Preis für Forschung zu dendritischen Zellen

Dr. Susanne Hofer, rechts eine dendritische Zelle mit angekoppelter T-Zelle

20.1.2006

Der diesjährige Unilever Dermatologenpreis geht an Dr. Susanne Hofer von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Ebenfalls ausgezeichnet wird Dr. Norbert Kohrgruber von Medizinischen Universität Wien. Unilever würdigt damit zwei Wissenschaftler, die sich der Erforschung von speziellen Immunzellen, den so genannten dendritischen Zellen, widmen. Diese gelten besonders in der Krebsforschung als Hoffnungsträger.

Foto: Dr. Susanne Hofer, rechts eine dendritische Zelle mit angekoppelter T-Zelle

Der mit insgesamt 5.200 Euro dotierte Unilever Dermatologenpreis ist die bedeutendste österreichische Auszeichnung im Bereich Dermatologie und wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Dermatologie ausgeschrieben. Die beiden prämierten Arbeiten beschäftigen sich mit der Erforschung von dendritischen Zellen. Dendritische Zellen sind hoch spezialisierte Immunzellen, die als Hoffnungsträger bei der Behandlung von Krebs, Infektionen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen wie AIDS gelten. Sie befinden sich an den Eingangspforten des Körpers wie zum Beispiel der Haut, wo sie Fremdkörper abfangen bzw. eine Immunantwort einleiten. Diesen Aspekt versucht die medizinische Forschung für die Therapie zu nutzen.

Neuer Regulationsmechanismus aufgeklärt

Susanne Hofer und ihr Forschungsteam beschäftigen sich mit der Charakterisierung von Molekülen, die in der dendritischen Zelle während der Reifung ein- oder ausgeschaltet werden. Reifung meint, dass dendritische Zellen ihr Aussehen, ihre Funktion und ihren Wirkungsort ändern, sobald sich ein Eiweißstoff als fremd oder schädlich heraus stellt. Eines dieser Moleküle ist CYTIP. Die dendritische Zelle verwendet dieses Molekül, um den Kontakt zu T-Zellen zu beenden. Bisher wurden nur Moleküle charakterisiert, die zur Bildung von Zellverbänden während der Einleitungsphase einer Immunantwort zum Einsatz kommen. Mechanismen zur Auflösung dieser Zellverbände wurden jedoch kaum untersucht. Dr. Hofer und ihr Team konnten nun zeigen, dass auch dieses Auflösen von Zellverbänden ein kontrollierter Prozess ist, welcher unter Mitwirkung von CYTIP durchgeführt wird. Damit wurde ein neuer Regulationsmechanismus gefunden, mit dessen Hilfe die dendritische Zelle den Kontakt zur T-Zelle und somit die Einleitung einer Immunantwort kontrollieren kann.

Abwehr von viralen Erkrankungen und Tumoren

Der ebenfalls ausgezeichnete Wiener Wissenschaftler Norbert Kohrgruber widmet sich gemeinsam mit seinem Team den plasmacytoiden dendritischen Zellen (PDZ). Es gibt Hinweise, dass diese einerseits eine entscheidende Rolle in der Abwehr von viralen Erkrankungen und Tumoren spielen. Andererseits werden diese Zellen auch mit der Entstehung von bestimmten Erkrankungen, vor allem aus dem rheumatischen Formenkreis, in Verbindung gebracht. Die Forschergruppe konnte nun erstmals zeigen, dass PDZs tatsächlich in virusbefallene Herde einwandern, um vor Ort Interferone freizusetzen. Den Kern der Arbeit stellt die Aufklärung des Mechanismus dieser Einwanderung dar.

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 20.1.2006, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo