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Auszeichnung für MSA-Forschung

Nadia Stefanova, die Leiterin des Labors für translationale Neurodegeneration an der Abteilung für Neurobiologie (Leiter: Gregor K. Wenning) wurde im Vorfeld des Welt-MSA-Tages am 3. Oktober mit dem JiePie Schouppe Award 2018 für ihre herausragenden Forschungen zur Multisystematrophie ausgezeichnet. Damit geht die renommierte Anerkennung nach der Verleihung an Gregor K. Wenning 2014 bereits zum zweiten Mal nach Innsbruck.

Die Multisystematrophie (MSA) ist eine seltene neurologische Erkrankung – in Österreich sind es rund 1.000, europaweit etwa 40.000 PatientInnen –, die durch den Untergang von Zellen in bestimmten Regionen des Gehirns verursacht wird. Klinisch entwickeln MSA-PatientInnen häufig ein Parkinson-Syndrom sowie autonomes Versagen. Für die MSA spezifisch ist das Nicht-Ansprechen auf die Parkinson-Therapie, was zum rasch progressiven Verlauf der Krankheit beiträgt. Vor diesem Hintergrund kommt der Entwicklung einer effizienten Therapie eine vordringliche Rolle zu. Eine wesentliche pathogene Rolle spielt das neuronale Protein Alpha-Synuclein das im gesunden Gehirn nicht in glialen Zellen gebildet wird, bei der MSA allerdings vor allem in oligodendroglialen Zellen vorkommt.

International sichtbare MSA-Forschung
Gemeinsam mit Gregor Wenning, ausgewiesener MSA-Experte an der Universitätsklink für Neurologie (Direktor: Werner Poewe), bildet Nadia Stefanova eines von wenigen Teams weltweit, das bereits seit vielen Jahren intensiv zu MSA und zu Alpha-Synuclein forscht und in der Folge zahlreiche innovative Beiträge zu Pathomechanismen, Therapieoptionen und diagnostischen Markern von MSA liefern konnte. Die experimentelle MSA Forschung ist mittlerweile ein zentrales, auch FWF-gefördertes Thema des Spezialforschungsbereichs „Cell signaling in chronic CNS disorders“ (SFB F-44) und des PhD Exzellenzprogramms „Signal processing in neurons“ (SPIN). Für den Standort als ausgewiesenes MSA-Zentrum spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass der JiePie Schouppe Award bereits zum zweiten Mal nach Innsbruck geht.

Nadia Stefanova (r.) bei der Preisverleihung mit Jan Jambon, Vizepremier Belgien, Ritje Schouppe-Moons, Präsidentin des Verwaltungsrates (3.v.r.) und Christine Huybrechts, Schatzmeisterin (2.v.r.).

Bei einem feierlichen Fundraising-Dinner im Beisein des belgischen Vizepremiers Jan Jambon im Rahmen des Internationalen MSA-Symposiums im September in Antwerpen wurde Nadia Stefanova nun der renommierte Award für MSA Forschung verliehen. Die JiePie Schouppe Award zielt auf ein breiteres Bewusstsein für MSA und die Förderung von MSA-Forschung ab und wird von der belgischen Politik auch aufgrund eines MSA-bedingten Todesfalls eines Parlamentariers in besonderem Maße unterstützt.

Ausschlaggebend für die Verleihung des Preises waren Stefanovas herausragende Erkenntnisse auf der Grundlage eines von ihr entwickelten und etablierten transgenen Mausmodells, mit dem ein geeignetes präklinisches Testbett für die Untersuchung innovativer Therapieansätze wie Gentransfer und Stammzelltransplantation geschaffen wurde. Das Innsbrucker MSA-Modell ist weltweit das einzige, welches analog zur humanen Krankheitsentstehung genetische und exogene Faktoren vereinigt, sodass schließlich auch klinische Studien etwa mit den Substanzen Rasagilin, Minocyclin und AZD 3241 durchgeführt werden konnten bzw. auch die Erkenntnis gewonnen werden konnte, dass die mikrogliale Aktivierung ein zentraler pathogener Mechanismus in der Entstehung der MSA ist. „Auch aktuell laufen präklinische Studien mit Immuntherapien und mit dem Proteinaggregationshemmer Anle 138b im Rahmen des EU-Projekts ARTEMIS“, erzählt die gebürtige Bulgarin Stefanova, die – inzwischen Österreicherin – schon seit 19 Jahren an der Innsbrucker Neurologie aktiv ist.

(D. Heidegger)

Links:

Labor für experimentelle Neurodegenerationsforschung
https://www.i-med.ac.at/neurobiology/forschung/neurodegenerationsforschung.html

Abteilung für Neurobiologie
https://www.i-med.ac.at/neurobiology/

Univ.-Klinik für Neurologie
https://www.i-med.ac.at/neurologie/

SFB-F44 Cell signaling in chronic CNS disorders
https://www.uibk.ac.at/pharmazie/pharmakologie/sfb-f44/

Doktoratskolleg Signal Processing In Neurons (SPIN)
https://www.neurospin.at/content/home/

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 16.10.2018, 09:03:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo