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Großes Interesse: Mit Ärzte ohne Grenzen in Pakistan

ALUMN-I-MED Präsident Christoph Brezinka begrüßte die Vortragende Michaela Duggan-Peer im gut gefüllten Großen Hörsaal des Kinder-Herz-Zentrums in Innsbruck. Foto: MUI/ B. Hoffmann-Ammann.

19.1.2018

Sechs Monate war die Innsbrucker Gynäkologin für „Ärzte ohne Grenzen“ im Pakistan im Einsatz. Von den vielen Herausforderungen in dem Bezirkskrankenhaus im Norden dieses Landes berichtete die Oberärztin der Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Direktor: C. Marth) anschaulich. Das Interesse war sehr groß: Rund 160 TeilnehmerInnen waren der Einladung der AbsolventInnenorganisation ALUMN-I-MED gefolgt.

Die Innsbrucker Oberärztin Michaela Duggan-Peer war im Norden Pakistans, nicht unweit der Grenze zu Afghanistan tätig. Die Gynäkologin leitete dort sechs Monate lang die Geburtenstation des Bezirkskrankenhauses Timergara. 10.000 Babys erblicken pro Jahr in dem Hospital das Licht der Welt, häufig unter dramatischen Umständen. Eine schlechte Impfrate, Naturkatastrophen, Epidemien und politische Unruhen kennzeichnen das Einzugsgebiet des Bezirkskrankenhauses in dem über eine Millionen Menschen leben. Viele suchen viel zu spät ärztliche Hilfe auf und auch fehlende Vorsorgeuntersuchung führen dazu, dass die ÄrztInnen häufig um das Leben der Mütter und Kinder kämpfen müssen.

Flexibilität, Teamfähigkeit und Belastbarkeit
In ihrem anschaulichen Vortrag berichtete Michaela Duggan-Peer von den Herausforderungen im Alltag, im Beruf, ihren Erfahrungen mit den Patientinnen und dem Krankenhauspersonal. Zu den Aufgaben der Gynäkologin gehörte nicht nur die Versorgung der Patientinnen, sondern auch die Fortbildung und Einteilung des Personals vor Ort. Eine Herausforderung, schließlich fanden in der Klinik rund 30 Geburten pro Tag statt. Zum Vortrag waren neben vielen Interessierten auch ÄrztInnen gekommen, die ebenfalls überlegen, einen Einsatz für „Ärzte ohne Grenzen“ zu machen. „Flexibilität, Teamfähigkeit und hohe psychische und physische Belastbarkeit sind aus meiner Sicht die wichtigsten Eigenschaften, die Interessierte neben der notwendigen Qualifikation unbedingt mitbringen müssen“, erklärte Duggan-Peer. Ihre Zeit in Pakistan möchte sie jedenfalls nicht missen. Seit Anfang des Jahres ist wie wieder zurück an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Direktor: C. Marth).

„Ärzte ohne Grenzen/ Médecins sans Frontières (MSF)“
Ärzte ohne Grenzen/Médecins sans Frontières (MSF) wurde 1971 in Paris gegründet. Das internationale Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen setzt sich aus 24 Mitgliedsverbänden zusammen. Die österreichische Sektion von Ärzte ohne Grenzen besteht seit 1994 und hat ihren Sitz in Wien. Im Jahr 1999 wurde der Organisation in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen.

(B. Hoffmann-Ammann)

 

Weitere Informationen:

- Ärzte ohne Grenzen

- ALUMN-I-MED

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 19.1.2018, 10:39:00ximsTwitter LogoFacebook Logo