Siemens Life Award für Prof. Raimund Margreiter

Prof. Raimund Margreiter

29.9.2006

Am Mittwoch erhielt Prof. Raimund Margreiter in Wien den Siemens Life Award. Der Pionier der Transplantationschirurg war Gast bei der Academy of Life, zu der Siemens Österreich regelmäßig international bekannte Persönlichkeiten einlädt, die österreichischen Nachwuchs-Führungskräften über ihre persönlichen Erfahrungen und ihren Weg zum Erfolg berichten.

Foto: Prof. Raimund Margreiter

Verliehen wurde die Auszeichnung im Rahmen eines Galaabends anlässlich der „Academy of Life“ im Siemens Forum in Wien. Zu dieser Veranstaltung werden in regelmäßigen Abständen Menschen eingeladen, die in ihrem Leben Besonderes geleistet haben, also auch intensiv an der „Universität des Lebens“ studiert haben. In Referaten berichten sie über ihre wichtigsten Lebensmomente und Entscheidungen, sowie über jene Lebensfaktoren und -einstellungen, die sie zu dem gemacht haben was sie sind. Im Unterschied zu bestehenden Weiterbildungsmöglichkeiten soll die „Academy of Life“ nicht Fachwissen vermitteln, sondern Relevanzwissen für den eigenen Lebensbezug. In unterschiedlichen Workshops haben junge Managerinnen und Manager die Gelegenheit, das Gehörte an sich selber zu messen und neue Erkenntnisse mitzunehmen.

Ein Pionier auf seinem Gebiet

Raimund Margreiter wurde am 16. Mai 1941 in Fügen in Tirol geboren. In Innsbruck absolvierte er das Medizinstudium in kurzer Zeit und wurde 1965 zum Dr. med. promoviert. Nach Anstellungen in Salzburg kehrte er auf eine Assistentenstelle für Chirurgie an die Universitätsklinik nach Innsbruck zurück. 1980 folgte die Habilitation und seit 1999 ist er Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie. Die Karriere des Chirurgen begann schon früh. Er hatte sich die Kenntnisse für Transplantationen im Selbststudium angeeignet. Unter schwierigen Umständen begann er 1974 mit den ersten Organverpflanzungen, wobei die eigene Abteilung erst zehn Jahre später folgte. Als weltweit erster führte er eine gleichzeitige Leber- und Nierentransplantation durch. Seit der ersten Herzverpflanzung in Österreich 1983 zählt der Chirurg zu den bekanntesten Ärzten des Landes. Ebenso erstmalig in Österreich führte er eine Darmtransplantation und eine Inselzelltransplantation durch.

Immer im Einsatz

Neben der Organverpflanzung interessiert sich Professor Margreiter auch für die Tumorchirurgie. Als ehrenamtlicher Leiter der Krebshilfe Tirol widmet er sich vor allem der Aufklärung und der Forschungsförderung. Margreiter arbeitet stets an der Weiterentwicklung der Transplantationschirurgie. Skeptisch zeigt er sich gegenüber der Verpflanzung von tierischen Organen als Lösung des Spendermangels, hält aber dennoch die Transplantation von tierischen Herzen und Nieren nicht für unmöglich. Angebote nach Amerika zu gehen, lehnte er ab, da er kaum die Möglichkeit sah, soviel Pionierarbeit auf den verschiedenen Gebieten zu leisten. Für andere Dinge neben der Arbeit, hat der Arzt mit 120 Stunden-Woche nicht wirklich Zeit. In jungen Jahren war er ein begeisterter Abenteurer. So nahm er unter anderem 1978 an der erfolgreichen österreichischen Mount Everest-Expedition teil und befuhr alleine 1.000 Kilometer des Amazonas. Mittlerweile hat es ihm die Musik angetan. Margreiter ist ein Freund von Richard Strauss-Opern und Sinfonien von Gustav Mahler und nützt jede Gelegenheit die großen Opernhäuser der Welt zu besuchen. Wie Margreiter selber sagt, war er in den letzten 30 Jahren an jedem Punkt der Erde erreichbar, Privatleben gibt es für ihn kaum.

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 29.9.2006, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo