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ÖAW-Stipendium für die Molekularbiologin Katia Schöler

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14.3.2018

Ein PhD-Projekt zum Thema „RNA und Krebs“ war der Wunsch, der für Katia Schöler, Mitglied des Graduierten-Kollegs MCBO, in Erfüllung gegangen ist. Für die Forschungen im Rahmen ihrer Dissertation, bei der die Rolle von kleinen RNA Molekülen, sogenannten „microRNAs“, in B-Zell-Lymphomen im Zentrum steht, wird die junge Molekularbiologin nun mit einem DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) unterstützt.

Mit dem Förderprogramm DOC unterstützt die ÖAW hoch qualifizierte DissertantInnen aus allen Gebieten der Wissenschaft. Das gut dotierte Stipendium ermöglicht NachwuchsforscherInnen, sich in konzentrierter Weise der Erstellung ihrer Dissertation zu widmen. Diese Unterstützung wird Katia Schöler, die in den Niederlanden Molekulare Biowissenschaften studiert und ihr Masterstudium in Cancer Biology in England absolviert hat, nun unter der Betreuung von Verena Labi an der Sektion für Entwicklungsimmunologie (Leiter: Andreas Villunger) nutzen, um ihre Dissertation zu vollenden. In ihrem Fokus steht dabei die Erforschung der Rolle von microRNAs bei Krebserkrankungen, mit dem Ziel das generelle Verständnis der Mechanismen der Krebsentstehung zu verbessern und effizientere Therapien entwickeln zu können.

Im Rahmen von Lymphomen, Krebserkrankungen des Blutes, kommt es zu Ansammlungen krankhaft veränderter Lymphozyten. Trotz verbesserter Behandlungsstrategien ist die Behandlung von Lymphomen sehr belastend und zeigt noch immer zu geringe Heilungsraten. „Veränderte DNA und Proteine sind die altbekannten Akteure in diesem Krankheitsgeschehen. Letzthin wurde aber auch erkannt, dass dabei auch bestimmte microRNAs eine wichtige Rolle spielen. Diese kleinen RNA Moleküle, welche durch Bindung an bestimmte Boten-RNA Moleküle (mRNAs) die Synthese von bestimmten krankheits-hemmenden Proteinen hemmen, können dadurch pathologische Veränderungen beschleunigen oder überhaupt erst ermöglichen“, erklärt Katia Schöler.

MicroRNAs sind sehr kurze Ribonucleinsäure-Moleküle. Jede einzelne microRNA kann daher an viele verschiedene mRNAs binden und so die Proteinzusammensetzung einer Zelle stark beeinflussen. Umgekehrt kann fast jede mRNA von vielen verschiedenen microRNAs erkannt werden. Nun ist es aber trotzdem so, dass die meisten dieser Interaktionen nur unter sehr bestimmten Bedingungen stattfinden.„Um diese Wechselwirkungen zwischen bestimmten microRNA:mRNA Paaren besser zu verstehen, haben wir ein Modell entwickelt, in dem wir gezielt in bestimmten Zellen solch eine Interaktion verhindern können“, erklärt Katia Schöler. Insbesondere interessieren uns dabei mRNA Moleküle, deren Proteinprodukte zellulären Selbstmord, auch Apoptose genannt, auslösen können. Um zu einer Krebszelle zu entarten müssen Zellen Wege finden, um Apoptose zu verhindern. Eine Möglichkeit dies zu tun ist gezielt die microRNA:Boten-RNA Interaktionen und somit die Menge von Apoptose-fördernden Proteine zu reduzieren.

„Wir konnten mithilfe unseres System bereits eine bestimmte microRNA:Boten-RNA Interaktion identifizieren, die in der Lymphomentstehung eine entscheidende Rolle spielt“, erklärt die junge Molekularbiologin. Nun untersucht sie, ob die Inhibition dieser spezifischen Interaktion mithilfe von kleinen modifizierten RNA-Stücken zum Tod von menschlichen Lymphomzellen führen kann.

„Es würde mich freuen, wenn unsere Ergebnisse möglicherweise zur Entwicklung von alternativen   Therapien von Lymphomen beim Menschen beitragen könnten“, so Schöler.

(D. Heidegger)

 

Links:

Förderprogramm DOC
https://stipendien.oeaw.ac.at/stipendien/doc/

Sektion für Entwicklungsimmunologie
http://www.apoptosis.at/

Biozentrum Innsbruck
http://biocenter.i-med.ac.at/

MCBO-Graduierten Kolleg
http://www.mcbo.at/pages.php?page=1

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 14.3.2018, 10:39:47ximsTwitter LogoFacebook Logo