sanofi aventis Preise für junge Medizinerinnen

Prof. Lukas Huber, Mag. Verena Labi, Dr. Ilaria Cavaretta, Dr. Alexandra Edlmayer, Prof. Peter Loidl (v.l.)

5.12.2008

Gestern wurden im Claudianasaal in Innsbruck zwei Nachwuchsforscherinnen der Medizinischen Universität mit den diesjährigen Preisen der sanofi aventis Stiftung ausgezeichnet. Die Arbeit von Verena Labi wie auch die Abhandlung von Ilaria Cavarretta beinhalten Fragestellungen zum Thema Apoptose und wurden von der Jury als herausragende Forschungsleistungen anerkannt.

Foto: Prof. Lukas Huber, Mag. Verena Labi, Dr. Ilaria Cavaretta, Dr. Alexandra Edlmayer, Prof. Peter Loidl (v.l.)

Seit 1964 stellt die sanofi aventis Stiftung den Medizinischen Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien jährlich eine bedeutende Summe für hervorragende Forschungsarbeiten von Nachwuchswissenschaftern zur Verfügung. Das Preisgeld wird nach der Zahl der Medizinischen Institute und der Kliniken an den einzelnen Universitäten verteilt und in der Folge unter den Preisträgerinnen und Preisträgern aufgeteilt. Bestimmt wurden die PreisträgerInnen von einem Kuratorium der Universität.

Die feierliche Verleihung der Urkunden wurde im Claudianasaal in Innsbruck vollzogen, wo Dr. Alexandra Edlmayer, Medizinische Leiterin von sanofi aventis und Prof. Lukas Huber, Geschäftsführender Direktor des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck die beiden jungen Preisträgerinnen begrüßten und die besonderen Leistungen der jungen Wissenschafterinnen unterstrichen. Prof. Peter Loidl, Direktor der Sektion für Molekularbiologie am Biozentrum Innsbruck, skizzierte die untersuchten Fragestellungen der Preisträgerinnen und verwies auf die ähnlichen Untersuchungsmethoden sowie auf „konkrete, zu erwartende Auswirkungen auf die angewandte Medizin“. Die Merkmale beider Arbeiten, so Loidl, stimmten mit den Kriterien der sanofi aventis Stiftung, einem der renommiertesten Preise, überein.

Die Preisträgerinnen:

Mag. Verena Labi wurde 1978 in Knittelfeld geboren und absolviert nach ihrem Diplomstudium der Mikrobiologie seit 2003 ein Doktoratsstudium der Naturwissenschaften an der Medizinischen Universität Innsbruck. Ihre Dissertation zum Thema „Investigating the role of the BH3-only proteins Bim and Bmf in vivo”, die sie an der Division für Entwicklungsimmunologie bei Prof. Andreas Villunger begann, steht kurz vor der Vollendung. Zahlreiche ihrer Publikationen und Vorträge, die auf der Grundlage ihrer Forschungsarbeit im entwicklungsimmunologischen Labor entstanden und sich um das zentrale Thema Apoptose ranken, wurden bereits ausgezeichnet; etwa mit dem DOCFFORTE Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Förderung für das Projekt „The two BH3-only proteins Bim and Bmf cooperate in mediating apoptosis in the lymphatic system“ durch den Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF).

Das Thema Apoptose oder zellulärer Selbstmord – ein genetisch determiniertes Programm, das dazu dient, entartete, defekte oder überschüssige Zellen eines Organismus zu entfernen - steht auch im Mittelpunkt der aktuellen, von sanovi aventis prämierten Untersuchung. Basierend auf der Frage, wie das Zelltod auslösende Protein Bmf zur Ausbildung des Immunsystems und zum Schutz vor Tumorentstehung beiträgt, konnte Labi zeigen, dass Bmf eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer konstanten Zellzahl im Immunsystem spielt. Darüber hinaus ist das Vorhandensein von Bmf für die Zerstörung potentieller Tumorzellen wichtig: Zellen, denen Bmf fehlt, können durch Chemo- und Radiotherapie zum Teil deutlich schlechter abgetötet werden als Zellen mit funktionsfähigem Bmf. Das Verständnis der molekularen Grundlagen der Bmf-vermittelnden Tumorsuppression und der Wechselwirkung von Anti-Tumortherapie und Bmf ist essentiell für die Entwicklung neuer oder die Optimierung bestehender Behandlungsstrategien in der Onkologie.

Dr. Ilaria Cavaretta wurde 1968 in Mailand (I) geboren und beendete 2003 ihre Ausbildung in Endocrinologic and Metabolic Sciences am Institut für Endokrinologie an der Universität von Mailand mit der Arbeit “Roles of coactivators SRC-1, TIF2 and SRA in the modulation of estrogen receptor transcriptional activity: in vitro studies”. Für ihre Leistungen in der Forschung erhielt sie unter anderen 2001 den “Giovani Ricercatori-Preis” vom italienischen Wissenschaftsministerium verliehen, weiters 2007 den Preis der Medizinsichen Forschungsförderung Innsbruck (MFI) sowie das Stipendium “International Cancer Technology Transfer” (ICRETT) von der International Union Against Cancer. Seit 2003 ist sie an der Univ.-Klinik für Urologie im Urologogischen Labor von Prof. Zoran Culig beschäftigt.

In der von sanovi aventis geförderten Arbeit fokussierte Dr. Cavaretta ebenfalls das Thema Zelltod, genauer die Vermittlung der anti-apoptotischen Wirkung von Interleukin 6 (IL-6) im zellulären Modell des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms von Mcl-1. Die Expression von IL-6 ist im fortgeschrittenen Prostatakarzinom erhöht. IL-6 stimuliert das Wachstum von mehreren Prostatakarzinomzelllinien. Die Analyse konzentrierte sich auf die Frage, ob in einem Modell des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms, LNCaP-IL-6+ Zellen, die Inhibition von IL-6 die Apoptose beeinflusst. Dabei konnte Cavaretta zeigen, dass IL-6 die Expression von Mcl-1, einem anti-apoptotischen Protein der Bcl-2 Familie stimuliert. Die Behandlung von Zellen mit dem Anti-IL-6 Antikörper CNTO328 führte zur Induktion der Apoptose und Inhibition der Mcl-1 Expression. Die Hemmung der Mcl-1 Expression durch siRNA hat ebenfalls die Apoptose in LNCaP-IL-6+ Zellen stimuliert. Damit kommt die Inhibition der Mcl-1 Expression beim Prostatakarzinom als ein neuer Ansatz in der Therapie des Prostatakarzinoms in Frage.

(dh)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 5.12.2008, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook Logo