Bioethik im Dialog mit der Öffentlichkeit

Bild: Barbara Härting

23.3.2010

Mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema Bioethik setzt der Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit (WuV) einen neuen Schwerpunkt im Sommersemester 2010. Öffentlich zugängliche Vorträge mit anschließender Diskussion sollen den Einfluss biomedizinischer Entwicklungen auf unser Alltagsdenken interdisziplinär beleuchten.

Foto: Bild: Barbara Härting

Herausforderungen und Fragen, die sich aus aktuellen, medizinischen Erkenntnislagen ergeben, zeigen immer auch eine hohe gesellschaftliche Relevanz. „Vor allem medizinische Themen werden von der Bevölkerung, auch aufgrund persönlicher Betroffenheit, mit großem Interesse wahrgenommen“, weiß Mag.a Barbara Härting, Geschäftsführerin des ursprünglich als Senatsarbeitskreis und seit 2005 als an der LFU und der Medizinischen Universität Innsbruck tätigen Vereins WuV.

Interdisziplinäre Annäherung

In der Förderung des fächerübergreifenden Austausches an den Universitäten sowie zwischen Universität und Öffentlichkeit in den Bereichen Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft liegt die Hauptaufgabe des WuV. Um aktuelle Themen aufgreifen und diskutieren zu können, kooperiert der Verein mit Instituten und Einrichtungen der beiden Universitäten, aber auch mit nicht-universitären Einrichtungen.

Aus der Zusammenarbeit mit der Biochemikerin Univ.-Prof.in Gabriele Werner-Felmayer vom Innsbrucker Biozentrum, Univ.-Prof. Dr. Josef Quitterer vom Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck und Priv.Doz. Dr. Andreas Exenberger vom Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte entstand nun eine Vortragsreihe, die mit der Vermittlung von bioethischen Inhalten aus verschiedenen Perspektiven den Dialog mit der Öffentlichkeit sucht. „Die interdisziplinäre Herangehensweise an Themen wie die moderne Hirnforschung, Eizellspenden oder die Möglichkeiten der Frühgeborenen-Medizin ermöglicht erst die Schaffung des Raums, in dem sich ethische Ansätze denken und diskutieren lassen und trägt somit zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei“, betont Werner-Felmayer.

Vortragen und Mitreden

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht am kommenden Donnerstag (24.3.) Prof. Karl Zilles vom Forschungszentrum Jülich mit einem spannenden Einblick ins Gehirn und Überlegungen zur kritiklosen Deutung von Forschungsergebnissen für unsere Vorstellung von menschlichen Emotionen und Verhaltensweisen. Univ.-Prof.in Christine Bandtlow von der Sektion für Neurobiochemie und Univ.-Prof. DDr. Winfried Löffler (Christliche Philosophie, LFU) werden aus neurobiologischer und philosophischer Perspektive die von Josef Quitterer moderierte Diskussion, bereichern.

Die komplexe und weitgehend unregulierte Welt des Handels mit menschlichen Eizellen und der vielfältigen Problematik, die sich daraus für Frauen ergibt, ist Thema des zweiten, von Prof.in Itziar Alkorta Idiakez (Vicerrectora de Calidad e Innovación Docente, Universidad del País Vasco) referierten Vortrages am 28. April. Dr.in Magdalena Hörmann (Human- und Wirtschaftswissenschaften, UMIT) und Priv.-Doz.in Susanne Hofer (Univ.-Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin) werden zur Diskussion ökonomische und biomedizinische Aspekte beitragen. Am 19.5. wird Univ.-Doz.in Dr.in Elisabeth Hildt (Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften, Universität Tübingen)die Frage analysieren, wie weit aktuelle Entwicklungen der Genetik und der Neurowissenschaften das Selbstverständnis des Einzelnen beeinflussen und damit die Idee befördern, jeder Mensch könne sich selbst optimieren, weil seine Identität lediglich ein Produkt technisch manipulierbarer, biologischer Faktoren sei. Die letzte Bioethik-Veranstaltung am 9.6. wird das Spannungsfeld zwischen technischen Möglichkeiten und Sinnhaftigkeit bzw. Zumutbarkeit ihres Einsatzes auf dem Gebiet der Frühgeborenen-Medizin beleuchten. Für diesen Abend konnte Dr.in Ruth Baumann-Hölzle vom Zürcher Institut für Ethik im Gesundheitswesen gewonnen werden.

Alle Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt jeweils Mittwoch um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung, Rennweg 12, in Innsbruck statt.

(dh)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 23.3.2010, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo