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OPATHY: Neue OMICs-basierte Diagnose-Tools sollen Infektionsmanagement verbessern

Das Marie-Sklodowska-Curie Innovative Training Network “OPATHY - Omics of PATHogenic Yeasts” ist ein von der Europäischen Kommission im Rahmen von Horizon 2020 finanziertes Ausbildungs- und Forschungsprojekt, das neue diagnostische Werkzeuge zur raschen Detektion von Pilzinfektionen entwickeln soll. Die Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie (Direktorin Univ.-Prof.in Dr.in Cornelia Lass-Flörl) ist an diesem Netzwerk-Projekt maßgeblich beteiligt.

Infektionen sind die wichtigste Ursache für die therapieassoziierte Mortalität bei PatientInnen mit Krebserkrankungen. Zugrunde liegt eine Immunsuppression, die PatientInnen für opportunistische Infektionen besonders empfänglich macht. Invasive Pilzinfektionen stellen ein Musterbeispiel für opportunistische Infektionen dar, welche schwierig zu diagnostizieren sind und eine relativ toxische Therapie benötigen. Daher sind invasive Pilzinfektionen mit einer hohen Mortalitätsrate assoziiert. „Vor allem PatientInnen nach einer Organtransplantation, PatientInnen auf Intensivstationen, PatientInnen mit HIV, Krebs (besonders Leukämie), Diabetes mellitus, Verbrennungen, Verletzungen oder Operationen im Bauchraum sowie mit  Kortikosteroiden therapierte PatientInnen, tragen ein erhöhtes Risiko für invasive Candidiasis. Um Diagnostik und Therapie verbessern zu können, muss das Verständnis für die Entstehung dieser Infektionen und ihren klinischen Verlauf vertieft werden“, beschreibt Prof.in Lass-Flörl die wesentlichen Ziele des neuen Forschungs- und Ausbildungsprojekts, an dem die Expertin mit ihren Mitarbeiterinnen Dr.in Maria Aigner und Mag.a Dr.in Michaela Lackner teilnimmt.

Wechselwirkungen von Hefen und Menschen

Da der Nachweis von Candida Arten nicht zwangsläufig zwischen normaler Besiedelung und bestehender Infektion unterscheidet, ist eine Kombination verschiedener Nachweismethoden angezeigt. Spezifische Nachweise einer invasiven Mykose, wenn auch unspezifisch für Candida, sind der β-Glucan Nachweis im Blut oder der histopathologische Nachweis von Hefen. Die konkrete Speziesdifferenzierung und Resistenztestungen sind anhand molekularer Methoden möglich. „Mit OPATHY wird nun ein innovatives translationales Forschungs-Ausbildungsnetzwerk etabliert, das neueste OMICs Technologien, wie etwa Genomik, Transkriptomik und Proteomik einsetzt, um die Wechselwirkungen von Hefen und Menschen zu erforschen sowie um neue diagnostische Werkzeuge zur raschen Detektion von Pilzinfektionen zu implementieren“, betont die Mikrobiologin Cornelia Lass-Flörl.

Neben der im Mittelpunkt stehenden Suche nach robusten, diagnostischen Markern wird außerdem am direkten Schnellnachweis von resistenten Erregern (Azol-und/oder Echinocandin resistente Candida) aus primärem PatientInnenmaterial gearbeitet. Blut-assoziierte Infektionen durch C. albicans und C. glabrata nehmen eine besondere Stellung ein.

Innovative Training Networks

Das vom Centre for Genomic Regulation in Barcelona aus koordinierte OPATHY-Projekt wird als Innovative Training Network im Rahmenprogramm Horizon 2020 von der EU gefördert und zielt auf die  strukturierte Ausbildung von NachwuchswissenschafterInnen (early stage researchers) durch die Erweiterung ihrer wissenschaftlichen und allgemeinen Kompetenzen innerhalb eines internationalen, interdisziplinären und intersektoralen Forschungs- und Ausbildungsprogramms. Besonders wichtig ist die Beteiligung von Einrichtungen sowohl aus dem akademischen als auch aus dem nicht-akademischen Sektor. Im Rahmen von OPATHY arbeiten ForscherInnen aus Spanien, den Niederlanden, Irland, Deutschland, Großbritannien, Belgien und Österreich zusammen. Die Laufzeit eines "Innovative Training Networks" beträgt vier Jahre, innerhalb derer einzelne Forscherinnen und Forscher im Rahmen der zur Verfügung stehenden Positionen bzw. Forschermonate ausgebildet sowie weitere Aktivitäten des Netzwerks durchgeführt werden können. Der Call für insgesamt 13 Early Stage Researchers Positionen wurde bereits gestartet.

Akademische Partner: Centre for Genomic Regulation (Spain), CBS Fungal Biodiversity Centre (Netherlands), University College Dublin (Ireland), University of Aberdeen (United Kingdom), Hans Knöll Institute Jena (Germany), Medical University of Innsbruck (Austria), University Ghent (Belgium), Maastricht University (Netherlands, associated partner)
Firmen: Biotechvana SL (Spain), Bruker Daltonik GmbH (Germany), QVQ Holding b.v. (Netherlands), Illumina (United Kingdom, associated partner).

 

(D. Heidegger)

 

Links:

OPATHY
http://www.opathy.eu/

Marie-Sklodowska-Curie Maßnahmen
http://ec.europa.eu/research/mariecurieactions/about-msca/actions/itn/index_de.htm

Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
https://www.i-med.ac.at/hygiene/index.html.de

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 6.10.2015, 11:36:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo