Dendritische Zellen für die Immuntherapie

v.l.: Univ.-Prof. Martin Thurnher, Mag. Georg Grünbacher und Univ.-Prof. Nikolaus Romani erforschen Dendritische Zellen für die Immuntherapie von Tumoren.

7.10.2009

Eine Forschungsarbeit aus der Cell Therapy Unit im Rahmen des Krebsforschungszentrums ONCOTYROL berichtet über Dendritische Zellen aus menschlichem Blut, die sich in besonderer Weise für die Immuntherapie von Tumoren eignen. Erstautor dieser soeben in Blood erschienenen Studie ist Mag. Georg Grünbacher aus der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Martin Thurnher von der Univ.-Klinik für Urologie.

Foto: v.l.: Univ.-Prof. Martin Thurnher, Mag. Georg Grünbacher und Univ.-Prof. Nikolaus Romani erforschen Dendritische Zellen für die Immuntherapie von Tumoren.

Die Arbeitsgruppen von Univ.-Prof. Dr. Martin Thurnher und Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Romani, Univ.-Klinik für Dermatologie, beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Immuntherapie von Tumorerkrankungen. Im K1 Zentrum Oncotyrol bilden die beiden Arbeitsgruppen gemeinsam die Cell Therapy Unit. Die klinischen Studien mit Dendritischen Zellen, die die Wissenschaftler in den letzten Jahren durchgeführt haben, waren die ersten in Österreich und gehören zu den ersten weltweit. Dendritische Zellen, die Wächterzellen des Immunsystems, gehören - wie alle Immunzellen - zu den Leukozyten. Ihre Aufgabe ist es, Bestandteile (Proteine, Glykolipide) von Krankheitserregern oder Krebszellen aufzunehmen, zu verarbeiten und sie in einer charakteristischen und für die T-Zellen erkennbaren Form zu präsentieren. Durch die Aktivierung der T-Zellen verwandeln die Dendritischen Zellen Warnsignale in zielgerichtete Immunreaktionen. Der Ansatz der Professoren Thurnher und Romani geht dahin, Dendritische Zellen so zu verändern, dass sie die T-Zellen im Patienten nicht nur aktivieren, sondern sie auch zielgerichtet auf Krebsherde und ihre Absiedlungen lenken.

Effiziente Mobilisierung von Killerzellen

In ihrer aktuellsten Arbeit beschreiben die Autoren nun eine besondere Population von Dendritischen Zellen in menschlichem Blut. Diese tragen das CD56 Antigen auf ihrer Oberfläche, das ansonsten nur auf Natürlichen Killer (NK) Zellen und einer Untergruppe von zytotoxischen T-Zellen vorkommt. Die Stimulation dieser CD56-positiven Dendritischen Zellen mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure führt zur Aktivierung und Vermehrung sogenannter Gammadelta T-Lymphozyten, die bekanntermaßen Antitumorwirkung haben.

"Mit der Optimierung dieses Zellkultursystems eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Immuntherapie von Tumoren. Es erlaubt die effiziente Mobilisierung von Killerzellen, die sich gegen Tumorzellen richten und diese zerstören", schließt Thurnher.

(dh)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 7.10.2009, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo