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Tiroler Wissenschaftsfonds fördert exzellente Nachwuchsforschung

Vergangenen Freitag wurden im Rahmen eines Festaktes bereits zum 13. Mal Fördermittel des Tiroler Wissenschaftsfonds an Forscherinnen und Forscher der Innsbrucker Universitäten vergeben. Unter den FördernehmerInnen finden sich auch sieben junge Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck, deren herausragende Forschungsprojekte nun zielgerichtet unterstützt werden.

Die Verleihung der Förderzusagen des Tiroler Wissenschaftsfonds für die im Rahmen der Ausschreibung im Jahr 2014 ausgewählten Projekte fand am 30. Jänner im Kaiser-Leopold-Saal der Universität Innsbruck statt. Landesrat DI Bernhard Tilg und die Rektorinnen und Rektoren der Tiroler Hochschulen begrüßten die jungen WissenschafterInnen, deren vielversprechende Forschungsvorhaben im Anschluss kurz vorgestellt wurden. Von den an der Medizinischen Universität Innsbruck eingereichten 44 Anträgen werden somit sieben evaluierte Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von über 185.000,-- Euro unterstützt. Rektorin o.Univ.-Prof.in Dr.in Helga Fritsch betonte in ihren Begrüßungsworten die Notwendigkeit gezielter Forschungsförderung für die Stärkung einer effizienten, translationalen Medizin und vor allem für die junge Wissenschaft.

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses in Tirol wurde auf Initiative des Landes Tirols geschaffen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der wissenschaftlichen Forschung in Tirol zu sichern und vielversprechenden wissenschaftlichen Vorhaben von vor allem jungen Forscherinnen und Forschern eine Anschubfinanzierung zu geben. Antragsberechtigt sind WissenschafterInnen und der wissenschaftliche Nachwuchs der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Innsbruck, der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT), der Pädagogischen Hochschule Tirol, der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith-Stein, des Management Center Innsbruck (MCI), der FH Kufstein und der FHG - Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol.

Die nächste Ausschreibung findet voraussichtlich vom 1. Februar bis zum 31. März 2015 statt.

Tiroler Wissenschaftsfonds, Ausschreibung 2014 – FörderungsempfängerInnen der Medizinischen Universität Innsbruck in alphabetischer Reihenfolge:

“The role of autophagy inhibition in oligodendroglial cytoplasmic inclusion formation in multiple system atrophy”, Mag.a Lisa Fellner PhD

Die neurodegenerative Erkrankung Multisystematrophie steht im Mittelpunkt des Projekts der jungen Neurowissenschafterin Lisa Fellner (Abteilung für Neurobiologie). Ein wichtiges pathologisches Merkmal sind alpha-Synuklein positive Einschlüsse in Oligodendrogliazellen, welche vermutlich auf eine Fehlfunktion des Proteinabbaus zurückzuführen sind. Durch die gezielte Hemmung verschiedener Faktoren des Proteinabbausystems soll nun ein detaillierter Einblick in die Entstehung dieser Einschlusskörperchen ermöglicht und damit ein Angriffspunkt für neue Therapiestrategien gefunden werden.

“Systematic analysis of the miR-26 family in lymphocyte development and cancer”, Dr. Sebastian Herzog

In seinem Projekt befasst sich der Biologe Sebastian Herzog, Mitarbeiter an der Sektion für Entwicklungsimmunologie, mit einer bestimmten nichtkodierenden RNA-Klasse, der microRNA-26-Familie. Diese scheint eine wichtige Funktion in der normalen Entwicklung des Immunsystems und somit eine zentrale Rolle für die körpereigene Abwehr einzunehmen. Nachdem ein Zuviel an miR-26 auch die Entwicklung von Krebserkrankungen induzieren und antreiben könnte, sollen nun die Hintergründe dieser beiden Funktionen sowohl unter physiologischen als auch unter pathologischen Bedingungen, im Detail untersucht werden.

“Testing Bim as a functional target of miR-17~92”, Dr.in Verena Labi

In ihrem nun vom TWF unterstützten Projekt beschäftigt sich die Mikrobiologin Verena Labi (Sektion für Entwicklungsimmunologie) mit kleinen, regulatorischen RNA-Molekülen - den MicroRNAs - und deren Funktion und Einfluss auf die normale Entwicklung als auch die Entstehung von Tumorerkrankungen im Immunsystem. Im Mittelpunkt stehen dabei die zelltodhemmenden microRNAs 17-92 und deren Interaktion mit dem wichtigen zelltodfördernden Zielgen Bim im Zusammenhang mit der Entstehung und der Therapierbarkeit von Lymphomen (Lymphdrüsentumoren).

 “Mesodermale - eptheliale interactions in prepuces of boys with and without hypospadias, `chordees´ and prenatale organogenesis of the distal urethra”, Dr.in Elisabeth Pechriggl

In ihre Studie fokussiert Elisabeth Pechriggl,  Assistenzärztin an der Sektion für Klinisch-Funktionelle Anatomie, auf die häufigste genitale Fehlbildung bei männlichen Neugeborenen – die Hypospadie, eine angeborene Entwicklungsstörung der Harnröhre. Im Rahmen der Untersuchung von humanem embryonalen/fetalen Gewebe soll das Verständnis der regulativen Mechanismen während der Organogenese und die unterschiedlichen Gen- und Proteinexpressionsprofile verbessert und es in der Folge ermöglicht werden, Patientenkollektive zu unterscheiden, die von einer neoadjuvanten bzw.  adjuvanten Hormontherapie profitieren.

 “Mechanisms of starvation-induced membrane protein degradation”, Dr. Oliver Schmidt

Der Biochemiker Oliver Schmidt forscht an der Sektion für Zellbiologie. Sein Fokus liegt auf dem selektiven Abbau von Membranproteinen über den sogenannten “Multivesicular Body”  (MVB) Transportweg, der  einen essentiellen Beitrag zur Wiederverwertung von zellulärer Bausubstanz in Hungerphasen der Zellen leistet. Im Rahmen des nun vom Tiroler Wissenschaftsfonds geförderten Projekt untersucht er, wie bestimmte Sinalwege den Abbau von Membranproteinen und weitere damit verbundene Prozesse und somit das Überleben von Hungerphasen gezielt steuern können.

 “Direct measurement of optical forces and torques for applications of photonic force microscopy”, Assistenzprof. Dr. Gregor Thalhammer

Der Physiker Gregor Thalhammer von der Sektion für Biomedizinische Physik thematisiert in seinem Forschungsprojekt die Entwicklung und Untersuchung neuartiger Methoden zur Messung von Kräften, die bei der berührungslosen Manipulation kleinster Teilchen, wie z.B. Mikroorganismen oder Zellen, mit Hilfe von fokussierten Laserstrahlen auftreten. Insbesondere sollen holographische Messmethoden die zuverlässige Bestimmung der individuellen Kräfte bei einer gleichzeitigen Manipulation mehrerer Teilchen ermöglichen.

“Alkylglycerol monooxygenase: Impact on Phosphosignalling Pathways”, Assistenzprofessorin Mag.a Katrin Watschinger PhD

Das Projekt der Biochemikerin Kathrin Watschinger (Sektion für Biologische Chemie) untersucht den Einfluss des fettspaltenden Enzyms Alkylglycerol Monooxygenase auf die Signalweiterleitung. Die Sequenz dieses Eiweißmoleküls konnte Katrin Watschinger bereits 2010 identifizieren und damit einen wichtigen Baustein für das Verständnis des menschlichen Fettstoffwechsels liefern. Im Zusammenhang mit fettstoffwechselassoziierten Krankheiten kommt der Aufklärung der physiologischen Funktion des Enzyms nun besonderes Gewicht zu.

(D.Heidegger)

 

Links:

Tiroler Wissenschaftsfonds
https://www.tirol.gv.at/bildung/wissenschaftsfonds/

Tiroler Wissenschaftsfonds – Medizinische Universität Innsbruck
https://www.i-med.ac.at/qm/foerderungen/tiwifo/

 

 

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 2.2.2015, 09:38:51ximsTwitter LogoFacebook Logo