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NIH unterstützt Innsbrucker HIV-Forschung

Das Pilotprojekt der Immunologin Doris Wilflingseder von der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie wird mit einem Grant der National Institutes of Health (NIH) gefördert. Gemeinsam mit ihrem US-amerikanischen Kollegen Thomas J. Hope von der Northwestern University in Chicago soll das Verhalten HIV-neutralisierender Antikörper in einem humanen Mukosamodell erforscht werden, um den Weg zu neuen Impfstrategien gegen das HI-Virus zu ebnen.

Damit Pathogene wie das HI-Virus in den Körper eindringen und sich ausbreiten können, müssen sie Verteidigungslinien durchbrechen. Die Haut oder die Schleimhaut in Magen, Lunge oder Darm mit ihren Bestandteilen sind solche Barrieren. Auch HIV wird (ausschließlich) übertragen, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Genau hier setzt die Entwicklung von Impfstoffen mittels HIV-neutralisierender Antikörper an. Der Erfolg dieser Strategien ist in klinischen Studien bislang jedoch ausgeblieben.

Innovatives 3D-Modell
„Um eine effiziente Impfstrategie weiterverfolgen zu können, ist es wichtig zu sehen, wie das Virus diese mukosalen Barrieren überwindet und wie Antikörper eingesetzt werden können, um diese Schutzschilde im Zuge der sexuellen Übertragung zu stärken“, erklärt Doris Wilflingseder die Zielvorgaben ihres Pilotprojekts, das bei der – zugegeben bürokratisch aufwändigen – Antragstellung am NIH mit einem bereits in Innsbruck etablierten humanen 3D-Modell punkten konnte.

Bild: Das Innsbrucker 3D-Zellkulturmodell am Cover von Aids Research and Human Retroviruses (vol 34, issue 12/dec 2018).

„Wenn wir die Interaktion von HIV mit komplexen Geweben anhand unseres humanen Mukus-produzierenden 3D-Zellkulturmodells erforschen, betreten wir absolutes Neuland, denn im Tierversuch lassen sich diese Vorgänge und Wechselwirkungen ja nicht bildhaft darstellen“, so die Immunologin, unter deren Federführung das Innsbrucker „MUI animalFree research cluster“ initiiert und 2017 an der Medizinischen Universität Innsbruck eröffnet wurde. Die richtungsweisende Initiative will die 3R (Replacement-Reduction-Refinement)-Expertise der Region Tirol bündeln und die tierversuchsfreie Forschung am Standort intensivieren.

Leuchtende Antikörper
Mit der humanen 3D-Zellkultur aus dem Labor von Doris Wilflingseder steht nun ein In-vitro-System zur Verfügung, das es ermöglicht, detaillierte Interaktionen und Wechselwirkungen unterschiedlicher HIV-Stämme mit Molekülen und Enzymen einer intakten, komplexen Schleimhaut zu durchleuchten. Die Innsbrucker Expertise wird dabei durch das Know-How des Molekularbiologen und Imaging-Spezialisten Tom Hope ergänzt, aus dessen Mucosal Immunology Group an der Northwestern University die fluoreszenzmarkierten, HIV-neutralisierenden Antikörper und Viren kommen. „Erst ein besseres Verständnis dieser komplexen Interaktionen wird neue Angriffsflächen im Kampf gegen das HI-Virus sichtbar machen und weitere Forschungsfragen zulassen, die auch relevante Wechselwirkungen von HIV mit den Playern des adaptiven Immunsystems miteinbeziehen“, spricht Wilflingseder mögliche Folgeprojekte an.

(D. Heidegger)

Links:

Doris Wilflingseder
https://www.i-med.ac.at/hygiene/forschungswilflingsedercvv2.html.de

Hope HIV Laboratory
https://labs.feinberg.northwestern.edu/hope/

NIH Grants and Funding
https://www.nih.gov/grants-funding

MUI animalFree Research Cluster
https://www.i-med.ac.at/muianimalfree/

News-Archiv: Auf dem besten Weg zur Forschung ohne Tierversuche
https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/719276.html

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 20.2.2019, 15:26:27ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo