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Nachruf em. o. Univ.-Prof. Dr. Kurt Gausch

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6.8.2018

Die Medizinische Universität Innsbruck trauert um Kurt Gausch, emeritierter Professor für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und langjähriger Vorstand der gleichnamigen Univ.-Klinik. In seinem Nachruf erinnert Herbert Dumfahrt, stellvertretender Direktor der Univ.-Klinik für Zahnersatz und Zahnerhaltung an den ausgezeichneten Arzt, Lehrer und Forscher.

Kurt Gausch wurde am 25. Juli 1932 in Fieberbrunn geboren, studierte in Innsbruck Medizin und begann nach seiner Promotion eine Ausbildung zum Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Nach deren Abschluss arbeitete er zuerst als Assistent und dann als Oberarzt an der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Salzburg. 1964 kam Kurt Gausch zurück nach Innsbruck und wurde von Univ.-Prof. Hans Wunderer mit dem Aufbau einer Abteilung für Zahnärztliche Prothetik betraut. Sein besonderes Interesse galt dem Thema Totalprothetik. Dementsprechend beschäftigte er sich auch in seiner 1971 als Monographie veröffentlichten Habilitationsschrift zur Kenntnis des Prothesenlagers bei totalem Zahnersatz bei älteren PatientInnen mit diesem Fachbereich.  

Am 7. Juli 1978 wurde er zum Vorstand der Univ.-Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ernannt und begann, nicht zuletzt um den Anforderungen einer zeitgemäßen zahnärztlichen Ausbildung gerecht zu werden, mit dem Ausbau der Gesamtklinik. In der Folge wurden neben den Abteilungen für Kieferorthopädie und Zahnersatz, die Abteilungen für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie die Abteilung für Zahnerhaltung etabliert. Aus diesen klinischen Abteilungen sind die heute bestehenden Kliniken hervorgegangen. In der Ausbildung zum Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde setzte er neue Maßstäbe: So wurden für die Auszubildenden die Behandlungsräume erweitert und mit den neuesten, technischen Geräten ausgestattet sowie neue zahntechnische Laborräume und Arbeitsplätze geschaffen. Um dem Zustrom der Auszubildenden gerecht zu werden, wurde ein eigenes Gebäude in der Schöpfstraße, das ausschließlich der zahnärztlichen Ausbildung gewidmet war, in Betrieb genommen. Unter der Leitung von Kurt Gausch entwickelte sich die praktische, zahnärztliche Ausbildung in Innsbruck zu einer der qualifiziertesten in Europa. Sein besonderes Augenmerk galt dabei immer der praktischen, patientenorientierten Lehre. Vor seiner Emeritierung im Herbst 1998 war er entscheidend dafür verantwortlich, dass die verstreuten Einrichtungen der Klink wieder weitestgehend unter einem Dach zusammengefasst werden konnten.

Das wissenschaftliche ebenso wie das klinische Hauptinteresse von Gausch lag auf dem Gebiet der umfassenden Rehabilitation des stomatognathen Systems. Um diese Ziele zu erreichen, gelang es ihm das Interesse seiner MitarbeiterInnen an diesen Themen und am forscherischen Arbeiten zu wecken. Kurt Gausch förderte deren Engagement bei der wissenschaftlichen Untersuchung neuer Behandlungswege ebenso wie bei der Erforschung neuer Materialien für die klinische Anwendung. So war er federführend für die Entwicklung des „Front-, Eckzahngeführten Totalprothetik Konzeptes“ verantwortlich und förderte maßgeblich die Erforschung der klinischen Anwendung von Vollkeramik. Während seiner Zeit als Klinikvorstand habilitierten sich M. Richter, G. Röthler, B. Norer, H. Schäffer, C. Manhartsberger, I. Grunert und W. Puelacher.

Kurt Gausch war ein international renommierter Vortragender zum Thema der prothetischen Rehabilitation zahnloser PatientInnen und zur Diagnose sowie Therapie von funktionellen Störungen der Kiefergelenke. Gausch galt aber immer auch als Universalist der Zahnheilkunde.

Kurt Gausch gelang es in seiner immer ruhigen aber durchsetzungskräftigen Art, seinen Anspruch auf höchste Qualität umzusetzen. Er hat uns gelehrt, immer die Patientin bzw. den Patienten und dessen Wohlergehen als Mittelpunkt, all unserer klinischen Handlungen zu sehen.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren!  

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Herbert Dumfahrt, stellvertretender Direktor der Univ.-Klinik für Zahnersatz und Zahnerhaltung

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 6.8.2018, 11:01:05ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo