Erfolgreiche Zusammenarbeit von GMI Innsbruck und INTERPOL

v.l.: MR Dr. Reinhard Schmid, Leiter Zentraler Erkennungsdienst des Innenministeriums, o.Univ.-Prof. Richard Scheithauer , Direktor GMI, Werner Schuller vom INTERPOL Generalsekretariat, Rektor Univ.-Prof. Herbert Lochs. (Bild: R. Mühlanger)

26.5.2010

Das Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck (GMI) ist das Österreichische DNA-Zentrallabor. Seit Einrichtung der Nationalen DNA-Datenbank 1997 ist aus der Kooperation mit dem Bundesministerium für Inneres ein auch international beachtetes Erfolgsmodell entstanden.

Foto: v.l.: MR Dr. Reinhard Schmid, Leiter Zentraler Erkennungsdienst des Innenministeriums, o.Univ.-Prof. Richard Scheithauer , Direktor GMI, Werner Schuller vom INTERPOL Generalsekretariat, Rektor Univ.-Prof. Herbert Lochs. (Bild: R. Mühlanger)

Allein in Österreich wurden bisher durch die Zuordnung von DNA-Tatortspuren zu Personenprofilen so genannte „Treffer“ bei 12.016 Straftaten erzielt - zumeist in Fällen, die ansonsten nicht aufgeklärt worden wären (so genannte „cold hits“).

„Kriminalität macht vor Ländergrenzen nicht halt. Die Erfolge nationaler Datenbanken können durch den internationalen DNA-Datenaustausch weiter gesteigert werden. Wir möchten dieses Erfolgsmodell gemeinsam mit INTERPOL in der ganzen Welt bewerben“ so Prof. Dr. Richard Scheithauer, GMI-Direktor und Vorsitzender der INTERPOL DNA-Monitoring Expert Group, Lyon.

Die Innsbrucker Gerichtsmedizin hat dazu im Auftrag von INTERPOL einen Film produziert, der die Entscheidungsträger in den INTERPOL-Mitgliedsländern für den nationalen und internationalen Austausch von DNA-Daten motivieren soll. „Bereits 2002 haben wir einen Film über die Sicherung von DNA-Datenspuren an Tatorten gedreht, der bis heute in vielen Staaten eingesetzt wird. In dem neuen Film wird anhand eines gestellten Falles gezeigt, wie die Verwertung einer DNA-Spur von einem Wiener Tatort über internationalen DNA- Datenaustausch zur Festnahme eines Tatverdächtigen in Abu Dhabi führt“, so Prof. Dr. Richard Scheithauer. Die offizielle Premiere des Films findet bei einem internationalen Interpol-DNA-Symposium am 16. Juni 2010 in Sydney, Australien, statt.

Weltweite Plattform für DNA-Datenaustausch

INTERPOL ist die „Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation“ mit derzeit 188 Mitgliedsstaaten. „INTERPOL stellt seinen Mitgliedsstaaten kostenlos eine Plattform für den internationalen Datenaustausch von anonymisierten DNA-Profilen zur Verfügung. Wir arbeiten sehr eng und sehr erfolgreich mit der Innsbrucker Gerichtsmedizin zusammen, die bei der DNA-Analyse Qualitätsstandards gesetzt hat. Gemeinsam geben wir bereits das internationale DNA-Handbuch heraus. Es unterstützt die Exekutive und die gerichtsmedizinisch tätigen Einrichtungen weltweit, um die DNA-Analyse in vollem Umfang zu nützen“, so Werner Schuller vom INTERPOL Generalsekretariat in Lyon.

Die Zusammenarbeit zwischen Innenministerium, Gerichtsmedizin Innsbruck und INTERPOL hat maßgeblich zu Erfolgen bei der Bekämpfung von Kriminalität beigetragen, sowohl national als auch international. Bislang konnten mit Spuren von Tatorten in Österreich vor allem durch das neue EU weite Prümer Datenverbundsystem mehr als 4.000 internationale DNA-Treffer erzielt werden", berichtet MR Dr. Reinhard Schmid, Leiter des Büros Zentraler Erkennungsdienst des Innenministeriums in Wien.

„Das Institut für Gerichtsmedizin ist ein Beispiel für die internationale Vernetzung einer universitären Einrichtung. Forschung und Lehre sind eng verbunden mit erfolgreicher praktischer Anwendung. Bei der Vermittlung der Erfahrungen beschreitet das Institut als Berater von INTERPOL außergewöhnliche Wege“, so Prof. Dr. Herbert Lochs, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck.

(red)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 26.5.2010, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook Logo