Bim und PUMA fördern Zelltod

Bim und PUMA fördern Zelltod

28.11.2005

Die Arbeitsgruppe um Prof. Andreas Villunger am Biozentrum Innsbruck konnte zeigen, dass zwei Proteine der Bcl-2 Familie, Bim und PUMA, bei der Behandlung von Lymphozyten mit Gamma-Strahlung und Glucocorticoiden deren therapeutischen Effekte in spezifischer Art und Weise vermitteln. Diese Daten könnten unter Umständen dabei helfen, Therapieresistenzen zu umgehen, indem diese Proteine spezifisch aktiviert werden.

Foto: Bim und PUMA fördern Zelltod

In der Zeitschrift Blood haben die Forscherinnen und Forscher um Andreas Villunger, sowie dessen Kollaborationspartner in Melbourne, ihre aktuellen Ergebnisse zur Bedeutung der den Zelltod fördernden Proteine der Bcl-2 Familie veröffentlicht. Dabei haben sie jene Beobachtungen im Reagenzglas, die im Jahr 2003 in der Zeitschrift Science publiziert wurden, im Tiermodell überprüft. Sie konnten das Ergebnis von damals bestätigen, dass zwei Proteine der Bcl-2 Familie, PUMA und Bim, einen Einfluss auf den Zelltod haben. „Wir haben in dieser Studie den Effekt von Gammastrahlung und Glucocorticoiden – zwei gängigen Behandlungsformen bei Leukämien – auf das Überleben von verschiedenen, normalen Blutzellgruppen in genmanipulierten Mäusen untersucht“, erklärt Prof. Villunger. „Dabei stellte sich heraus, dass die beiden Proteine PUMA und Bim die therapeutischen Effekte dieser Behandlungsformen in einer teilweise überlappenden, in Abhängigkeit vom Zelltyp aber auch spezifischen Art vermitteln. „Diese Daten könnten unter Umständen dazu herangezogen werden, Therapieresistenzen zu umgehen, indem diese Proteine spezifisch aktiviert werden“, so Andreas Villunger, „und um eine Vorhersage zu treffen, welche Gruppe gesunder Zellen durch diese Aktivierung am meisten beeinträchtigt würde.“

Wenn der Zelltod außer Kontrolle gerät

Prof. Andreas Villunger beschäftigt sich mit dem biologischen Prozess der Apoptose. Das genetische Programm, das jeder Zelle innewohnt, dient dazu entartete, schlecht funktionierende oder überalterte Zellen gezielt zu entfernen. Dieser Prozess spielt bereits in der Embryonalentwicklung eine bedeutende Rolle und erhält im Erwachsenen das zelluläre Gleichgewicht in Organen und Geweben aufrecht. Gemeinsam mit australischen Forschungspartnern konnte Villunger schon früher zeigen, dass das den Zelltod fördernde Protein Bim kritisch für die Elimination potentiell autoreaktiver T-Zellvorläufer während der T-Zell-Reifung im Thymus ist. Wenn dieses Protein fehlt oder inaktiviert ist, können T-Zellen heranreifen und in periphere lymphatische Organe wie Blut, Milz oder Lymphknoten gelangen. So kann es zu einer Aktivierung des Immunsystems gegen den eigenen Körper kommen.

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 28.11.2005, 00:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo