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Wissenschaftsminister Heinz Faßmann zu Gast an der Medizinischen Universität Innsbruck

Der Tiroltag des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Heinz Faßmann, im März hat an der Medizinischen Universität Innsbruck begonnen: Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und sein Team sprachen mit dem Wissenschaftsminister am Vormittag über die Aktivitäten der Medizinischen Universität Innsbruck zur Stärkung des Faches Allgemeinmedizin sowie den Start der neuen Leistungsvereinbarungsperiode (2019-2021).

Das Rektoratsteam der Medizinischen Universität Innsbruck konnte in den konstruktiven Verhandlungen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung für die aktuelle Leistungsvereinbarungs-Periode eine Steigerung des Budgets um 12,23 Prozent erreichen. In Summe sind es fast 45 Millionen Euro mehr. Diese Mittel sind an Investitionen in die Forschungsinfrastruktur sowie an bestimmte Vorhaben in Forschung und Lehre geknüpft. Rektor Fleischhacker informierte den Wissenschaftsminister über den erfolgreichen Start der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode. So wird es möglich sein im Jahr 2019 insgesamt zehn neue Berufungen durchzuführen. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden 5 bis 10 Laufbahnstellen eingerichtet. „Dies ist ein erstes, sichtbares Zeichen nach außen, wie die universitäre Medizin am Standort mit den zusätzlichen Mitteln gestärkt werden konnte“, berichtete Rektor Wolfgang Fleischhacker.

Stärkung der AbsolventInnenzahlen
Zusätzlich zum Universitätsbudget fließen in den kommenden drei Jahren auch rund 205 Millionen Euro an Mitteln für den Klinischen Mehraufwand (KMA) sowie zur Anschaffung von gemeinsamen Geräten in die Universitätskliniken und damit nach Tirol. „Wir sind uns unserer hohen Verantwortung für den Medizinstandort Innsbruck bewusst. Angesichts des immer stärker werdenden Mangels an Ärztinnen und Ärzten arbeiten wir derzeit gemeinsam an neuen Konzepten“, erklärte Rektor Wolfgang Fleischhacker. An der Medizinischen Universität Innsbruck konnte als aktive Maßnahme, um einen möglichen ÄrztInnenmangel zu verhindern, die Zahl der AbsolventInnen im Fach Humanmedizin zuletzt um rund 20 Prozent erhöht werden. Dies war unter anderen möglich, durch die Steigerung der Zahl der prüfungsaktiven Studierenden. „Nach zwei Semester studieren immer noch 97 Prozent unserer Studierenden weiterhin Humanmedizin. Die Abbruchquote ist also dementsprechend gering“, berichtete Peter Loidl, Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten. Am 1. Oktober 2018 hatten 394 Studierende begonnen in Innsbruck Human- und Zahnmedizin zu studieren. „Das sind 34 mehr als vorgeschrieben. Damit stellen wir eine hohe Anzahl von Absolventinnen und Absolventen sicher und schaffen einen Ausgleich, wenn sich Studierende doch für eine andere Studienrichtung entscheiden“, sagte Loidl. Aktuelle Umfragen unter den AbsolventInnen der Medizinischen Universität Innsbruck haben bestätigt, dass rund 80 Prozent nach dem Ende ihres Studiums in Österreich tätig sind.

Besonders aktiv: Förderung des Faches Allgemeinmedizin
Im Vergleich zu anderen Universitäten in Österreich ist die Medizinischen Universität Innsbruck sehr aktiv in der Förderung des Faches Allgemeinmedizin. „Es ist uns ein großes Anliegen im Rahmen unserer Möglichkeiten einen Beitrag dazu zu leisten, einem drohenden Mangel an Ärztinnen und Ärzten in diesem Fach vorzubeugen“, erklärte Rektor Fleischhacker im Gespräch mit Heinz Faßmann. Als einzige Medizinische Universität bietet Innsbruck im Rahmen des Klinisch-Praktischen-Jahres (KPJ) ein bis zu viermonatiges Modul in einer akademischen Lehrpraxis an. Vier Wochen davon sind Pflicht. Ebenfalls in dieser Form einzigartig ist das Mentoring-Programm Allgemeinmedizin. Die Studierenden können sich dabei bereits ab Studienbeginn eine Lehrpraxis aussuchen, in der sie pro Semester an vier Tagen einem/einer Allgemeinmediziner/in über die Schulter schauen und so einen Einblick in allgemeinmedizinisches Denken und Handeln bekommen. Im letzten Jahr nutzten bereits rund 90 Studierende dieses Angebot. Gemeinsam mit dem Land Tirol wird darüber hinaus an einer neuen Ausbildungsschiene speziell für das Fach Allgemeinmedizin gearbeitet. Auch eine eigene Professur für das Fach soll mit Unterstützung des Landes Tirol eingerichtet werden. Allerdings verwies Rektor Fleischhacker auch auf weitere wichtige Faktoren: Welchen Beruf die AbsolventInnen nach ihrer Promotion ergreifen, hängt von den Rahmenbedingungen, der Qualität der postpromotionellen Ausbildung und den Verdienstmöglichkeiten ab.

Bundesminister Heinz Faßmann begrüßte die Maßnahmen zur Stärkung der Allgemeinmedizin und die positive Entwicklung der Medizinischen Universität Innsbruck in den Kernbereichen Forschung, Lehre und Krankenversorgung. „Österreich hat im internationalen Vergleich eine hohe Anzahl an Studienplätzen und Absolventen in Humanmedizin und die Medizinischen Unis in Österreich garantieren eine stabile Zahl an Absolventinnen und Absolventen – so auch die Medizinische Universität in Innsbruck. Der vielzitierte Ärztemangel ist jedenfalls keine Folge des geregelten Zugangs. Ganz im Gegenteil: Eine ausführliche Evaluierung hat gezeigt, dass sich ein Zugangsmanagement positiv auf den Studienverlauf, die Studienzufriedenheit und die Abschlüsse auswirkt. Die Studienabschlüsse in Regelstudienzeit stiegen an allen Medizinuniversitäten deutlich an, an der Medizinuniversität Innsbruck z.B. von rund 40% auf über 70%. Die Herausforderungen liegen somit nicht in der universitären Ausbildung, sondern im postpromotionellen Bereich.“

(B. Hoffmann-Ammann)

Weitere Informationen:

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 15.3.2019, 09:43:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo