Vorwort & Einleitung
Vorwort
Liebe Kolleg:innen,
liebe Studierende,
als Medizinische Universität, die sich zur Gleichstellung und Chancengleichheit bekennt, betrachten wir einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch als zentralen Bestandteil der akademischen Kultur. Nur wenn Menschen aller Geschlechter sichtbar gemacht werden, spiegelt Sprache die Vielfalt unserer Universitätsgemeinschaft wider und trägt dazu bei, dass jede Person gleichermaßen wahrgenommen, wertgeschätzt und respektiert wird.
Diese Empfehlung gibt Ihnen praxisnahe Empfehlungen für einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch und zielt darauf ab, sowohl Sichtbarkeit für Menschen aller Geschlechter zu fördern als auch eine verständliche Ausdrucksweise beizubehalten. Die Medizinische Universität Innsbruck empfiehlt daher neutrale Formulierungen oder den Doppelpunkt.
Als Angehörige der Universität ermutigen wir Sie dazu, diese Empfehlung als Orientierung zu nutzen und zur Gleichstellung und Chancengleichheit beizutragen. Ihre Umsetzung ist ein wichtiger Beitrag hin zu einer gleichberechtigteren Universität.
Das Rektoratsteam der Medizinischen Universität Innsbruck
Einleitung
Sprache ist Teil des Alltags. Egal ob in Gesprächen, in E-Mails oder auf eine andere Weise, Sprache vermittelt zwischen zwei oder mehr Personen und erleichtert den Austausch. Sprache kann Menschen inkludieren oder ausschließen und somit Sichtbarkeit fördern oder (bewusst) verhindern. Gleichermaßen verändert sich Sprache. Neuerungen kommen hinzu, Wörter werden nicht mehr genutzt oder ändern sich (Bechmann, 2016).
Gerade in einer vielfältigen akademischen Gemeinschaft, in der unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen aufeinandertreffen, ist eine inklusive Sprache von besonderer Bedeutung. Denn Sprache transportiert nicht nur Inhalte, sondern prägt Denken, Wahrnehmung und damit Handeln. Sie transportiert Werte, gesellschaftliche Vorstellungen, unbewusste Normen und Machtverhältnisse. Wenn jemand sprachlich nicht sichtbar gemacht wird, existiert diese Person nicht:
„Was nicht in die Kommunikation kommt, existiert sozial nicht.“ (Simon, 2013, S. 91)
Um Menschen zu inkludieren und sichtbar zu machen, bietet geschlechtergerechte Sprache unterschiedliche Möglichkeiten. Damit können bestehende Ungleichheiten hinterfragt und Diskriminierungen verhindert sowie Chancengerechtigkeit aktiv gefördert werden. Denn für Diskriminierung und sprachliche Ausgrenzung ist kein Platz!
Das Ziel dieser Empfehlung ist es, eine alltagstaugliche Orientierung zu geben, wie ein geschlechtergerechter Sprachgebrauch gelingen kann. Anhand von Informationen, Beispielen und praktischen Formulierungsvorschlägen werden Möglichkeiten zur Umsetzung geschlechtergerechter Sprache geboten. Denn wenn alle Menschen gemeint sind, sollen diese auch sprachlich abgebildet werden. Dabei sollen Unsicherheiten abgebaut und Handlungssicherheit gestärkt werden – für eine Sprache, die verbindet statt ausschließt.[1]
Weiter zu Kapitel 2. Sprache & Wirklichkeit: Grundlagen geschlechtergerechter Sprache
1 Als Grundlage dieser Empfehlung dient „Geschlechtergerechte Sprache. Leitfaden im Wirkungsbereich des BMBWF.“ (2018) des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung.