Neue Sektion am Biozentrum Innsbruck

Die Arbeitsgruppe um Prof. Andreas Villunger (li.)

17.1.2007

Mit Beginn dieses Jahres wurde am Biozentrum Innsbruck die Sektion für Entwicklungsimmunologie eingerichtet. Geleitet wird die neue Sektion von Prof. Andreas Villunger, der mit Anfang 2007 auf die Professur für Entwicklungsimmunologie berufen wurde. Die Forschungsgruppe um Villunger beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen des programmierten Zelltods (Apoptose).

Foto: Die Arbeitsgruppe um Prof. Andreas Villunger (li.)

Seit Anfang dieses Jahres bekleidet Andreas Villunger die auf zwei Jahre befristete Professur für Entwicklungsimmunologie und leitet die neu eingerichtete, gleichnamige Sektion am Biozentrum Innsbruck. Mit seinen 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erforscht er die Rolle von Proteinen der Bcl-2 Familie beim programmierten Zelltod. Die zelltodinduzierenden Proteine BIM und PUMA stehen dabei im Zentrum der Untersuchungen. Mit Hilfe von Mausmodellen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Protein BIM essentiell für die Auslösung von Zelltod während der Ontogenese des Immunsystems ist und die Reifung von Zellen verhindert, die Autoimmunität verursachen können. Dabei erhält BIM tatkräftige Unterstützung von PUMA, einem weiteren Mitglied der Bcl-2 Familie, das ursprünglich als Effektor des Tumorsuppressors p53 identifiziert wurde. Entsprechende Ergebnisse haben die Forscher in den Zeitschriften Science, PNAS, Blood und jüngst im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht. Die Erkenntnisse der Grundlagenforscher erleichtern das Verständnis der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen und des Tumorwachstums, und sie bieten auch Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Therapieformen. Unterstützt wird die Forschung der Sektion vor allem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), der Europäischen Union und der Association for International Cancer Research (AICR). Enge wissenschaftliche Kooperationen verbindet sie mit Forschern an der TU München, der Universität in Toronto und dem Walter And Eliza Hall Institute of Medical Research in Melbourne.

Perspektiven für die Zukunft

Zu seinen mittelfristigen Zielen meint Villunger: „Wir wollen primär gute Forschung für den Standort machen, damit wir im internationalen Wettbewerb bestehen können und Innsbruck für Wissenschaftler aus dem In- und Ausland attraktiver wird.“ Die Medizinische Universität sieht er dabei auf einem guten Weg: „In den letzten Jahren konnten einige starke Wissenschaftler an unsere Universität geholt werden.“ Gemeinsam mit ihnen, beispielsweise innerhalb des Spezialforschungsbereichs „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“, will Villunger die Grundlagenforschung stärken. „Für eine Universität ist die Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung.“ Das derzeit noch unter räumlich sehr beengten Bedingungen arbeitende Team freut sich schon auf die Fertigstellung des Biozentrums am Inn. „Dieser Neubau wird unseren Bemühungen auch ein nach außen sichtbares Profil verleihen“, sagt Villunger, der dort auch eine Chance für die verstärkte Kooperation mit den Forscherinnen und Forschern der Leopold-Franzens-Universität sieht.

Erfolgreicher Wissenschaftler

Andreas Villunger wurde 1967 in Innsbruck geboren und studierte in Salzburg und Innsbruck Biologie. 1991 schloss er das Diplomstudium im Bereich Mikrobiologie mit Wahlfach Biochemie ab. Es folgte ein naturwissenschaftliches Doktoratsstudium an der Universitätsklinik für Innere Medizin. Verschiedene postgraduale Stipendienprogramme führten ihn nach Australien, wo er vier Jahre am renommierten Walter and Eliza Hall Institute for Medical Research tätig war. 2003 kehrte Villunger nach Innsbruck zurück, wo er Assistent am damaligen Institut für Pathophysiologie wurde und eine eigene Arbeitsgruppe leitete. Im gleichen Jahr wurde er mit dem START-Preis, der höchsten österreichischen Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler, ausgezeichnet. Für die beste medizinische Habilitation in Österreich erhielt er 2005 den Otto-Kraupp-Preis, und 2006 wurde seine Arbeit mit dem Liechtenstein-Preis prämiert.

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 17.1.2007, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook Logo