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Kommunikation in der Medizin - Lebensbestimmende Folgen

Fortschritte in der Medizin werden immer komplexer. Das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein, ist für PatientInnen oft sehr belastend. Wie die Kommunikation zwischen ÄrztInnen und PatientInnen im Zeitalter der molekularen, personalisierten Medizin verbessert wird und worauf geachtet werden muss, darüber diskutiert am Freitag, 11. Oktober 2019, ein hochkarätig besetztes Symposium an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Innsbruck, 08.10.2019: „In der Medizin wurden in den letzten Jahren herausragende Fortschritte erzielt. Das bedeutet aber auch, dass die Materie heute viel komplexer ist als früher“, weiß Johannes Zschocke, Direktor des Instituts für Humangenetik an der Medizinischen Universität Innsbruck. Dadurch werden die für das eigene Leben zu treffenden Entscheidungen für PatientInnen schwieriger. „Wenn etwa Diagnosen nicht verstanden werden, ist das nicht nur eine zusätzliche Belastung für die Betroffenen, sondern gefährdet die selbstbestimmte Lebensweise im Krankheitsfall“, meint Zschocke. Um dieser Problematik entgegenzutreten, braucht es neue Schnittstellen im Arzt/Ärztin-PatientInnen-Gespräch. „Es reicht heute nicht mehr, dass ein Arzt, eine Ärztin sensibel, einfühlsam und eloquent ist. Wir  benötigen eine Professionalisierung der Kommunikation und die interdisziplinäre Zusammenarbeit von ärztlichem und nicht-ärztlichem Personal“, ist Zschocke überzeugt.

International besetztes Symposium

„Wie schaffen wir es, dass Menschen bei schwierigen medizinischen Fragen selbstbestimmt entscheiden und handeln können?“ Darüber diskutieren internationale Fachleute an der Medizinischen Universität Innsbruck. Das Symposium „Gesundheitskompetenz im Zeitalter der molekularen Medizin“ findet im Rahmen des neuen Universitätslehrganges „Genetisches und Genomisches Counselling“ statt.  Bereits in den „Gesundheitszielen Österreich“ des Gesundheitsministeriums wird festgehalten, dass PatientInnen bei Gesundheitsfragen im Alltag eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können. „Für die Menschen soll es auf einfache Weise möglich sein, sich im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem zurechtzufinden und die Rolle als verantwortliche PartnerInnen im System wahrzunehmen“, so die Zielvorgabe des Ministeriums. Im Falle von Erkrankungen betrifft dies insbesondere Fragen zu Diagnose, Symptomatik und Therapie.

Lebensbestimmende Folgen

Da die personalisierte Medizin immer mehr durch die genetische Diagnostik bestimmt wird, ist die genetische Beratung umso wichtiger: „Die stark zunehmende Verfügbarkeit genetischer Tests für verschiedenste medizinische Fragestellungen bringt auch einen steigenden Bedarf an kompetenter Kommunikation und Aufklärung mit sich. Hintergründe, Methoden, Ergebnisse und Konsequenzen müssen den Betroffenen professionell und wertfrei weitergegeben werden, schließlich haben sie oft  lebensbestimmende Folgen“, erklärt der Humangenetiker Johannes Zschocke. Der Beruf der/des genetischen Beratungsassistentin/en als PartnerIn der Fachärztin bzw. des Facharztes für Medizinische Genetik ist bereits in vielen Ländern in Europa und weltweit verankert. Im deutschsprachigen Raum fehlte es bisher jedoch an professionellen Ausbildungsmöglichkeiten. Diese Lücke wird mit Oktober, dem Ausbildungsbeginn des Universitätslehrganges Genetisches und Genomisches Counselling, von der Medizinischen Universität Innsbruck geschlossen. „Wie in anderen Bereichen der Medizin auch, ist es sinnvoll, interdisziplinäre Teams aus ärztlichen und nicht-ärztlichen Berufsgruppen zu etablieren, die unterschiedliche Aspekte der - auch gesetzlich vorgeschriebenen - Beratung kompetent übernehmen können“, meint Zschocke.

Mit dem Symposium „Gesundheitskompetenz im Zeitalter der molekularen Medizin“ sollen gemeinsam mit der Fachhochschule Gesundheit weitere Impulse geschaffen werden, um in Innsbruck einen breiten Diskurs zur Arzt/Ärztin-PatientInnen-Kommunikation anzuregen. Alle im Gesundheitsbereich tätigen interessierten Personen sind herzlich zum Symposium am 11. Oktober 2019 im Institut für Humangenetik eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Infos zum Symposium:

 GESUNDHEITSKOMPETENZ IM ZEITALTER DER MOLEKULAREN MEDIZIN

„Wie schaffen wir es, dass Menschen bei schwierigen medizinischen Fragen selbstbestimmt entscheiden und handeln können?“, Symposium im Rahmen des MSc-Universitätslehrgangs „Genetisches und Genomisches Counselling“ an der Medizinischen Universität Innsbruck

11. Oktober 2019 ab 13.00 Uhr

Hörsaal Genetik und Pharmakologie, Institut für Humangenetik, Peter-Mayr-Str. 1, Innsbruck

Vortragende:

  • Peter Burgard, Diplom-Psychologe, Universität Heidelberg
  • W. Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck
  • Theresa Geley, Medizinische Referentin, Tiroler Gesundheitsfonds
  • Alexandra Kofler, Ärztliche Direktorin, Landeskrankenhaus – Universitätskliniken Innsbruck
  • Ingrid Mühlhauser, Gesundheitswissenschaftlerin, Universität Hamburg
  • Heidi Oberhauser, Studienleiterin, fhg - Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH
  • Sigrid Pilz, Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwältin, Stadt Wien
  • Gunda Schwaninger, Lehrgangsleiterin, Medizinische Universität Innsbruck
  • Artur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer Tirol
  • Klaus Zerres, Direktor des Instituts für Humangenetik, Universität Aachen
  • Johannes Zschocke, Direktor des Instituts für Humangenetik, Medizinische Universität Innsbruck

 


Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 2.000 MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Seit Herbst 2011 bietet die Medizinische Universität Innsbruck exklusiv in Österreich das BachelorstudiumMolekulare Medizin“ an. Seit dem Wintersemester 2014/15 kann als weiterführende Ausbildung das Masterstudium „Molekulare Medizin“ absolviert werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck ist im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

Pressebilder zum Herunterladen:

Der Bedarf an kompetenter Kommunikation und Aufklärung steigt. Foto: Institut für Humangenetik MUI

 

Peter Burgard (Psychologe, Universität Heidelberg), Gunda Schwaninger (Lehrgangsleiterin, Institut f. Humangenetik, Medizin Uni Innsbruck), Sabine Rudnik-Schöneborn (Humangenetikerin, Institut f. Humangenetik, Medizin Uni Innsbruck), Johannes Zschocke (Direktor des Instituts f. Humangenetik, Medizin Uni Innsbruck) . Foto: MUI/Bullock.

Programm: "Gesundheitskompetenz im Zeitalter der molekularen Medizin"

Wissenschaftlicher Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Johannes Zschocke
Medizinische Universität Innsbruck
Institut für Humangenetik
Tel: +43 512 9003 70500 E-Mail: johannes.zschocke@i-med.ac.at

 

Medienkontakt:
David Bullock
Medizinische Universität Innsbruck
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Innrain 52, 6020 Innsbruck, Austria
Telefon: +43 512 9003 71831
public-relations@i-med.ac.at, www.i-med.ac.at

 

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