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Auf Erfolgskurs: CD-Labor für invasive Pilzinfektionen

Das im Mai 2015 eingerichtete CD-Labor für invasive Pilzinfektionen unter der Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Cornelia Lass-Flörl, Direktorin der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, wurde kürzlich von einem internationalen Gutachter-Team positiv evaluiert. Mit diesem Ergebnis kann die innovative Forschungsarbeit des Labors bis 2022 weiter betrieben werden.

Infektionskrankheiten – weltweit eine der häufigsten Todesursachen – stehen im Fokus des CD-Labors von Prof.in Cornelia Lass-Flörl, Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie und ausgewiesene Expertin für die Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Prävention von Pilzinfektionen. Pilzinfektionen und Mykosen haben aufgrund der steigenden Zahl stark immungeschwächter oder schwer kranker PatientInnen sowie eingeschränkter therapeutischer Interventionsmöglichkeiten mangels potenter Medikamente in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. „Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel“, so Laborleitern Cornelia Lass-Flörl, „die Ausbreitung von Krankenhausinfektionen mittels multidimensionalem Präventionsansatz zu stoppen“. Nachdem zahlreiche Erreger nosokomialer Infektionen das Umfeld der PatientInnen kontaminieren, dort Wochen bis Monate auf trockenen Oberflächen überleben und so über direkte bzw. indirekte Kontakte zur Infektionsquelle werden, sollen innovative molekularbasierende Diagnostiken von Pilzinfektionen realisiert, diverse antifungale Kombinationstherapien untersucht und bewertet und Materialsysteme für keimfreie Oberflächen erforscht und entwickelt werden.

Neues vielversprechendes Modul
Gleichzeitig mit der positiven Beurteilung der bisherigen Forschungsleistung hat das Gutachterteam auch ein weiteres Modul im Rahmen des CD-Labors befürwortet und genehmigt. Unter dem Titel „The Innsbruck University Hospital environmental microbiome – the role of multidrug resistant populations (HospResistosome)“ nimmt  Assoz. Prof.in Dr.in Dorothea Orth-Höller, Leiterin des Diagnostiklabors an der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie und Mitverantwortliche dieses Teilprojektes, gemeinsam mit dem neuen Partner tirol kliniken  neu errichtete, noch unbenützte und unbesiedelte Stationen unter die Lupe. „Uns interessiert das Umweltmikrobiom und welchen Einflüssen und Entwicklungen es im Verlauf einer Stationsbesiedelung unterliegt. Ob resistente Keime an die Umwelt abgegeben werden bzw. wie lange diese in der Krankenhausumwelt überleben, wird mit neuen molekularbiologischen Methoden  untersucht werden“, erklärt die Mikrobiologin Dorothea Orth-Höller.

Die Ergebnisse dieses neuen, bis 2022 genehmigten Moduls sollen einen wichtigen Beitrag für das große Forschungsziel des CD-Labors liefern, nämlich gemeinsam mit den tirol kliniken und den Industriepartnern Fritz Egger GesmbH & Co OG und Gilead Sciences GesmbH neuartige antimikrobielle und resistenzunabhängige Oberflächen mit rasch abtötender Wirksamkeit zu entwickeln und so die Rate an Krankenhausinfektionen reduzieren zu helfen.

Hintergrund CD-Labors
CD-Labors werden auf Grundlage des UG 2002 an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft für maximal sieben Jahre eingerichtet und werden von hoch qualifizierten Wissenschafterinnen und Wissenschaftern geleitet. Die Finanzierung des Labors erfolgt je zur Hälfte durch die öffentliche Hand und Unternehmenspartner. Damit fördert die CDG die anwendungsorientierte Grundlagenforschung und ermöglicht der Wirtschaft den effektiven Zugang zu neuem Wissen.

(D. Heidegger)

Links:

Christian Doppler Labor für invasive Pilzinfektionen
https://www.i-med.ac.at/cdlabor_hmm_innsbruck/index.html

Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
https://www.i-med.ac.at/hygiene/index.html.de

Christian Doppler Forschungsgesellschaft
https://www.cdg.ac.at/

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 3.7.2017, 10:54:48ximsTwitter LogoFacebook Logo