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Mittel aus Tiroler Wissenschaftsfonds für exzellente Nachwuchsforschung

Bereits zum elften Mal wurden am 19. Dezember 2012 Fördermittel des Tiroler Wissenschaftsfonds an Forscherinnen und Forscher der Innsbrucker Universitäten vergeben. Von den an der Medizinischen Universität Innsbruck eingereichten Anträgen werden sieben Forschungsprojekte von herausragenden NachwuchswissenschafterInnen unterstützt.

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses in Tirol wurde auf Initiative des Landes Tirols geschaffen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der wissenschaftlichen Forschung in Tirol zu sichern und vielversprechenden wissenschaftlichen Vorhaben von vor allem jungen Forscherinnen und Forschern eine Anschubfinanzierung zu geben. Im November entschied der Beirat des Tiroler Wissenschaftsfonds nach der diesjährigen Ausschreibung über die Vergabe der Fördermittel. Nach den Begrüßungsworten der Rektoren bzw. Vizerektoren der Innsbrucker Hochschulen und der Vorstellung der FördernehmerInnen und ihrer Projekte fand die feierliche Übergabe der Förderverträge schließlich am 19. Dezember im Kaiser-Leopold-Saal der Universität Innsbruck statt. Univ.-Prof. Dr. Günther Sperk, Vizerektor für Forschung,  unterstrich die exzellente Qualität der geförderten Forschungsvorhaben und betonte die Wichtigkeit effektiver und nachhaltiger Forschungsförderung für die Entfaltung des Potentials der jungen Forscherinnen und Forscher an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Unter den 32 eingereichten Anträgen der Medizinischen Universität Innsbruck traf das Vergabegremium unter dem Vorsitz von Vizerektor Sperk, nach eingehendem Begutachtungsverfahren eine würdige Auswahl. Auf Grundlage dieser Reihungsvorschläge entschied der Beirat des Tiroler Wissenschaftsfonds schließlich über die Vergabe der Fördermittel. An die Projekte der Medizinischen Universität Innsbruck wird nun ein Fördervolumen von knapp 170.000 Euro ausgeschüttet.

Die diesjährigen FördernehmerInnen und ihre Projekte
In alphabetischer Reihenfolge:

Dipl.-Biol. Florian Bock PhD, Sektion für Entwicklungsimmunologie
„PDCD5, a novel negative regulator of autophagy“: In diesem Projekt fokussiert der Förderempfänger auf ein Protein, das als Interaktionspartner des Tumor-Suppressors p53 identifiziert wurde. Zusätzlich zu der Rolle von p53 als Mediator der Antwort auf DNA-Schädigungen besitzt es auch eine entscheidende Rolle als Inhibitor von Autophagie, ein Prozess welcher während metabolischen Stresses aktiviert wird, um lebensnotwendige Nährstoffe zum Überleben der Zelle bereitzustellen. Die Wechselwirkung dieser beiden Proteine in der Regulation von Autophagie soll nun genauer durchleuchtet werden.

Mag. Dr. Luca Fava, Sektion für Entwicklungsimmunologie
 „Caspase Aktivierung nach langfristigen M-Arrest“: Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Interferenz, eine Form der Krebstherapie mit der (unkontrolliert ablaufenden) Zellteilung von Krebszellen. Zwei Medikamente, Paclitaxel und Vincristine, führen zu einer Hemmung der Zellteilung, was schlussendlich zur Aktivierung von Proteasen der Caspase Familie (den wichtigsten Enzymen des programmierten Zelltods) und dadurch zum Zelltod führt. Welche Mechanismen und Faktoren die Zellteilungsinhibierung mit dem kontrollierten Selbstmordprogramm (Apoptose) verbinden, ist derzeit noch ungeklärt. Dieses Projekt wird den Zusammenhang von Proteinen aus der Zelltod regulierenden Bcl-2 Familie mit der „Mitotischen Katastrophe“ genauer untersuchen.

Mag.a Viktoria Gredler PhD, Univ.-Klinik für Neurologie

 „Identification of T Cell Epitopes of Aquaporin-4 in Neuromyelitis Optica“: Neuromyelitis Optica (NMO, Devic´s Disease) ist eine schwere, autoimmun-vermittelte, durch den Abbau der isolierenden Nervenummantelungen gekennzeichnete Erkrankung des Zentralnervensystems. Seit der Entdeckung von Autoantikörpern gegen den Wasserkanal Aquaporin-4 (AQP4-IgG) bei einem Großteil der PatientInnen wurden viele Erkenntnisse zur Rolle von B Lymphozyten und Plasmazellen bei NMO gewonnen, die Funktion von T Zellen ist hingegen weitgehend ungeklärt. Ziel ist es, die immundominanten T Zell Epitope (Bereich der Oberfläche eines Antigens) von AQP4 bei NMO aufzuklären.


Dr. Christian Irsara, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
 „Klonierung und Charakterisierung eines neuen Lipocalins des Menschen, das hohe Sequenzhomologie zum Allergen Feld 4 aufweist“: Das Forschungsprojekt fokussiert auf  immunologische Eigenschaften von Proteinen aus Tieren, die beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Eines dieser  Proteine  kommt auch beim Menschen vor, verursacht aber keine allergische Reaktion. In der DNA Sequenz des menschlichen Genoms ist Dr. Irsara auf ein weiteres Protein gestoßen, das sehr große Ähnlichkeit zu einem Allergen der Katze aufweist. Dieses soll nun genau charakterisiert und in großen Mengen hergestellt werden, um herauszufinden, ob die Allergie auslösenden tierischen Proteine in Immunzellen anders verarbeitet werden bzw. welche anderen Reaktionen sie hervorrufen.

Emina Jukic MSc., Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
“Amphotericin B: new insights on the mechanism of resistance in clinical relevant moulds”: Im Zuge des bewilligten Projekts  “Amphotericin B: new insights on the mechanism of resistance in clinical relevant moulds”  wird anhand des Modellorganismus  Aspergillus terreus die Polyen- (Amphotericin B [AmB] und dessen lipide Formen) Resistenz von Schimmelpilzen erforscht. Im Rahmen des Projektes wird ein AmB-resistenter mit einem AmB-sensiblen Aspergillus terreus Stamm verglichen.  Um die Resistenzentwicklung genauer zu charakterisieren zu können, werden unterschiedlich regulierte Gene untersucht.

Mag.a Silvia Lechner, Sektion für Humangenetik
„Translational research in intractable diarrheas”:
Bei angeborenen Durchfallserkrankungen (CDD) handelt es sich um eine ätiologisch heterogene Gruppe von seltenen, chronischen Enteropathien, die meist auf einen Gendefekt zurückzuführen sind. In vorangegangenen Studien in Innsbruck konnten Mutationen in MYO5B und SPINT2 Gen in zwei Formen von CDD aufgedeckt werden. Die zahlreichen, in PatientInnenproben identifizierten, mit der Krankheit in Verbindung gebrachten DNA-Varianten sollen im Hinblick auf die Verwendung in klinischen Studien in Zellkultur-Modellen charakterisiert werden, um eine umfassende PatientInnendatenbank für funktionelle Analysen von humanen Mutationen etablieren zu können.

Mag.a Daniela Anna Ortner-Tobider PhD, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
 „Laser assisted improvement of skin vaccination against cancer“:
Dendritische Zellen sind Immunzellen, die eine zentrale Rolle bei Immunantworten spielen. Im Fall eines Tumors sind sie jedoch in ihrer Funktion eingeschränkt, wodurch Tumorzellen nicht effektiv vom Immunsystem bekämpft werden können. Ziel dieses Projektes ist es, dendritische Zellen der Haut mit Tumormaterial zu beladen, um Immunantworten gegen Tumore zu verstärken. Dafür werden Komplexe aus Antikörper-Tumorprotein verwendet, die nach Laserbehandlung der Haut zur Bildung feinster Poren auf die betroffenen Stellen appliziert werden, um eine Tumorantwort auszulösen.

(D.Heidegger)

 

Links:

Tiroler Wissenschaftsfonds
http://www.tirol.gv.at/themen/bildung/bildung/hochschulen/wissenschaftsfonds/

Sektion für Entwicklungsimmunologie
http://www.apoptosis.at/

Univ.-Klinik für Neurologie
https://www.i-med.ac.at/neurologie/

Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
https://www.i-med.ac.at/patienten/ukl_dermatologie.html

Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
http://www3.i-med.ac.at/hygiene/

Sektion für Humangenetik
https://www.i-med.ac.at/humgen/

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 20.12.2012, 09:42:56ximsTwitter LogoFacebook Logo