Liechtenstein-Preise verliehen

Rita Kieber-Beck überreicht den Preis stellvertretend an Prof. Reinhard Kofler

22.2.2005

In einem gemeinsamen Festakt der beiden Innsbrucker Universitäten wurden gestern die Liechtenstein-Preise 2004 an drei Wissenschaftler verliehen. Mit Dr. Michael Außerlechner von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde war ein Vertreter der Medizinischen Universität unter den Ausgezeichneten. Prof. Dr. Magdalena Pöschl und Dr. Selim Jochim waren die beiden weiteren Preisträger.

Foto: Rita Kieber-Beck überreicht den Preis stellvertretend an Prof. Reinhard Kofler

Der Liechtenstein-Preis wird vom Fürstentum Liechtenstein gestiftet und seit 1983 jedes Jahr verliehen. Heuer fand die Preisverleihung nicht in Liechtenstein sondern in Innsbruck statt. Das Preisgeld von insgesamt 7.500 Euro wurde von der stellvertretenden Liechtensteinischen Regierungschefin Rita Kieber-Beck überreicht. Den Preisträger der Medizinischen Universität, Dr. Michael Außerlechner, stellte Vizerektor Prof. Georg Bartsch vor. Den Preis nahm der Doktorvater und Mentor von Dr. Außerlechner, Prof. Reinhard Kofler, für den im Ausland weilenden Naturwissenschaftler entgegen.

Dr. Michael J. Außerlechner von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde beschäftigt sich in der mit dem Liechtenstein-Preis ausgezeichneten Arbeit „Cyclin D3 und c-Myc kontrollieren Glukokortikoid-induzierten Zellzyklusarrest aber nicht Apoptose in lymphoblastischen Leukämiezellen“, die er gemeinsam mit Petra Obexer, Günther Böck, Stephan Geley und Reinhard Kofler verfasst hat, mit dem Einfluss von Glukokortikoiden auf die Zellteilung bei kindlicher Leukämie. Glukokortikoide sind Hormone der Nebennierenrinde, die eine Reihe von biologischen Vorgängen, wie Stoffwechsel, Immunantwort und entzündliche Reaktionen regulieren. In bestimmten Zellen des Immunsystems und davon abgeleiteten Krebszellen (Leukämien) können Glukokortikoide Zelltod (Apoptose) auslösen bzw. die Zellteilung stoppen. Dies macht man sich in der Therapie entsprechender Krebserkrankungen, ganz besonders der akuten lymphoblastischen Leukämien (ALL) des Kindesalters, zu Nutze. In der Arbeit wurde der Mechanismus, wie Glukokortikoide die Zellteilung von kindlichen Leukämiezellen blockieren können, an Hand einer in der Gewebekultur gezüchteten kindlichen lymphoblastischen Leukämiezelllinie mit neuartigen molekularbiologischen Methoden aufgeklärt. Das Hormon unterdrückt die Expression zweier wichtiger Zellzykluregulatoren (Cyclin D3 und c-myc), wobei die Unterdrückung beider Gene für Zellzyklusarrest, nicht aber für Apoptoseinduktion, notwendig ist. Dr. Außerlechner untersucht gegenwärtig, inwieweit sich diese Daten auf die Situation bei Kindern mit ALL übertragen lässt und ob Störungen in dieser Regulation für das klinisch wichtige Phänomen der Glukokortikoidresistenz mitverantwortlich sind.

Michael J. Außerlechner wurde 1971 in Lienz/Osttirol geboren, wo er auch zur Schule ging. Im September 1990 begann er an der Universität Innsbruck das Studium der Mikrobiologie, das er im Herbst 1996 mit einer Diplomarbeit am damaligen Institut für Pathophysiologie bei Prof. Georg Wick abschloss. Im Januar 2001 folgte dann die Disseration bei Prof. Reinhard Kofler an der Abteilung für Molekulare Pathophysiologie des Instituts für Pathophysiologie, wo er im Anschluss auch als Forschungsassistent und von April 2001 bis April 2003 als Laborleiter arbeitete. Seit Mai 2003 ist Außerlechner Leiter des Molekularbiologischen Forschungslabors der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Im Herbst 2003 verbrachte er einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt am Albert Einstein College of Medicine in New York.

Prof. Dr. Magdalena Pöschl vom Institut für Öffentliches Recht, Finanzrecht und Politikwissenschaft der Leopold-Franzens-Universität beschäftigte sich in ihrer Habilitationsschrift mit Fragen der Gleichheit vor dem Gesetz. In ihrer Arbeit zeigt Pöschl, dass die historische Entwicklung des Gleichheitssatzes, sein Wortlaut, seine Zielsetzung und seine Stellung im System der Verfassung ein bislang unausgeschöpftes Auslegungspotential beinhalten. Die Bedeutung dieses Grundrechts wird maßgeblich erhellt und seine rationale, im Einzelfall vorhersehbare Anwendung erheblich erleichtert.

Dr. Selim Jochim vom Institut für Experimentalphysik der Leopold-Franzens-Universität beschäftigte sich in der ausgezeichneten Dissertation mit dem Bose-Einstein-Kondensat aus Molekülen. Ihm ist es mit seiner Arbeit zur Dissertation gelungen, im Bereich ultrakalter Atome eine stabile Wolke aus Lithiumatomen, ein so genanntes Bose-Einstein-Kondensat (BEC) zu erzeugen. Im Rennen mit amerikanischen Forschern war Jochim nicht nur schneller, er konnte auch ein stabileres Kondensat erzeugen. Die Fachpresse feierte die Gruppe von Wissenschaftern um Dr. Selim Jochim und Prof. Rudolf Grimm, gemeinsam mit dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaft, als „Top-ten Scientists“

(cf)

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© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 22.2.2005, 08:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo