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Erstmals nachgewiesen: Direkter Schutz der Niere durch SGLT2 Hemmer

Einem Forschungsteam der Univ.-Klinik für Innere Medizin IV, Nephrologie und Hypertensiologie (Direktor: Gert Mayer), ist es erstmals gelungen, direkte Schutzeffekte von SGLT2 Hemmern in Nierenzellen nachzuweisen und damit den positiven Effekt dieser neuen Medikamente auf PatientInnen mit diabetischen Nierenerkrankungen zu erklären.

SGLT2 Hemmer blockieren in der Niere einen wichtigen Glukosetransporter und führen dadurch ab einem gewissen Blutzuckerspiegel zu einer vermehrten Ausscheidung von Glukose über den Urin. Aufgrund dieser blutzuckersenkenden Wirkung sowie weiterer positiver Effekte auf Blutdruck und Körpergewicht wird diese neue Substanzklasse zunehmend und recht erfolgreich in der Therapie von PatientInnen mit Diabetes mellitus Typ II eingesetzt. Neueste klinische Studien konnten darüber hinaus einen schützenden Effekt dieser SGLT2 Hemmer auf Herz und Nieren zeigen.


Die AutorInnen Sebastian Sallaberger, Gert Mayer, Markus Pirklbauer, Herbert Schramek, Johannes Leierer und Lisa Fuchs (v.l.).

Zugrundeliegende Mechanismen aufgeklärt

„Unabhängig von ihrer glukosesenkenden Wirkung verlangsamen SGLT2 Hemmer das Fortschreiten einer Nierenfunktionseinschränkung bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Die zugrundeliegenden Mechanismen wurden bislang kaum untersucht und sind weitgehend unbekannt. Da ein bestimmter Abschnitt des Nierentubulussystems eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der diabetischen Nephropathie spielt, studierten wir mögliche direkte Effekte der SGLT2 Hemmung in Nierentubuluszellen“, erklärt Markus Pirklbauer, Erstautor der kürzlich im renommierten American Journal of Physiology – Renal Physiology erschienenen Arbeit. Es konnte dabei auf mehreren Ebenen gezeigt werden, dass die beiden SGLT2 Inhibitoren Empagliflocin und Canagliflocin verschiedene Mechanismen beeinflussen, die zur Schädigung von Nieren bei DiabetikerInnen führen. So konnte u.a. eine hemmende Wirkung auf Thrombospondin 1, Tenascin C und Platelet-derived Growth Factor subunit B nachgewiesen werden – drei Proteine, die sowohl an der Entstehung der diabetischen Nephropathie wie auch der Nierenfibrose beteiligt sind.

Die Studienergebnisse liefern erstmals Hinweise auf direkt schützende Effekte von SGLT2 Hemmern in Nierentubuluszellen und könnten somit die positive Wirkung dieser neuen Medikamente bei PatientInnen mit diabetischer Nierenerkrankung erklären.

Noch vor ihrem Erscheinen wurde die Innsbrucker Forschungsarbeit im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie 2018 mit dem Posterpreis und außerdem im Jänner 2019 im Rahmen der 21th International Conference on Dialysis Advances in Kidney Disease in New Orleans mit dem Best Abstract Award ausgezeichnet.

 

Links:

Unravelling reno-protective effects of SGLT2 inhibition in human proximal tubular cells. Pirklbauer M, Schupart R, Fuchs LC, Staudinger P, Corazza U, Sallaberger S, Leierer J, Mayer G, Schramek H. Am J Physiol Renal Physiol. 2018 Dec 12. [Epub ahead of print]
https://doi.org/10.1152/ajprenal.00431.2018 

Univ.-Klinik für Innere Medizin IV, Nephrologie und Hypertensiologie
https://www.i-med.ac.at/patienten/kliniken/innere_medizin_4.html

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 24.1.2019, 13:59:08ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo