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Award of Excellence für Fabian Schuler und Nikola Komlenac

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung verleiht seit 2008 jährlich den Award of Excellence an die 40 besten AbsolventInnen von Doktoratsstudien innerhalb eines Studienjahres. Für ihre herausragenden Dissertationen wurden vergangene Woche auch Fabian Schuler und Nikola Komlenac von der Medizinischen Universität Innsbruck in der Aula der Wissenschaften in Wien ausgezeichnet.

Die Vergabe des Staatspreises erfolgt in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik und Medizin sowie Wirtschaft und Rechtswissenschaften, die AbsolventInnen werden von den RektorInnen der österreichischen Universitäten vorgeschlagen. Über den aus Mitteln der Studienförderung finanzierten und mit 3.000 Euro dotierten Award of Excellence  freuen sich in diesem Jahr auch Fabian Schuler, der an der Sektion für Entwicklungsimmunologie am Innsbrucker Biozentrum sein Doktorat absolviert hat sowie Nikola Komlenac, der sein PhD-Studium an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  abschloss, seine Dissertation jedoch an der von Margarethe Hochleitner geleiteten Gemeinsamen Einrichtung für Gendermedizin der Medizinischen Universität Innsbruck verfasste.

Die Rolle der Kinase CHK1 im Visier
Der 31-jährige Roppener Fabian Schuler forscht nach absolviertem Bachelor- und Masterstudium (Biologie und Molekulare Zell- und Entwicklungsbiologie) und seinem Doktorat im PhD-Programm „Molecular Oncology“ an der Medizinischen Universität Innsbruck als PostDoc an der Sektion für Entwicklungsimmunologie (Leiter Andreas Villunger) am Innsbrucker Biozentrum. Der erst kürzlich mit dem Sanofi-Preis ausgezeichnete Biologe befasste sich in seiner Dissertation mit der Schlüsselrolle der Kinase CHK1 in der B-Zell-Entwicklung und in der Entstehung sowie beim Überleben von B-Zell-Lymphomen. Proteinkinasen sind essentiell an jeglichen Prozessen innerhalb einer Zelle und somit auch an der Entstehung, am Überleben und der Metastasierung von Tumoren beteiligt. Mit sogenannten Kinasehemmern gelingt es der modernen Krebstherapie heute, die Weiterleitung von Wachstumsreizen oder lebensrettenden Kontrollsignalen zu unterbinden, sodass Krebszellen dadurch zerstört werden können. Ein Problem dabei stellt allerdings die Entwicklung einer Apoptoseresistenz von p53-defizienten Tumorzellen dar. Fabian Schuler untersuchte im Detail, wie CHK1-Inhibitoren den Zellzyklus stören und Zelltod induzieren können. „Wir konnten beobachten, dass menschliche Tumorzellen besonders anfällig auf CHK1 Hemmung sind und die Entwicklung von B-Zelltumoren gestört ist, wenn die Aktivität von CHK1 genetisch um 50 Prozent reduziert wird“, berichtet Schuler. Mit Hilfe von Untersuchungen an primären B-Zellen der Maus konnte nun erstmals beschrieben und nachgewiesen werden, dass CHK1-Hemmung sowohl in malignen als auch in gesunden B Zellen hoch toxisch wirkt.

Gendermedizin im Fokus
Der von der Leopold Franzens Universität Innsbruck ausgewählte Dissertant Nikola Komlenac studierte von 2009 bis 2014 Psychologie an der Universität Wien und kam anschließend für das Doktorratsstudium an das Institut für Psychologie nach Innsbruck. Seine Dissertation verfasste er im Rahmen seiner Tätigkeit als Prae-Doc an der Gemeinsamen Einrichtung für Gendermedizin am Frauengesundheitszentrum der  Universitätskliniken Innsbruck. Im Fokus seiner Forschung steht die sexuelle Gesundheit von Männern mit besonderer Berücksichtigung der Zusammenhänge zwischen Männlichkeit, sexuellen Funktionsstörungen und Gesprächen über die Sexualität im ärztlichen Kontext. Im Rahmen seiner Interview- und Fragebogenstudie fand Komlenac  heraus, dass ein relevanter Anteil von Patienten von selbst-berichteten sexuellen Funktionsstörungen betroffen ist und aus Perspektive dieser Patienten ein häufiger Wunsch darin besteht, dass ÄrztInnen aktiv nach der sexuellen Gesundheit fragen. „Aus der Studie geht außerdem deutlich hervor, dass beim Umgang mit dem Thema Sexualität männliche Normen, Erwartungshaltungen und die Gefühle der Männer, die bei Nichteinhaltung und Nichterreichen dieser Normen auftreten können, zu beachten sind und sensibel vorzugehen ist“, so Komlenac, der auch in seinen gegenwärtigen Forschungsarbeiten an der Einrichtung für Gendermedizin darauf abzielt, eine erhöhte Sensibilisierung für ÄrztInnen-PatientInnen-Gesprächen über sexuelle Gesundheit zu schaffen und damit die Behandlungsmöglichkeiten für PatientInnen und ÄrztInnen langfristig zu verbessern.  

(D. Heidegger / A. Schönherr)

Links:

Checkpoint kinase 1 is essential for normal B cell development and lymphomagenesis. Fabian Schuler, Johannes G. Weiss, Silke E. Lindner, Michael Lohmüller, Sebastian Herzog, Simon F. Spiegl, Philipp Menke, Stephan Geley, Verena Labi & Andreas Villunger. Nature Communications 8, Article number: 1697 (2017)

Sektion für Entwicklungsimmunologie

Associations between gender role conflict, sexual dysfunctions, and male patients’ wish for physician–patient conversations about sexual health. In: Psychology of Men & Masculinity

Gender Medicine Unit



© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 13.12.2018, 15:51:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo