Heinrich Auspitz Preis für Sandrine Dubrac

Dr. Sandrine Dubrac wurde für ihre Forschung zu den Langerhanszellen ausgezeichnet.

26.1.2010

Dr. Sandrine Dubrac aus der Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Matthias Schmuth (Direktor Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie) wurde kürzlich mit dem Heinrich Auspitz Preis 2009 der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) ausgezeichnet. Der seit 2005 jährlich vergebene und mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde bei der ÖGDV-Jahrestagung im vergangenen November in Salzburg an die junge Forscherin übergeben.

Foto: Dr. Sandrine Dubrac wurde für ihre Forschung zu den Langerhanszellen ausgezeichnet.

Die kürzlich im Journal of Cellular and Molecular Medicine erschienene und nun prämierte Forschungsarbeit "Langerhans cells are critical in the development of atopic dermatitis-like inflammation and symptoms in mice" beschäftigt sich mit der Relevanz der Langerhanszellen im Zusammenhang mit der atopischen Dermatitis. Neben Kooperationen mit Ao. Univ.-Prof. Christine Heufler und Ao. Univ.-Prof. Nikolaus Romani von der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie erfolgten die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Prof. Finke und Dr. Chappaz vom Department für Biomedizin in Basel, Dr. Malissen vom Centre d’Immunologie in Marseille-Luminy und Dr. Kissenpfennig vom Center for Cancer Research and Cell Biology in Belfast.

Aufklärung der pathogenen Mechanismen

Bei der atopischen Dermatitis handelt es sich um eine häufig auftretende entzündliche Hauterkrankung, die sich durch eine Beeinträchtigung der Barrierefunktion der Epidermis auszeichnet. Das Auftreten dieser Erkrankung hat sich in den letzten drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Betroffen sind etwa zehn bis zwanzig Prozent der Kinder und ein bis drei Prozent der Erwachsenen in den industrialisierten Ländern. Die atopische Dermatitis tritt häufig gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen wie Asthma oder allergischer Rhinitis auf und stellt eine erhebliche Belastung für unser Gesundheitssystem dar.

Über die pathogenetischen Mechanismen der atopischen Dermatitis ist immer noch relativ wenig bekannt. „Ein wichtiger rezenter Befund ist eine verstärkte Expression des Botenstoffes TSLP (thymic stromal lymphopoietin) in der Haut von betroffenen Patienten und auch in der Haut eines Mausmodells für atopische Dermatitis“, weiß Dermatologin Dubrac.

Mausmodell erbrachte nachweislichen Zusammenhang

TSLP lenkt die Entwicklung von naiven T-Zellen in Richtung TH2 (sogenannte pro-allergische T-Zellen), was wiederum eine Voraussetzung für die Entwicklung der atopischen Dermatitis ist. Dubrac: „Schon lange wird außerdem vermutet, dass dendritische Zellen der Haut bei der atopischen Dermatitis eine Rolle spielen“. Die dendritischen Zellen der Epidermis, die Langerhanszellen, gelten als Wächterzellen der Haut; sie können Antigene aufnehmen und Immunantwort dagegen auslösen. Damit werden Bedrohungen aus der Umwelt, insbesondere durch Mikroben, abgewehrt. Kommt die Haut mit Allergenen in Kontakt, kann es aber auch zu unerwünschten überschießenden Hautentzündungen kommen.

Das Forscherteam der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie konnte nun erstmals zeigen, dass im Mausmodell für die atopische Dermatitis Langerhanszellen für die Entwicklung dieser Erkrankung notwendig sind. „In Mäusen, bei denen die Langerhanszellen ausgeschaltet wurden, konnte sich die Erkrankung nicht etablieren. Dazu passt, dass Langerhans Zellen bei der atopischen Dermatitis einen aktivierten Phänotyp aufweisen und dass sie für die TH2 T-Zellentwicklung verantwortlich sind“, erklärt Dr. Dubrac. Diese Ergebnisse lassen nun die Annahme zu, dass eine Unterdrückung der Funktion der Langerhanszellen im frühen Stadium der atopischen Dermatitis eine effektive Behandlungsstrategie sein könnte.

(dh)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 26.1.2010, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo