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Die PreisträgerInnen Michaela Lackner & Fabio Gsaller. Foto: MUI/B.Hoffmann-Ammann.

Auszeichnungen für mykologische Forschung in Innsbruck

Zwei ForscherInnen der Medizinischen Universität Innsbruck sind im Rahmen der 51. Jahrestagung der „Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft“ (DMykG) in Münster (D) ausgezeichnet worden. Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Michaela Lackner erhielt in Anerkennung ihrer herausragenden, international beachteten Leistungen den Forschungsförderpreis. Der Nachwuchsförderpreis für klinische Mykologie ging an Mag. Dr. Fabio Gsaller und damit zum zweiten Mal in Folge nach Innsbruck.

Weltweit sind etwa 1,7 Milliarden Menschen von Pilzinfektionen betroffen. Mehr als 1,5 Millionen dieser Erkrankungen verlaufen tödlich. Ein Schwerpunkt der mykologischen Forschung ist es, auch vor dem Hintergrund steigender Resistenzbildungen, neue Therapien gegen Pilzinfektionen zu entwickeln. Für ihre hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen in diesem Bereich sind nun zwei Innsbrucker WissenschafterInnen von der DMykG ausgezeichnet worden. Damit sind zwei von insgesamt drei im Rahmen der 51. Jahrestagung vergebenen Auszeichnungen an ForscherInnen der Medizinischen Universität Innsbruck gegangen, eine große Anerkennung der mykologischen Forschung in Innsbruck.

Anwendungsorientierung Forschung: Michaela Lackner
Michaela Lackner von der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie (Direktorin: Univ.-Prof.in Dr.in C. Lass-Flörl) erhielt den renommierten Forschungsförderpreis der DMykG. Die Gesellschaft zeichnet damit Mitglieder aus, die herausragende, international anerkannte Leistungen in den Bereichen von klinischer oder experimenteller Forschung auf dem Gebiet der medizinischen Mykologie erbracht haben. Die PreisträgerInnen sollen in ihrem weiteren Arbeitsleben noch wesentliche wissenschaftliche Leistungen erwarten lassen. Über die Preisvergabe entscheidet ein Kuratorium bestehend aus dem Vorsitzenden und den letzten drei Ausgezeichneten. Die Mikrobiologin hat seit September 2016 eine A2-Laufbahnstelle und war zuvor Leiterin der molekularen Diagnostik an der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie. Aktuell leitet sie die Arbeitsgruppe für medizinisch-mykologische Forschung an der Sektion. Die Österreicherin hat in Innsbruck studiert und war während ihres Doktorats insgesamt viereinhalb Jahre in Spanien, den Niederlanden und Deutschland. Seit sechs Jahren ist sie an der Innsbrucker Sektion tätig. Die 33-jährige Tirolerin forscht sehr nahe an der klinischen Anwendung und war beispielsweise bereits an sehr vielen Guideline-Boards zur Verbesserung der klinischen Diagnostik beteiligt. Internationale Beachtung fand ihr Beitrag zur weltweiten „one fungus = one name“ Kampagne. Im Rahmen der Aktion zur Vereinfachung der Benennung von Pilzen hat Lackner vor allem daran gearbeitet, eine praktikable Lösung für die Anwendung der neuen Begriffe im klinischen Bereich zu finden. Lackner ist in den großen internationalen Fachgesellschaften ihres Bereiches aktiv und hat die „Young ISHAM“, eine Gruppe für JungforscherInnen der Muttergesellschaft ISHAM „International Society for Human and Animal Mycology“ gegründet. Der Forschungsförderpreis der DMYKG ist eine herausragende Auszeichnung ihrer bisherigen Forschungsleistungen. Die Auszeichnung wird seit 1991 verliehen, bisher wurde erst einmal eine Forscherin aus Innsbruck ausgewählt: 2007 ging der Preis an Cornelia Lass-Flörl.  

Ausgezeichnete Grundlagenforschung: Fabio Gsaller
Den Nachwuchspreis der DMykG erhielt Fabio Gsaller, der Molekularbiologe hat Anfang 2017 die Rückkehrphase seines „Erwin-Schrödinger-Stipendiums“ angetreten und arbeitet an der Sektion für Molekularbiologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Peter Loidl) in der Arbeitsgruppe von ao.Univ.-Prof. Dr. Hubertus Haas. Bereits im Vorjahr war die Auszeichnung für NachwuchsforscherInnen der DMykG an einen Innsbrucker Forscher gegangen. Der Vorjahrespreisträger Mag. Dr. Michael Blatzer forschte in der Arbeitsgruppe von Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Doris Wilflingseder und hat wie Gsaller seine Doktorarbeit bei Hubertus Haas abgeschlossen. Der Nachwuchsförderpreis der DMykG wird für ÄrztInnen und NachwuchswissenschafterInnen ausgeschrieben, die bis zu 40 Jahre alt sind. Ausgezeichnet wird eine Originalarbeit in Erstautorenschaft in einem Peer-Review-Journal sowie die bisherigen wissenschaftlichen Aktivitäten. Fabio Gsaller hatte im Juli 2016 in der renommierten Fachzeitschrift PLoS Pathogens seine Erkenntnisse zur Entschlüsselung eines prädominanten Resistenzmechanismus gegen Triazol- Antimykotika veröffentlicht. Der 33-jährige Tiroler beschäftigt sich intensiv mit den molekularen Grundlagen klinisch-relevanter Resistenzmechanismen im Schimmelpilz Aspergillus fumigatus. Nach seiner Promotion war Gsaller als PostDoc in einem EU-Projekt zur Identifizierung neuer antimykotischer Therapeutika in Dr. Mike Bromley’s Arbeitsgruppe in der „Manchester Fungal Infection Group“ an der Universität Manchester (UK) tätig. Dieses „Center of Excellence“ für Pilzinfektionsbiologie sowie translationaler, antifungaler Forschung mit dem Schwerpunkt Aspergillus fumigatus, steht in enger Kollaboration mit dem mykologischen Referenzzentrum und dem nationalen Aspergillosezentrum, das von dem international renommierten Arzt und Forscher Prof. David Denning (Professor of Infectious Diseases and Global Health) geleitet wird.

Die Fachgesellschaft: DMykG

Seit ihrer Gründung im Jahre 1961 hat sich die Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft (DMykG e.V.) sowohl im deutschsprachigen Raum als auch auf internationaler Ebene für die wissenschaftliche Entwicklung der medizinischen und veterinärmedizinischen Mykologie maßgeblich eingesetzt. Sie hat dazu beigetragen, dass sich ein Bewusstsein für Pilzinfektionen im klinischen Alltag durchgesetzt hat.

(B. Hoffmann-Ammann)

 

Weitere Informationen:

-DMykG

-Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Michaela Lackner

-Sektion für Molekularbiologie

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 8.9.2017, 10:20:00ximsTwitter LogoFacebook Logo