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Synuclein-Kongress in Athen mit Innsbrucker Know-How

„20 Jahre Synuclein“ lautete das Motto des diesjährigen Synuclein-Kongresses im September in Athen, bei dem die Univ.-Klinik für Neurologie (Direktor o.Univ.-Prof. Dr. Werner Poewe) mit einem starken Team vertreten war und in dessen Planung und Vorbereitung die Innsbrucker MSA- und Parkinson-ExpertInnen Univ.-Prof. Dr. Gregor Wenning und Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Nadia Stefanova maßgeblich eingebunden waren.

Die Erforschung und Behandlung von Parkinson wie auch der Parkinson ähnlichen Erkrankung Multisystematrophie (MSA) haben im Rahmen des neurowissenschaftlichen Schwerpunktes an der Medizinischen Universität Innsbruck einen besonderen Stellenwert. Das Protein Alpha-Synuclein ist ein Hauptbestandteil von intrazellulären Proteinaggregaten bei der Parkinson-Krankheit, der MSA und der Lewy-Körper Demenz. Diese neurodegenerativen Erkrankungen werden deshalb auch als Alpha-Synucleinopathien bezeichnet.

Plattform für wissenschaftlichen Austausch
„Für unsere MSA-Forschung ist das Synuclein-Meeting die wichtigste Plattform, um sich über neue Erkenntnisse zu Parkinson und andere Synukleinopathien wissenschaftlichen auszutauschen“, bestätigt Gregor Wenning, Leiter der Abteilung für Neurobiologie und ausgewiesener MSA-Experte, der gemeinsam mit Nadia Stefanova, Leiterin des Neurobiologischen Forschungslabors, bereits zahlreiche  innovative Beiträge zur MSA-Forschung liefern konnte, etwa mit der Entwicklung eines transgenen Mausmodells.

Parkinson und Multisystematrophie (MSA) – zwei ähnliche, neurodegenerative Erkrankungen – haben ein gemeinsames pathologisches Merkmal: die Anhäufung des Proteins alpha-Synuclein in bestimmten Zellen des Zentralnervensystems. Das Protein, das in der aktuellen Ursachen- und Therapie-Forschung für neurodegenerative Erkrankungen eine Schlüsselrolle einnimmt, stand auch Im Fokus des Treffens in Athen. Seine intensive Erforschung wurde mit der Entdeckung von Synuclein in Lewy-Körperchen von Parkinson-Gehirnen 1997 durch die Neurowissenschafterin Maria Gracia Spillantini – prominente Gast-Vortragende in Athen – rasant hochgetrieben. Spillantinis Entdeckung wurde durch die Beschreibung einer autosomal-dominanten Synuclein Mutation bei Parkinsonfamilien in Griechenland und Italien stimuliert. Die an der Universität Cambridge forschende Neurowissenschafterin entwickelte Antikörper gegen Synuclein, wodurch das Protein in Lewy-Körperchen sichtbar gemacht werden konnte.

Weitere Sitzungen des Meetings befassten sich unter anderem mit der Pathogenese  von Synucleinopathien und wie es zu den prion-ähnlichen Oligomeren und pathogenen posttranslationalen Synuclein-Modifikationen kommt. Ebenso wurden die Themen Bildgebung, Biomarker- und Therapie-Forschung behandelt.

Auf dem wissenschaftlichen Programm standen auch zahlreiche weitere Erkenntnisse zu Parkinson, MSA und Lewy-Körper-Demenz, so auch in den Vorträgen von Nadia Stefanova und Gregor Wenning, die im Rahmen ihrer Beteiligung am EU-Projekt ARTEMIS innovative Forschungsansätze mit der aktiven und passiven Immunisierung verfolgen. „Vor allem aktive Impfungen zeigen im Tiermodell gute Ergebnisse. Dabei wird ein neu entwickeltes Vakzin eingesetzt, um im Körper die Bildung von bluthirnschranken-gängigen Alpha-Synuclein abbauenden Antikörpern anzuregen“,  wissen Stefanova und Wenning. Diskutiert wurde auch die therapeutische Unterbindung der toxischen Synuclein-Formen mit dem Proteinaggregationshemmer „Anle 138b“.

(D. Heidegger)

Links:

Synuclein-Kongress 2017
http://www.synuclein2017.org/

Abteilung für Neurobiologie
https://www.i-med.ac.at/neurobiology/

Univ.-Klinik für Neurologie
https://www.i-med.ac.at/neurologie/

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 12.10.2017, 15:25:19ximsTwitter LogoFacebook Logo