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Dosisreduktion - ein Postulat in der Computertomographie

Im Rahmen von diagnostischen und therapeutischen Verfahren mittels medizinischer Bildgebung sind PatientInnen einer besonderen Strahlenbelastung ausgesetzt. An der von Univ.-Prof. Dr. Werner Jaschke geleiteten Universitätsklinik für Radiologie der Medizinischen Universität Innsbruck findet das Thema Dosisreduktion deshalb besondere Beachtung. Ein neues CT-Gerät (GE-750HD) im Akutbereich der Chirurgie wird speziell diesem Anspruch gerecht.

Der zunehmenden Strahlungsexposition der Bevölkerung durch medizinische Bildgebung widmete das New England Journal of Medicine im August 2009 einen substanziellen Artikel. Für die Studie wurde etwa eine Million Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren untersucht. Rund zwei Drittel der Probanden wurden im Beobachtungszeitraum von drei Jahren mindestens einer Untersuchung mit Röntgenstrahlung unterzogen. Die mittlere kumulative effektive Dosis durch diese Röntgenuntersuchungen betrug 2,4+-6,0 mSv/Person/Jahr, was  in etwa einer Verdoppelung der Dosis durch natürliche Strahlungsquellen entspricht. Es wurde allerdings eine große Spannweite der applizierten Dosen beobachtet. Ungefähr 20 Prozent aller exponierten PatientInnen erhielten Dosen von 3 bis 20 mSv, ca. zwei Prozent von  über 20 bis 50 mSv. Verantwortlich für die höheren Strahlungsexpositionen waren in dieser PatientInnenengruppe vor allem nuklearmedizinische und computertomographische Untersuchungen.
Die Maßeinheit mSv wird zur Quantifizierung einer Strahlungsexposition des Menschen herangezogen. Sie berücksichtigt  die unterschiedliche biologische Wirksamkeit von verschiedenen Strahlungsarten und ist somit hilfreich für die Abschätzung des Strahlenrisikos. Beruflich strahlenexponiertes Personal darf z.B. maximaler einer Strahlenbelastung von 20mSv/Jahr ausgesetzt werden. Die Strahlenbelastung durch natürliche Strahlenquellen beträgt in Österreich ca. 2,4 mSv/Jahr.

Weltweite Zunahme von CT-Untersuchungen

In Deutschland sind ca. acht Prozent aller Röntgenuntersuchungen CT-Untersuchungen. Der Beitrag der CT-Untersuchungen zur kollektiven effektiven Dosis durch medizinische Maßnahmen beträgt jedoch ca. 60 Prozent. CT-Untersuchungen werden weltweit immer häufiger durchgeführt. So beträgt das jährliche Wachstum der Verkaufszahlen von CT-Geräten rund 6,5 Prozent. Im Zeitraum von 1985 bis 2005 stieg z.B. die Zahl der CT-Untersuchungen in USA um den Faktor 20. 2009 erhielten in Deutschland rund 4,9 Millionen Menschen eine Computertomografie  (Quelle: Bundesamt für Gesundheit) - das entspricht rund  6 Prozent aller Einwohner.  „Es erscheint somit wichtig, nach neuen Techniken zu suchen, die helfen, die Strahlungsexposition durch medizinische Bildgebung zu reduzieren. Da CT-Untersuchungen mehr als die Hälfte der Strahlungsexposition verursachen, sind dosisreduzierende Maßnahmen in diesem Bereich besonders wirksam", unterstreicht Prof. Jaschke die Zielrichtung.

Neues Gerät bringt Strahlenreduktion von 50 Prozent

Deshalb wurde kürzlich im Akutbereich der Chirurgie ein CT-Gerät (GE-750HD)  installiert, das unter anderem auch eine Dosiseinsparung von bis zu 50 Prozent bei gleichbleibender Bildqualität ermöglicht. Es ist eines der ersten CT-Geräte dieser Bauart in Europa. Die Dosiseinsparung wird durch die Verwendung eines neuen, hochempfindlichen Detektormaterials und eine neue Art der Bildrekonstruktion ermöglicht. „Damit können Bilder in der gewohnten diagnostischen Qualität bei deutlich niedrigerer Dosis generiert werden", erklärt Strahlenexperte Prof. Jaschke.
Eine höhere örtliche Auflösung ist insbesondere für die Darstellung kleiner Gefäße (unter 5mm Durchmesser) im menschlichen Körper notwendig. Durch die neue Bildrekonstruktion werden auch störende Bildartefakte, wie sie etwa in der Umgebung von Metallteilen (z.B. nach operativer Versorgung von Knochenverletzungen) auftreten, reduziert.

Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technologie werden im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung am Donnerstag, dem 26.4.2012, um 19.00 Uhr im Hörsaal des Chirurgie-Gebäudes, Ebene G0, vorgestellt und diskutiert.

(Gassner/Jaschke)

Links:

Univ.-Klinik für Radiologie


 

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