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Neue Hertha-Firnberg-Stipendien für die Medizinische Universität Innsbruck

In Kooperation mit dem Land Tirol hat der Österreichische Wissenschaftsfonds FWF vor kurzem drei neue Projekte von Forscherinnen der Medizinischen Universität Innsbruck im Frauenförderungsprogramm "Hertha Firnberg“ genehmigt. Mit den Stipendien soll die Karriere junger und vielversprechender Wissenschafterinnen gezielt unterstützt werden.

In den letzten beiden Vergaberunden durch das FWF-Kuratorium gingen drei Firnberg-Stipendien an Forscherinnen der Medizinischen Universität Innsbruck. Die neuen Stipendiatinnen sind Mag.a Julia Höfer PhD von der Universitätsklinik für Urologie, Mag.a Daniela Anna Ortner-Tobider PhD von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie und Dr.in Mag.a Johanna Gostner von der Sektion für Medizinische Biochemie des Biozentrums Die Urkunden wurden in einer kürzlich abgehaltenen Feierstunde des FWF in Wien übergeben.

Das "Hertha Firnberg"-Stipendium ist ein Postdoc-Programm zur Förderung von Frauen, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen. Ziel ist es, junge und hervorragend qualifizierte Wissenschafterinnen im Sinne einer gezielten Karriereentwicklung bei ihrem Einstieg in eine Universitätslaufbahn zu unterstützen und ihnen eine finanzierte Stelle an der jeweiligen Forschungsstätte zu bieten.

Drei neue Hertha-Firnberg-Stipendiatinnen

Dr.in Mag.a Julia Höfer forscht an der Universitätsklinik für Urologie (Direktor Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger) in der Arbeitsgruppe des Molekularbiologen ao.Univ.-Prof. Dr. Zoran Culig. In ihrem Firnberg-Projekt erforscht die junge Wissenschafterin die Rolle von PIAS1 in DNA-Reparaturmechanismen bei Prostata- und Brustkrebszellen. Prostata- und Brustkrebs sind bei Männern und Frauen die häufigsten Tumorarten und auch unter den führenden tumorbedingten Todesursachen. Die häufig zum Einsatz kommende, jedoch durch das Auftreten von Resistenzen im Erfolg begrenzte Radiotherapie zielt darauf ab, DNA Schäden in den Tumorzellen zu verursachen, welche dann zum Zelltod führen. PIAS-Proteine sind unter anderem in jene Mechanismen involviert, die für die Reparatur von DNA-Schäden verantwortlich sind. „Interessanterweise wird PIAS1 im Prostatakarzinom mit ansteigender Malignität vermehrt erzeugt. PIAS1 herunterzuregulieren könnte daher dafür sorgen, dass Krebszellen auf die Strahlentherapie empfindlicher reagieren“, beschreibt Julia Höfer die relevante Rolle des Proteins bzw. die Ausrichtung ihrer aktuellen Forschungsinteressen, in denen sie von ihrem Teamkollegen und Mentor Dr. Mag. Martin Puhr unterstützt wird.

Die Biologin Dr.in Mag.a Daniela Anna Ortner-Tobider ist Mitarbeiterin der Forschungsgruppe um Ass.-Prof.in Dr.in Patrizia Stoitzner an der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie (Direktor Univ.-Prof. Dr. Matthias Schmuth) und fokussiert dabei auf die Entwicklung einer Immuntherapie gegen Hautkrebs. Um zu verstehen, wie Tumorzellen ihrer Zerstörung durch das Immunsystem entkommen,  nimmt die Jungforscherin  in diesem Projekt Langerhans Zellen – die dendritischen Zellen der Haut – und natürliche Killerzellen im Rahmen der Krebs-Immunüberwachung unter die Lupe. Langerhans Zellen sind Immunzellen, die eindringende Krankheitserreger überwachen, ihre funktionelle Rolle bei der Immunüberwachung gegenüber Hauttumoren ist aber weitgehend unbekannt. „Unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl natürlicher Killerzellen und Langerhans Zellen im Verlauf der Tumorentstehung abnimmt, was auf ihre wichtige Rolle für die Immunüberwachung gegenüber Tumoren hindeutet. Nun gilt es zu untersuchen ob eine Interaktion der beiden Zelltypen in der frühen Tumorabwehr stattfindet und ob der Tumor selbst oder Tumor infiltrierende Zellen die Eliminierung dieser beiden Immunzelltypen auslöst“, erklärt Ortner-Tobider.

Dr.in Mag.a Johanna Gostner aus der Arbeitsgruppe um ao. Univ.-Prof. Dr. Florian Überall von der Sektion für Medizinische Biochemie (Direktor Univ.Prof. Dr. Ludger Hengst) des Biozentrums untersucht in ihrem Hertha-Firnberg-Projekt den Einfluss von volatilen, also flüchtigen Stoffen auf Epithel-Immunzell-Interaktionen. Dabei werden vor allem leicht flüchtige Substanzen untersucht, die in therapeutisch verwendeten essenziellen Ölen enthalten sind. Diese Stoffe bergen ein großes Potenzial aufgrund entzündungshemmender und antimikrobieller Eigenschaften, allerdings sind auch allergische und toxische Wirkungen beschrieben. Über die Signalwirkung solcher Stoffe in den Zielgeweben ist jedoch wenig bekannt. Neue Erkenntnisse können helfen, Risiken besser abzuschätzen, unerwünschte Reaktionen zu vermeiden und das therapeutische Spektrum für volatile Substanzen zu erweitern. Im Projekt kommt ein eigens entwickeltes Expositionsinkubationssystem zum Einsatz, mit welchem volatile Stoffe luftgetragen auf spezielle Zellmodelle aufgebracht werden können. Ein wichtiger immunregulatorischer Stoffwechselweg, der in diesem Zusammenhang detaillierter untersucht werden soll, ist der Abbau von Tryptophan durch das Enzym Indolamin 2,3-Dioxygenase.

(D.Heidegger)

 

Links:

Hertha-Firnberg-Programm
https://www.fwf.ac.at/de/forschungsfoerderung/fwf-programme/firnberg-programm/

Univ.-Klinik für Urologie
http://urologielabor-innsbruck.uki.at/page.cfm?vpath=index

Labor Prof. Culig
http://www.zculig.org/

Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie
https://www.i-med.ac.at/patienten/ukl_dermatologie.html

Labor zu Langerhans Zellen
http://dermatologie.uki.at/page.cfm?vpath=forschung/laboratory-for-langerhans-cell-research#Staff

Biozentrum Innsbruck
http://biocenter.i-med.ac.at/

Sektion für Medizinische Biochemie
https://www.i-med.ac.at/imcbc/medclinchemfolder/medclinchem.html

Eco- & Nutritional Biochemistry
https://www.i-med.ac.at/imcbc/staff_doc/ueberall_florian.html 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 19.3.2015, 09:26:34ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo