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Nachruf em.o.Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr.h.c. Dr.h.c. Helmut Wachter

em.o.Univ.-Prof. Mag. Dr.h.c. Dr.h.c. Helmut Wachter

25.1.2012

Innsbruck, 24.01.2012: Mit großer Anteilnahme trauert die Medizinische Universität Innsbruck um em.o.Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr.h.c. Dr.h.c. Helmut Wachter. Als langjähriger Vorstand des Instituts für Medizinische Chemie und Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck erwarb sich der weltweit renommierte Experte große Verdienste in Forschung und Lehre.

„Wir trauern zutiefst um einen äußerst engagierten Biochemiker und Lehrer, mit einem weltweit ausgezeichneten Ruf als Wissenschaftler und Förderer", so Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs stellvertretend für die große Anteilnahme sämtlicher MitarbeiterInnen. em.o.Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr.phil. Dr.rer.nat.h.c. Dr.med.h.c. Helmut Wachter leitete das Institut für Medizinische Chemie und Biochemie über mehrere Funktionsperioden und verschaffte seinem Fachgebiet wie auch seiner Wirkungsstätte durch exzellente Forschung, Lehrtätigkeit und Publikationen internationale Geltung.

Großes Engagement und bahnbrechende Forschung
1929 in Landeck geboren, schloss Helmut Wachter 1954 in Innsbruck das Studium der Pharmazie ab und dissertierte 1956 am Institut für Pharmazeutische Chemie. Parallel zum anschließenden Teilstudium der Medizin arbeitete er bereits als Universitätsassistent am Institut für Chemie und Biochemie, dessen Leitung Wachter später übernahm und über mehrere Funktionsperioden mit großem Engagement ausübte. Zielstrebig baute er ein eigenes Arbeitsfeld und Forschungsteam auf. Die Identifikation von Neopterin und in weiterer Folge dessen Erforschung als diagnostischer Parameter war von bahnbrechender Bedeutung. So erhöht die Neopterinbestimmung u. a. die Sicherheit im Bluttransfusionswesen und wurde ein Prognoseparameter bei Patienten mit HIV-1 Infektion. Von 1986 bis 1996 hatte Wachter gemeinsam mit em.o.Univ.-Prof. Dr. Manfred P. Dierich auch die Leitung des Ludwig-Boltzmann-Instituts für AIDS-Forschung an der Universität Innsbruck inne.

Weltweite Reputation und vorbildliche Lehrtätigkeit
Weltweite Anerkennung fand der Wissenschaftler nicht zuletzt auch durch seine publizistische Tätigkeit, die über 700 Werke, davon mehr als 300 Originalarbeiten, umfasst. Zahlreiche nationale und internationale Patente künden ebenso von seinem erfolgreichen Wirken wie höchste Würdigungen. So etwa die Verleihung der Fritz-Pregl-Medaille, des  Ehrenzeichens des Landes Tirol und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 1987 erhielt Wachter das Ehrendoktorat der Naturwissenschaften der „University of Aston in Birmingham" und 2009 das Ehrendoktorat für Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck. Bereits 1966 mit der Lehrbefugnis für „Medizinische Chemie" und „Biochemie für Mediziner" ausgestattet, machte er sich u. a. als Vorsitzender der Gesamtstudienkommission der Medizinischen Fakultäten Österreichs verdient und galt nicht nur bei Studierenden als hochgeschätzter Vortragender. Sein gemeinsam mit Arno Hausen verfasstes Lehrbuch „Chemie für Mediziner" erschien in 6 Auflagen.

In Gedenken eines großen Forschers und Förderers
1994 stiftete der renommierte Biochemiker gemeinsam mit seiner Gattin den „Ilse und Helmut Wachter Preis" zur Förderung der Medizinischen Forschung zum Gemeinwohl der Menschheit. Die Verleihung des hochdotierten Preises an die beiden israelischen Biochemiker Prof. Avram Hershko und Prof. Aaron Ciechanover fünf Jahre, bevor diese 2004 den Chemie-Nobelpreis erhielten, unterstreicht die Qualität der weltweit eingereichten Nominierungen und das hohe Prestige. Die Einrichtung des Preises und gleichnamiger Stiftung war ein Lebenswunsch von Helmut Wachter, der damit den Beitrag seiner Gattin Dr. Ilse Wachter an seinem Forscherleben würdigen, die Reputation der Medizinischen Universität Innsbruck fördern und seiner Verbundenheit mit derselben Ausdruck verleihen wollte. Ganz in diesem Sinne wird die Medizinische Universität Innsbruck dem großen Forscher und Förderer stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Der Trauergottesdienst für em.o.Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr.h.c. Dr.h.c. Helmut Wachter findet am Montag, den 30. Jänner 2012, um 18:30 Uhr in der Universitätskirche am Innrain in Innsbruck statt.

Link: „Ilse und Helmut Wachter Stiftung“

(os)

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 25.1.2012, 16:52:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo