i-med: Großer Ehrungstag 2009

v.l.: Rektor-Stv. Prof. Manfred Dierich, KR Arthur Thöni, Prof. Georg Friedrich Melchers, Prof. Helmut Wachter, HYPO-Dir. Werner Pfeifer, Vizerektorin Prof.in Margarethe Hochleitner, Senatsvors. Prof. Michael Joannidis.

6.6.2009

Am Samstag feierte die Medizinische Universität Innsbruck den Großen Ehrungstag 2009, an dem die Würdigung von vier herausragenden Persönlichkeiten aus Medizin, Industrie und Wirtschaft im Mittelpunkt stand. Zu Ehrentiteln der Medizinischen Universität gelangten Univ.-Prof. Dr.h.c. Georg Friedrich Melchers, em.o.Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Helmut Wachter, KR Arthur Thöni und die Hypo Tirol Bank AG.

Foto: v.l.: Rektor-Stv. Prof. Manfred Dierich, KR Arthur Thöni, Prof. Georg Friedrich Melchers, Prof. Helmut Wachter, HYPO-Dir. Werner Pfeifer, Vizerektorin Prof.in Margarethe Hochleitner, Senatsvors. Prof. Michael Joannidis.

Der Große Ehrungstag 2009 war nach dem Dies Academicus 2007 der zweite akademische Festtag, den die Medizinische Universität Innsbruck seit Ihrem Bestehen als eigenständige Hochschule beging. Nach den Begrüßungsworten, die Rektor-Stellvertreter Prof. Manfred Dierich an die Gäste richtete, wurde jeweils ein Ehrendoktorat an Univ.-Prof. Dr.h.c. Friedrich Melchers und em.o.Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Helmut Wachter, weiters die Würde und der Titel eines Ehrensenators an KR Arthur Thöni und die Ehrenbezeichnung Offizieller Förderer der Medizinischen Universität Innsbruck an die Hypo Tirol Bank AG feierlich verliehen. Der Festakt fand im Hypo Center Tirol in Innsbruck statt und wurde vom Blechbläserensemble der Musikschule der Stadt Innsbruck musikalisch umrahmt. „Mit den Persönlichkeiten und Institutionen, die heute gewürdigt werden und damit zur engsten Universitätsfamilie gehören“, betonte Rektor-Stellvertreter Dierich, „ist die Medizinische Universität Innsbruck Ehrende und Geehrte zugleich.“

"Der Inbegriff eines Grundlagenforschers"

Prof. Dr. Dr.h.c. Georg Friedrich (Fritz) Melchers ist weltweit einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Immunologie. Seine wegweisenden Forschungsarbeiten zur Entwicklung der Stammzellen des Immunsystems und zur Charakterisierung einzelner Immunzellen legten den Grundstein für die Entwicklung von neuartigen und umfassenden Immuntherapien unter anderem bei Allergien, chronischen Entzündungen, Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen. Von 1980 bis 2001 leitete er als Direktor das Basler Institut für Immunologie, an dessen Forscher drei Nobelpreise verliehen wurden und machte es zu einer der weltweit führenden Forschungsstätten im Bereich der molekularen und klinisch orientierten Immunologie. Zudem lehrte der 1936 in Berlin geborene und 1964 an der Universität Köln promovierte Chemiker unter anderem an den Universitäten in Basel, Harvard und Innsbruck und bekleidete Positionen an der Stanford University und dem Max Planck-Institut. Fritz Melchers gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gremien und Gesellschaften an, er ist Mitglied mehrerer Akademien und wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten vielfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes, Inhaber der Prausnitz-Medaille des Collegium Internationale Allergologicum der Universität Wien und Robert-Koch-Preisträger. Fritz Melchers wurde von Laudator em.o.Univ.-Prof. Dr. Georg Wick als „Inbegriff eines Grundlagenforschers“ bezeichnet, der nicht nur in seiner Funktion als Direktor das Basler Institut für Immunologie Führungsqualität bewiesen hätte.

"Eine Idee und ihre konsequente Umsetzung"

em.o.Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Helmut Wachter wurde 1929 in Landeck geboren. Das wissenschaftliche Interesse des Chemikers galt der Erforschung der Pteridine und ganz besonders dem Neopterin, das er als erster als Marker für den Aktivierungszustand des menschlichen Immunsystems entdeckte. Die Neopterinbestimmung, die heute weltweit auf dem Gebiet der AIDS-Forschung angewendet wird und in der Transplantationsmedizin bei der Früherkennung immunologische Komplikationen Einsatz findet, trägt auch dazu bei, die Infektionssicherheit der Bluttransfusionen zu verbessern. Nicht zuletzt seinen Forschungen ist es zu verdanken, dass durch die seit 1994 durchgeführten Neopterinbestimmungen Österreich als das Land mit der höchsten Sicherheit auf dem Gebiet des Bluttransfusionswesens gilt. Die Resultate seiner umfangreichen Forschungstätigkeit wurden in über 700 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften und Büchern veröffentlicht, auch wurden ihm 22 Patente erteilt. Er ist Träger des Ehrendoktorates der Naturwissenschaften der University of Aston in Birmingham, Großbritannien, des Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und der Fritz-Pregl-Medaille der Österreichischen Gesellschaft für Analytische Chemie. 1996 ehrte ihn das Land Tirol mit dem Ehrenzeichen. Der höchste Wissenschaftspreis des Landes Tirol wurde ihm im Jahr 2000 vom Institut für Medizinische Chemie und Biochemie der Universität Innsbruck verliehen. Prof. Wachter emeritierte im Jahr 1997. Mit der Ilse & Helmut Wachter Privatstiftung fördert er seinerseits herausragende Leistungen der medizinischen Wissenschaft . In seiner Laudatio betonte Univ.-Prof. Dr. Gilbert Reibnegger, Vizerektor der Medizinischen Universität Graz, den wissenschaftlichen Tatendrang Wachters, der stets unter dem Motto „Eine Idee und ihre konsequente Umsetzung“ stehe.

"Dynamischer Unternehmer mit sozialem Verantwortungsgefühl"

Der gebürtige Innsbrucker Unternehmer KR Arthur Thöni, Jahrgang 1939, hat sich in besonderer Weise um die ideelle und materielle Förderung der Universität und ihrer wissenschaftlichen und kulturellen Aufgaben verdient gemacht. Das Engagement des gelernten Werkzeugschmieds und Schlossers, der 1964 mit einem 2-Mann-Betrieb startete und diesen zu einem der erfolgreichsten Industriebetriebe Tirols ausbaute, blieb nicht auf seine wirtschaftliche Tätigkeit beschränkt, sondern kam zahlreichen öffentlichen Aufgaben zugute. So war er als Präsident unter anderem 13 Jahre lang für die Leitung des Landesverbandes Tirol des Österreichischen Roten Kreuzes verantwortlich; in diese Zeit fiel auch der Aufbau der notärztlichen Versorgung in Tirol insbesondere die notärztlichen Pilotprojekte für die bodenbezogenen und Flugrettungssysteme sowie das jährlich wiederkehrende Notfallsymposium in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Innsbruck. Auch vollkommen neue Strukturen für die Katastrophenvorsorge und das Blutspendewesen wurden in dieser Zeit geschaffen. Der Initiator zahlreicher Forschungsinitiativen ist außerdem Stellvertretender Vorsitzender des Medizinischen Forschungsfonds Tirol, der mit der Förderung von medizinischen Einzelprojekten die Entwicklung der medizinischen Forschung an den Innsbrucker Universitätskliniken forciert. Laudator Univ.-Prof. Hartmann Hinterhuber sprach von Thöni als einem „Unternehmer, Visionär, Promoter und Philantropen, der dem `dynamischen Unternehmer´ nach Schumpeter entspricht und darüber hinaus das richtige Gespür für soziale und gesellschaftliche Bedürfnisse besitzt“.

"Identifikation mit Förderaktivitäten"

Die Hypo Tirol Bank AG, die beim Festakt durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Werner Pfeifer vertreten wurde und die Medizinische Universität Innsbruck verbindet eine lange und ertragreiche Zusammenarbeit, die sich unter anderem in der engagierten Förderung des Lern- und Fortbildungszentrums für Chirurgie, des AbsolventInnenvereins der Medizinischen Universität, ALUMN-I-MED, und des Ilse & Helmut Wachter Stiftungspreises eindrucksvoll widerspiegelt. Für diese besonderen Verdienste um die Förderung der Ziele und Interessen der Medizinischen Universität Innsbruck erhielt die Hypo Tirol Bank AG die Ehrenbezeichnung Offizieller Förderer. „Die Hypo Tirol Bank AG versteht ihre soziale Verantwortung im Sponsoring von Projekten, mit denen sie sich identifiziert und die sie auch mitträgt“, unterstrich Laudator Univ.-Prof. Patrick Zorowka.

(dh)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 6.6.2009, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo