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Mediziner und Neurowissenschafter Klaus Seppi berufen

Am 1. Oktober tritt der Mediziner, Neurowissenschaftler und Leiter der Parkinson und Huntington Ambulanz an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie, Klaus Seppi, seine Professur in Neurologie mit dem Schwerpunkt Bewegungsstörungen an.

Die Erforschung und Behandlung von neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson,  hat an der Medizinischen Universität Innsbruck einen besonderen Stellenwert. Einer der herausragenden Kliniker und Forscher auf diesem Gebiet ist der gebürtige Südtiroler Klaus Seppi, der nach  seinem  1999 abgeschlossenen Medizinstudium in Innsbruck  seine Facharztausbildung in Neurologie mit den Additivfacharztausbildungen Geriatrie und Intensivmedizin absolvierte und sich 2006 an der Medizinischen Universität Innsbruck mit der Schrift „Differentialdiagnose und natürlicher Verlauf der Multisystematrophie - klinische und bildgebende Befunde“ habilitierte. Dass Klaus Seppi Innsbruck beruflich treu geblieben ist, hat auch mit der exzellenten neurowissenschaftlichen Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck zu tun und so folgt der mehrfach ausgezeichnete Mediziner und Wissenschaftler nun, trotz internationaler Angebote, dem Ruf der Medizinischen Universität Innsbruck.

Grundlagen und klinische Forschung

Die wissenschaftlichen Tätigkeiten von Klaus Seppi haben einen klinischen Fokus, der auf der Diagnostik und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen – vor allem der Parkinson Syndrome – und der Rolle von Biomarkern in der Frühdiagnose neurodegenerativer Parkinsonsyndrome liegt.  „Wie bei vielen anderen neurologischen Krankheiten besteht besonders auch bei Parkinson die Erfordernis einer möglichst frühen Diagnose. Wenn man Parkinson früh erkennen könnte – noch ehe Symptome auftreten – könnte eine frühzeitige Behandlung mit noch zu entwickelnden Medikamenten den Krankheitsverlauf möglicherweise verzögern oder aufhalten und Behinderungen eindämmen bzw. unterbinden“, meint der Parkinson-Experte. „Methodisch zeichnet sich meine wissenschaftliche Tätigkeit neben der Beherrschung der verfügbaren quantitativen klinischen Skalierungsinstrumente im Fachgebiet der Neurologie, vor allem durch den klinischen Einsatz moderner zusatzdiagnostischer Methoden wie Neuro-Bildgebung, aber auch durch Kenntnisse der klinischen Neuropharmakologie und Methodologie klinischer Studien aus“, erklärt Seppi, der mit der Neurobildgebung in der Diagnose neurodegenerativer Parkinson-Syndrome, der Frühdiagnose neurodegenerativer Parkinson-Syndrome, Risikofaktoren für die Parkinsonkrankheit, Klinischen Studien mit neuen Therapieverfahren sowie evidenzbasierter Therapie bei Morbus Parkinson neue Wege beschreiten möchte. Dies sei, so Seppi, nur durch Kooperationen möglich. „Meine über die letzten Jahre aufgebauten internationalen Kooperationen und Netzwerke sowie die hochranginge Verankerung in der MDS (International Parkinson and Movement Disorders Society) erleichtern nicht nur das Einbringen unseres Zentrums in internationale Verbünde, sondern auch das Einbinden der Medizinischen Universität Innsbruck in internationale, multizentrische, klinische und epidemiologische Projekte sowie Medikamentenstudien“, sagt Seppi. So sollen geplante Schwerpunkte der klinischen Forschung im Bereich der degenerativen Bewegungsstörungen die Fortführung der Entwicklung und Validierung von neuen Biomarkern, Charakterisierung zum Verlauf sowie die Validierung neuer Therapien mit klinischen Studien mit internen (siehe Infobox unten), nationalen und internationalen Partnerinstitutionen nicht nur intensiviert, sondern auch ausgebaut werden. In diesem Sinne ermöglicht die Vernetzung der von Seppi geleiteten Huntington-Spezialambulanz als einziges österreichisches Zentrum mit dem internationalen ENROLL-HD Register den an derHuntington-Spezialsprechstunde behandelten Huntington-PatientInnen und -GenträgerInnen an neuen innovativen Therapiestudien teilnehmen zu können. „Da die umfassende neurologische Basisversorgung von PatientInnen mit dem breiten Spektrum aller Bewegungsstörungen auf hohem Niveau für mich hohe Priorität hat, liegt ein weiteres Ziel in der integrierten Versorgungsmedizin von Parkinson-PatientInnen. Durch die Einführung eines Tiroler Parkinson-Netzes soll die Zusammenarbeit mit anderen neurologischen Fachabteilungen in Westösterreich, mit dem niedergelassenen ärztlichen Bereich, mit niedergelassenen rehabilitativen Einrichtungen und mit Alten- und Pflegeheimen in vertikalen Netzwerken vertieft und verbessert werden“, so der Mediziner.

„Der klinische Bereich der Bewegungsstörungen an der Medizinischen Universität Innsbruck hat international ein hohes Ansehen. Daher freue ich mich sehr darüber, dass ich zentral dazu beitragen kann, den klinischen Forschungsschwerpunkt zu Bewegungsstörungen fortzuführen und weiter auszubauen“, meint Klaus Seppi in Hinblick auf seine neuen Aufgaben an der Universitätsklinik für Neurologie abschließend.

(D. Bullock)

Biografische Daten und außeruniversitäre Aktivitäten:

  • Geboren 1973 in Bozen, Südtirol
  • Studium der Humanmedizin in Innsbruck
  • Auslandsjahr in Freiburg
  • Promotion Dr. med. univ. 1999
  • Habilitation 2006
  • Facharzt 2007
  • Vorsitzender der Studiengruppe der österreichischen Parkinsongesellschaft
  • Aktiv im europäischen Leitungsgremium der International Parkinson and Movement Disorder Society
  • Aktiv im Evidence Based Medicine Committee der International Parkinson and Movement Disorder Society
  • Mitglied in der Expertengruppe der Erstellung von Leitlinien der DGN (deutsche Gesellschaft für Neurologie): S2k-Leitlinie „Chorea/Morbus Huntington“ (2018) (AWMF-- Registriernummer 030/028) und S3-Leitlinie der DGN „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ (federführend: Kapitel „Depression und Psychose“) (AWMF-Registriernummer 030/010) (2016)

Parkinsonforschung an der Medizinischen Universität Innsbruck:

Grundlagenforschung: Gemeinsame Einrichtung für Neurowissenschaften, Abteilung für klinische Neurobiologie an der Universitätsklinik für Neurologie

Angewandte klinische Forschung: Neuro Imaging Research Core Facility, Universitätsklinik für Neuroradiologie, Universitätsklinik für Nuklearmedizin, Forschungsbereich für Computational Neuroscience der Universitätsklinik für Neurologie.

Diese Institutionen ergänzen sich, damit in translationalen Ansätzen auf die Identifikation von klinischen, bildgebenden und laborbasierten Risikomarkern und Biomarkern der Parkinsonerkrankung fokussiert werden kann, mit dem Ziel der Frühidentifikation von Risikopopulationen und Krankheitsprävention durch Risikomodifikationsstrategien.


 

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