtbar zu machen und ist eine Form der inklusiven Kommunikation. Sie trägt dazu bei Chancengerechtigkeit, Gleichberechtigung und Gleichbehandlung zu fördern sowie Diskriminierung vorzubeugen. Mit geschlechtergerechter Sprache werden Vielfalt anerkannt, Stereotype hinterfragt und Gleichberechtigung gefördert.

Weiter zu Kapitel 3. Geschlechtergerechte Sprache beginnt bei Ihnen!