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Preis der Stadt Innsbruck

Preis der Stadt Innsbruck für zwei BiologInnen der Medizin Uni Innsbruck

Im Rahmen eines feierlichen Festaktes wurde am 29. November im Bürgersaal des Historischen Rathauses der Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung 2018 an der Medizinischen Universität Innsbruck vergeben. Mariana Araujo und Andreas Naschberger freuten ich über die Auszeichnung ihrer gemeinsam verfassten Forschungsarbeit, in der es ihnen gelang, die molekulare Struktur eines im Krebsgeschehen zentralen Proteinkomplexes zu beschreiben.

Seit 2006 vergibt die Landeshauptstadt Innsbruck jedes Jahr in Anerkennung der wissenschaftlichen Forschung an den beiden Universitäten einen Preis. Die Auszeichnung geht jeweils in einem Jahr an die Medizinische Universität Innsbruck sowie in den beiden darauf folgenden Jahren an die Leopold Franzens-Universität in den Sparten Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft. Die jeweilige Universität führt die Ausschreibung durch und schlägt die PreisträgerInnen vor. Die Stadt Innsbruck möchte damit junge NachwuchsforscherInnen würdigen. Der zur Verfügung gestellte Betrag kann für eine Forschungsarbeit vergeben, aber auch auf mehrere PreisträgerInnen aufgeteilt werden. In diesem Jahr geht die mit 20.000 € hochdotierte Auszeichnung an Mariana Araujo und Andreas Naschberger für ihre gemeinsame, im renommierten Fachjournal Science veröffentlichte Forschungsarbeit.

Licht auf die molekulare Struktur von LAMTOR

Gemeinsam mit weiteren KollegInnen am Innsbrucker Biozentrums ist es den beiden BiologInnen gelungen, die dreidimensionale Struktur des LAMTOR Komplexes und seiner Bedeutung für die Signalübertragung aufzuklären. Die Signalweiterleitung in Zellen spielt im Verlauf der Tumorentstehung, wie auch der Immunantwort und damit in der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Metabolisches Syndrom eine essentielle Rolle. Der LAMTOR-Komplex ist ein bereits vor 16 Jahren u.a. durch die Arbeitsgruppe des Tiroler Zellbiologen Lukas A. Huber identifizierter Verband aus fünf derzeit bekannten Gerüst- und Regulatorproteinen, der eine Vielzahl wichtiger Vorgänge in der Zelle steuert und als Schaltweiche für zwei zentrale, in der Krebsentstehung hyperaktive, Signalwege verstanden werden kann. Mit der Aufklärung der detaillierten atomaren Struktur von LAMTOR und seiner einzelnen Komponenten ebnen Araujo und Naschberger den Weg für die Entwicklung neuer Therapieansätze. „Auf Grundlage dieser strukturellen Ansicht war es uns möglich, ganz gezielt Mutationen, die den Komplex verändern und beeinträchtigen, mittels CRISPR/CAS9 Gen-Scheren in der Zellkultur nachzustellen und zu studieren und damit quasi eine Vorschau auf potentielle neue Medikamente, die den Komplex abschalten könnten, zu erhalten“, so die beiden PreisträgerInnen.

Die PreisträgerInnen

Die gebürtige Portugiesin Mariana Eca Guimaraes de Araujo studierte an der Universität Évora Biologie, ehe sie ihr PhD-Studium im Programm Molecular Cell Biology and Oncology (MCBO) an der Sektion für Zellbiologie des Biozentrums unter Lukas A. Huber 2008 mit Auszeichnung abschloss. In der Arbeitsgruppe des Zellbiologen Lukas Huber forscht die 40-jährige Molekularbiologin derzeit unter anderem zur Signalweiterleitung in Zellen und zur Funktion und Strukturaufklärung von Gerüstproteinen, um Erkrankungen besser verstehen und  darauf aufbauend neue Therapiekonzepte entwickeln zu können.

Andreas Naschberger wurde 1981 in Kufstein geboren. Nach einem Bachelorstudium in Biologie, einem Masterstudium in Molekularbiologie und einem Bachelorstudium in Mechatronik schloss er sein Doktoratsstudium im Programm Molecular Cell Biology (MCB) an der Sektion für Biologische Chemie des Biozentrums unter dem Strukturbiologen Klaus Scheffzek mit Auszeichnung ab. Derzeit forscht er als PostDoc an der Sektion für Genetische Epidemiologie zum Glykoprotein Afamin, dessen molekulare Struktur er ebenfalls aufklären konnte.

(D. Heidegger)

Link:

Crystal structure of the human lysosomal mTORC1 scaffold complex and its impact on signaling. de Araujo MEG, Naschberger A  et al. Science. 2017 Oct 20.

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 7.12.2018, 10:30:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo