Internationale Anerkennung für Innsbrucker Gerichtsmediziner

Prof. Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin

5.10.2004

In Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten wurde Prof. Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen der 83. Jahrestagung der Gesellschaft in Göttingen statt, wo das dortige Institut für Rechtsmedizin sein hundertjähriges Bestehen feiern konnte.

Foto: Prof. Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin

Der Preis der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin wird einmal jährlich an den herausragenden Nachwuchswissenschaftler im Fach Rechtsmedizin verliehen. „Da die Deutsche Gesellschaft die größte einschlägige Vereinigung weltweit ist und in ihr Mitglieder aus zahlreichen Ländern vertreten sind, kommt dieser Auszeichnung besondere Bedeutung zu“, freut sich Prof. Richard Scheithauer, Vorstand des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck, über die Anerkennung für seinen Mitarbeiter.

Erfolgreiche Arbeit

Prof. Walther Parson ist Biologe und arbeitet seit zehn Jahren an den Grundlagen und der Anwendung der DNA Technologie (DNA Profiling, DNA Fingerprinting) in der Kriminaltechnik. Der gebürtige Innsbrucker hat eine Reihe von Studienaufenthalten an führenden Institutionen weltweit absolviert. DNA Untersuchungen in der Gerichtsmedizin werden heute, auch Dank seiner aktiven Tätigkeit in den relevanten internationalen wissenschaftlichen Vereinigungen, gerne mit „Innsbruck“ verbunden. In Österreich hat er sich als einer der "Köpfe" des Österreichischen DNA Zentrallabors, welches an der Gerichtsmedizin Innsbruck installiert ist, einen Namen gemacht. Neben der Forschung im Kernfach ist es ihm auch gelungen, molekularbiologische Technologie aus der Gerichtsmedizin für klinische Forschung nutzbar zu machen, was bei der Preisverleihung besonders gewürdigt wurde.

Der Blick in die Vergangenheit

DNA Standardanalysen werden normalerweise an der von Vater und Mutter vererbten Kern-DNA durchgeführt und sind für die Beantwortung der meisten forensischen Fragen aussagekräftig genug. Bestimmte Arten von Spuren, sowie besonders geringe oder besonders alte DNA-Proben bedürfen jedoch einer Analyse der von der Mutter weitergegebenen mitochondrialen DNA (mtDNA). Das ist eines der Spezialgebiete von Parson. Das molekularbiologische Labor am gerichtsmedizinischen Institut ist mit internationalen Aufträgen zur Identifikation betraut, der letzte spektakuläre Fall war die Untersuchung des Knochenfundes von Reinhold Messners verschollenem Bruder am Nanga Parbat. Die Analyse der mtDNA ist nicht nur in der forensischen Arbeit von Bedeutung, sondern auch zur Beantwortung populationsgenetischer Fragen interessant, da mit Hilfe der mtDNA die menschliche Stammesgeschichte (Phylogenese) und die phyleografische Verbreitung des Menschen rekonstruiert werden kann. Derzeit arbeitet Prof. Parson an einem internationalen Projekt zur Erstellung einer Referenz-mtDNA Datenbank für forensische, populationsgenetische und medizinisch-genetische Anwendungen, die den höchsten Qualitätsstandards genügt. Bis Ende des Jahres sollen die Vorarbeiten abgeschlossen sein.

(bs/cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 5.10.2004, 08:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo