Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Gemeinsame Einladung der tirol kliniken und der Medizinischen Universität Innsbruck

Fortschritte bei der Pankreaskarzinom-Behandlung

  • Moderne Systemtherapie und Chirurgie sichern Überlebensvorteil & verbessern Lebensqualität
  • Mikroinvasive punktgenaue Schmerz- und Tumortherapie
  • ExpertInnen diskutieren neue multidisziplinäre Behandlungsmöglichkeiten in Innsbruck

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist die vierthäufigste Krebstodesursache in Österreich. Moderne Therapieansätze und chirurgische Methoden ermöglichen es, das Überleben vieler PatientInnen zu verlängern und die Lebensqualität zu erhöhen. Die neuen Erkenntnisse werden an den Innsbrucker Universitätskliniken, dem wichtigsten Pankreas-Zentrum in Westösterreich, umgesetzt und weiterentwickelt. Am 15. & 16. Dezember diskutieren rund 100 ExpertInnen in Innsbruck die Fortschritte.
Innsbruck, 15.12.2016: In Österreich erkranken derzeit rund 1.600 Personen pro Jahr an einem Pankreaskarzinom. Bis zum Jahr 2025 dürfte laut Schätzungen von ExpertInnen die Zahl der Erkrankungen stark steigen. Starben 2010 in der gesamten EU noch 71.000 Menschen an einem Pankreaskarzinom könnten es 2025 bereits 111.500 sein. So lautet die aktuelle Schätzung der Europäischen Gastroenterologie-Vereinigung. Aufgrund dieser negativen Prognosen wird derzeit intensiv an Therapieverbesserungen geforscht. An den Innsbrucker Universitätskliniken werden einige der neuesten Erkenntnisse bereits umgesetzt, die Vorteile für die PatientInnen bringen. „Wichtig ist die Interdisziplinarität in der Behandlung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie. Die Innsbrucker Klinik organisiert erstmals eine Tagung zur interdisziplinären Behandlung der Bauchspeicheldrüse vom 15. bis 16. Dezember.

Heilung nur in Kombination mit Chirurgie: Längeres Überleben bei höherer Lebensqualität
Bei der wissenschaftlichen Veranstaltung steht insbesondere die Pankreaskarzinom-Behandlung im Vordergrund. Diese bösartige Krebsart verursacht kaum Frühsymptome und wird daher oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. „Eine Heilung ist nur dann zu erwarten, wenn der Tumor chirurgisch entfernt werden kann. Daher ist es unser Ziel, primär chirurgisch nicht entfernbare Pankreaskarzinome mittels multimodaler Therapie und erweiterten operativen Maßnahmen, wie Gefäßrekonstruktionen, in einen operablen Zustand zu bringen“, verdeutlicht Prof. Dietmar Öfner-Velano die aktuelle Strategie. Multimodal heißt, dass mehrere medizinische Disziplinen, wie internistische Onkologie, Strahlentherapie oder interventionelle Radiologie an der Behandlung beteiligt sind. „Seit kurzem gibt es eine neue, sogenannte Triple-Chemotherapie, auf die die Patientinnen und Patienten gut ansprechen“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Stefan Stättner, leitender Oberarzt an der Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie und Organisator der Tagung. „Auch wenn keine Heilung möglich ist, können Verbesserungen umgesetzt werden, die das Überleben weiterer Patientinnen und Patienten um Monate, manchmal sogar Jahre, mit guter Lebensqualität verlängert“, erklärt Stättner.

Verbessertes Schmerzmanagement und minimalinvasive Eingriffe
PatientInnen mit einer Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung haben häufig sehr starke Schmerzen. „Mit punktgenauer Schmerz- und Tumortherapie, der sogenannten ‚Chirurgie ohne Messer‘, können hierbei Verbesserungen erzielt werden“, erklärt ao.Univ.-Prof. Dr. Reto Bale, Leiter der Abteilung für Interventionelle Onkologie und Mikroinvasive Therapie an der Univ.-Klinik für Radiologie (Direktor: W. Jaschke). Tumorgewebe oder komplexe Nervenbahnen, die für den Schmerz verantwortlich sind, werden mittels hochprozentigem Alkohol, Hitze oder Elektroimpulsen über dünne Nadeln bzw. Sonden zerstört. „Durch den Einsatz von 3D-Navigationssytemen und einer von uns entwickelten Zielvorrichtung kann jeder Punkt im Körper millimetergenau erreicht werden. So können wir beispielsweise Tumorgewebe zerstören, während die Gefäße erhalten bleiben“, sagt Bale.

Verbesserungen im postoperativen Management
Aber auch in der Nachsorge hat sich viel geändert: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sind direkt in Form von Verbesserungen des postoperativen Managements umgesetzt worden. Die Veränderungen der Behandlungsstrategie erfolgen nach dem ERAS-Prinzip („Enhanced Recovery After Surgery“) und zielen auf eine schnelle Erholung nach einem operativen Eingriff. „Bei Pankreasoperationen ist es wichtig, dass die Patientinnen und Pateinten so schnell wie möglich wieder mobilisiert werden und beispielsweise ein gutes Ernährungskonzept erhalten. Das ist entscheidend für eine gute postoperative Lebensqualität“, sagt Stättner. Hier sei ein Umdenken wichtig: „Viele Patientinnen und Patienten wundern sich, dass sie so schnell nach der Operation wieder essen und aufstehen dürfen, aber es hat sich beispielsweise gezeigt, dass eine frühe Mobilisierung dazu beitragen kann, Komplikationen wie eine Lungenembolie zu verhindern“, erklärt Stättner.

Weitere Informationen zur Tagung „Multidisciplinary Treatment of the Pancreas“: http://www.hpb-innsbruck.at/2016/en/index

 

Hintergrundinformation Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie:
Die Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie ist eine der größten chirurgischen Kliniken im deutschsprachigen Raum und eine der wenigen Kliniken Europas, die das gesamte Spektrum der Organtransplantation abdeckt. Sie umfasst alle Schwerpunkte der modernen Chirurgie und versteht sich als Referenzzentrum für die gesamte onkologische Chirurgie über die Grenzen Tirols hinaus. Die Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie ist eine der wenigen Zentren, in denen Bauchspeicheldrüsentransplantationen (bisher über 600 und in den letzten beiden Jahren – 2015 und 2016 – über 40) durchgeführt werden. Zudem wurden in den letzten zwei Jahren mehr als 100 resezierende Eingriffe wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgenommen.

 

 

 

 

 

Pressebilder zum Herunterladen:

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v.l.: Dietmar Öfner-Velano, Stefan Stättner und Reto Bale informierten über die Neuerungen in der Pankreasbehandlung.

 

 (c) Reto Bale

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Punktgenaue Therapie: Einstellung der in Innsbruck entwickelten Zielvorrichtung mit Hilfe des Navigationssystems.

(c) Reto Bale

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Über eine Führungsnadel wird eine sogenannte RFA-Sonde in den Tumor eingebracht.

 

(Einzelportraits auf Anfrage)

Medienkontakt:

Dr.in Barbara Hoffmann-Ammann
Medizinische Universität Innsbruck
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Innrain 52, 6020 Innsbruck, Austria
Telefon: +43 512 9003 71830
public-relations@i-med.ac.at

 

 

 

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