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Freuen sich über neu eingeworbene Drittmittel, v.l.: Gregor Thalhammer, Gabriele Baier-Bitterlich, Gottfried Baier und Bernhard Flucher.

Weitere Drittmittelprojekte an der Medizinischen Universität Innsbruck

Mit der Entscheidung der 63. Kuratoriumssitzung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) werden an der Medizinischen Universität Innsbruck drei neue Einzelprojekte gefördert: Es sind die Forschungsvorhaben von Univ.-Prof. Dr. Gottfried Baier (gemeinsam mit Co-Autorin und Ehefrau ao.Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Baier-Bitterlich), ao.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Flucher und Assoz. Prof. Dr. Gregor Thalhammer.

Das Ziel des FWF, Österreichs zentraler Einrichtung zur Unterstützung der Grundlagenforschung, ist die Stärkung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Österreichs im internationalen Vergleich sowie seiner Attraktivität als Wissenschaftsstandort. Höchste wissenschaftliche Qualität auf internationalem Niveau stellt die zentrale Anforderung für Einzelprojekte dar, die durch das Kuratorium des FWF auf Grundlage einer internationalen Begutachtung für drei bis vier Jahre gefördert werden.

Drei neue Einzelprojekte:

„Funktion der Adenosin-A2A-Rezeptor (A2AR)-vermittelten IL-10 Regulation in der Pathophysiologie von Autoimmunerkrankungen“, Joint Venture Univ.-Prof. Dr. Gottfried Baier, Sektion für Zellgenetik und ao.Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Baier-Bitterlich, Sektion für Neurobiochemie

Das neu genehmigte FWF-Projekt stellt eine Erweiterung bereits durchgeführter Studien zur komplexen Biologie von A2AR als wesentlichen Immun-Checkpoint dar und wird als Joint Venture von zwei Gruppen mit interdisziplinärer Kernkompetenz durchgeführt: zum einen die Immunzellen-intrinsische Signaltransduktion, die ursächlich an Autoimmunität beteiligt ist (Group Gottfried Baier), zum anderen die entzündlichen Prozesse im ZNS, die durch Adenosinrezeptoren vermittelt werden (Group Gabriele Baier). „Unsere präklinischen Forschungen sollen dabei ein detailliertes Verständnis der zugrunde liegenden Schlüsselaspekte des immunsuppressiven A2AR-Signalwegs im entzündeten Gewebe erarbeiten“, erklären Gottfried und Gabriele Baier. Als translationalen Aspekt stellen diese molekularen Mechanismen, die insbesondere in myeloiden Zellen von A2AR bestimmt werden, einen vielversprechenden und innovativen Ansatz dar, Signalschwellen zur Behandlung von Autoimmunität und möglicherweise auch anderen Immunerkrankungen therapeutisch zu modulieren.

„Der molekulare Mechanismus zur Regulierung der Spannungsabhängigkeit von Kalziumkanälen“, ao.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Flucher, Sektion für Physiologie

Spannungsaktivierte Kalziumkanäle nehmen eine Schlüsselrolle in der Funktion von Nerven- und Muskelzellen ein, indem sie elektrisch Signale in der Zellmembran erkennen und mittels Kalziumeinstroms Zellfunktionen wie die Sekretion von Neurotransmittern und Hormonen, die Kontraktion von Muskeln, oder die Aktivitäts-abhängige Genregulation steuern. Entsprechend dazu führen krankhafte Veränderungen von Kalziumkanälen zu einer Vielzahl von Erkrankungen, wie Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Diabetes und diverser neurologischer und psychiatrischer Krankheiten. In dem neu bewilligten Forschungsprojekt kommen hoch empfindliche molekulare und elektrophysiologische Methoden, kombiniert mit neuen Computermodellen zur Anwendung, um die molekularen Mechanismen der Kalziumkanalaktivierung zu entschlüsseln. „Unsere Resultate sollen die Kenntnis der Funktionsweise von Kalziumkanälen erweitern und die Wissensbasis für die zukünftige Entwicklung spezifischer Medikamente zur Behandlung dieser Krankheiten legen“, betont Projektleiter Bernhard Flucher.

„Direkte Messung von Licht-Drehmomenten“, Assoz. Prof. Dr. Gregor Thalhammer, Sektion für Biomedizinische Physik

Um mikroskopisch kleine Teilchen wie Zellen oder Mikroorganismen ohne Berührung festzuhalten, kommt ein Laserstrahl zum Einsatz (optische Pinzette). Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung und Charakterisierung neuartiger, praktisch anwendbarer Messmethoden, um nicht nur Lichtkräfte, sondern auch von Licht ausgeübte Drehmomente zu messen, die zu einer Rotation des gefangenen Teilchens führen. Dabei wird ausgenützt, dass der Laserstrahl durch das gefangene Teilchen abgelenkt wird. Durch Analyse der gemessenen Veränderung der Richtungsverteilung des Lichts, lassen sich die übertragene Kraft und das Drehmoment direkt messen. „Um die für diese anspruchsvolle Messung erforderlichen detaillierten Kenntnisse über das Lichtfeld zu gewinnen, greifen wir auf Methoden der digitalen Holographie zurück, sodass auch einzelne Kräfte und Drehmomente von mehreren, gleichzeitig gefangenen Teilchen individuell berechnet werden können, ohne Information über Größe, Form oder Material der Teilchen zu benötigen“, erklärt Thalhammer den Vorteil der Methode, mit  der auch Zellen mit unregelmäßiger, variierender Form untersucht werden können.

 

(D. Heidegger)

 

Weitere Informationen:

 

FWF
https://www.fwf.ac.at/de/

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 1.6.2017, 14:35:00ximsTwitter LogoFacebook Logo