Immunologe erhält Liechtenstein-Preis

Univ.-Doz. Dr. Andreas Villunger

7.4.2006

Drei Wissenschaftler der beiden Innsbrucker Universitäten werden heute, Freitag, in Liechtenstein im Rahmen eines Festaktes ausgezeichnet. Andreas Villunger von der Arbeitsgruppe für Vergleichende Entwicklungsimmunologie am Biozentrum Innsbruck erhält den Preis des Fürstentums Liechtenstein für wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität. Dr. Christina Antenhofer und Dr. Thomas Lörting sind die weiteren Preisträger.

Foto: Univ.-Doz. Dr. Andreas Villunger

Im Rheinbergerhaus in Vaduz empfängt heute der Liechtensteinische Regierungsrat Hugo Quaderer die Delegationen der beiden Innsbrucker Universitäten. In feierlichem Rahmen werden dort die Preise des Fürstentums Liechtenstein für wissenschaftliche Forschung 2005 verliehen. An der Medizinischen Universität wird Univ.-Doz. Andreas Villunger von der Sektion für Experimentelle Pathophysiologie und Immunologie für eine im Jahr 2003 in der Zeitschrift Science erschienene Arbeit ausgezeichnet. In Vertretung von Rektor Prof. Clemens Sorg nimmt Prof. Georg Wick an dem Festakt teil. Der Liechtenstein-Preis wird vom Fürstentum Liechtenstein gestiftet und seit 1983 jedes Jahr vergeben. Die Verleihung findet abwechselnd in Vaduz und Innsbruck statt. Das Preisgeld beträgt insgesamt 7.500 Euro.

Immunreaktion gegen den Körper

Andreas Villunger beschäftigt sich mit dem biologischen Prozess der Apoptose. Das genetische Programm, das jeder Zelle innewohnt, dient dazu entartete, schlecht funktionierende oder überalterte Zellen gezielt zu entfernen. Dieser Prozess spielt bereits in der Embryonalentwicklung eine bedeutende Rolle und erhält im Erwachsenen das zelluläre Gleichgewicht in Organen und Geweben aufrecht. Gemeinsam mit australischen Forschungspartnern konnte Villunger die Bedeutung von Proteinen aus der Bcl-2 Familie für den Zelltod von Lymphozyten nach Gamma-Bestrahlung nachweisen. Im Mausmodell führten die Forscher vor, dass PUMA - nicht aber das artverwandte Protein Noxa - der notwendige Vermittler für die Aktivierung des Zelltods nach Gamma-Bestrahlung im lymphatischen System ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden unter anderem in den Zeitschriften Science und Blood veröffentlicht.

Vielfach ausgezeichnet

Andreas Villunger wurde 1967 in Innsbruck geboren und begann 1985 in Salzburg das Biologiestudium. 1987 wechselte er nach Innsbruck und schloss 1991 das Diplomstudium im Bereich Mikrobiologie mit dem Wahlfach Biochemie ab. Es folgte ein naturwissenschaftliches Doktoratsstudium an der Universitätsklinik für Innere Medizin, das Villunger 1996 abschloss. Verschiedene postgraduale Stipendienprogramme führten ihn nach Australien, wo er vier Jahre am renommierten Walter and Eliza Hall Insitute for Medical Research tätig war. Im Jahr 2003 kehrte Andreas Villunger nach Innsbruck zurück, wo er Assistent am damaligen Institut für Pathophysiologie wurde und heute eine eigene Arbeitsgruppe leitet. 2003 erhielt er die höchste österreichische Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler, den START-Preis. Im Vorjahr wurde er für die beste medizinische Habilitation in Österreich mit dem Otto-Kraupp-Preis ausgezeichnet.

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 7.4.2006, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook Logo