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Warum sind Frauen weniger anfällig für Nierenerkrankungen?

  • ForscherInnen der Medizin Uni Innsbruck finden Hinweise auf bessere Nierenregeneration bei Frauen
  • Weiblicher Hormonzyklus dürfte am Schutz vor Nierenerkrankungen beteiligt sein
  • Erkenntnisse sind wichtig für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten

Auf die Frage nach den Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Nierenerkrankungen haben ForscherInnen der Medizinischen Universität Innsbruck eine mögliche Antwort gefunden: Hormone des Monatszyklus der Frau könnten dafür verantwortlich sein, dass sich Nierenzellen besser regenerieren können. Die Amerikanische Gesellschaft für Nephrologie, die sich die Bekämpfung von Nierenerkrankungen zum Ziel gesetzt hat, veröffentlichte die Ergebnisse von ao.Univ.-Prof.in Dr.in Judith Lechner (Sektion für Physiologie) und ihren KollegInnen in ihrer Fachzeitschrift.

Innsbruck, 29.04.2016: In Österreich beginnen pro Jahr rund 1.200 PatientInnen mit einer Nierenersatztherapie. Davon sind allerdings nur ca. 35 Prozent Frauen. Darüber hinaus ist durch klinische Studien belegt, dass Frauen ein um etwa 10 % geringeres Risiko haben, ein akutes Nierenversagen zu entwickeln. Bisher ist allerdings nicht bekannt, warum Frauen weniger anfällig für eine Erkrankung der Nieren sind als Männer. Die jüngsten Forschungserkenntnisse der Arbeitsgruppe von ao.Univ.-Prof.in Dr.in Judith Lechner an der Sektion für Physiologie (Direktorin: Univ.-Prof.in Dr.in Michaela Kress) in Kooperation mit der Univ.-Klinik für Strahlentherapie-Radioonkologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Peter Lukas) der Medizinischen Universität Innsbruck lassen die internationale Fachwelt jetzt aufhorchen: Die Ergebnisse der Innsbrucker ForscherInnen weisen darauf hin, dass der weibliche Menstruationszyklus einen positiven Effekt auf die Nieren haben könnte.

Analyse von Urinproben brachte Hinweis auf Menstruationszyklus
Für die Studie wurden Harnproben von Frauen, die noch nicht in der Menopause sind, gezielt analysiert. „Wir konnten dabei zeigen, dass abhängig vom Menstruationszyklus bestimmte Enzyme, nämlich Fructose-1,6-bisphosphatase und Glutathion-S-transferase alpha, vorübergehend vermehrt ausgeschieden werden“, erklärt die Leiterin der Forschungsgruppe an der Sektion für Physiologie, Judith Lechner. „Dies weist darauf hin, dass, bedingt durch die Hormone des weiblichen Zyklus, die Nierenregeneration bei Frauen besser funktionieren könnte als bei Männern.“ Das wäre eine mögliche Erklärung dafür, warum Frauen seltener von Nierenversagen betroffen sind als Männer. „Unsere Erkenntnisse könnten für die zukünftige Entwicklung von neuen Therapeutika bei Nierenerkrankungen für Männer und Frauen von Bedeutung sein“, sagt Judith Lechner. Die Forschung wurde durch die Förderung des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank ermöglicht.

Innsbrucker Forschungserkenntnisse finden Anerkennung in den USA
Die Ergebnisse sind im renommierten Fachjournal der „Amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (JASN – Journal of the American Society of Nephrology) veröffentlicht worden. Die 1966 gegründete Vereinigung zählt 16.000 Mitglieder und hat auf die Erkenntnisse der Innsbrucker ForscherInnen in einer eigenen Presseaussendung hingewiesen. Das Hauptziel der Gesellschaft ist die Bekämpfung von Nierenerkrankungen auf internationaler Basis.

Link Presseaussendung ASN: https://www.asn-online.org/about/press/releases/ASN_PR_20160422_JASNLechner886Final.pdf

 

 

Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.400* MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Seit Herbst 2011 bietet die Medizinische Universität Innsbruck exklusiv in Österreich das BachelorstudiumMolekulare Medizin“ an. Seit dem Wintersemester 2014/15 kann als weiterführende Ausbildung das Masterstudium „Molekulare Medizin“ absolviert werden, welches ebenfalls in Österreich ausschließlich an der Medizinischen Universität Innsbruck studiert werden kann.

 Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck ist im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

*vollzeitäquivalent

 

PR & Medien

Press release in english (ASN)

Pressebilder zur freien Verwendung 

Bildnachweis: MUI (honorarfrei)

Forschungsgruppe Julia Lechner thumbnail 

Bild 1: v.l. Oliver Eiter (sitzend, Physiologie); Dr.in Sinikka Prajczer, PhD (Physiologie, jetzt Nephrologie); Ao.Univ.Prof.in Dr.in Judith Lechner (Physiologie); Ao.Univ.Prof. Dr. Meinhard Nevinny-Stickel (Strahlentherapie-Radioonkologie)

ao.Univ.-Prof.in Dr.in Julia Lechner_thumbnail 

Bild 2: Ao.Univ.Prof.in Dr.in Judith Lechner (Physiologie)

 

Medienkontakt:

Medizinische Universität Innsbruck

Dr.in Barbara Hoffmann-Ammann

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Innrain 52, 6020 Innsbruck, Austria

Tel.: +43 512 9003 71830; Mobil +43 676 8716 72830

public-relations@i-med.ac.at; www.i-med.ac.at

 

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Bild 1: v.l. Oliver Eiter (sitzend, Physiologie); Dr.in Sinikka Prajczer, PhD (Physiologie, jetzt Nephrologie); Ao.Univ.Prof.in Dr.in Judith Lechner (Physiologie); Ao.Univ.Prof. Dr. Meinhard Nevinny-Stickel (Strahlentherapie-Radioonkologie)

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Bild 2: Ao.Univ.Prof.in Dr.in Judith Lechner (Physiologie)

 

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Dr.in Barbara Hoffmann-Ammann

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