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Herzinfarkt-Therapie: Intramyokardiale Blutung als wichtiger Prognosemarker

Die Verbesserung der Versorgung von Herzinfarkt-PatientInnen steht im Fokus der Forschungsarbeit der Arbeitsgruppe von Bernhard Metzler an der Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie. In einer neuen Forschungsarbeit berichtet sein Mitarbeiter Sebastian Reinstadler von der Relevanz intramyokardialer Blutungen als wichtiger Marker für das Outcome von Herzinfarkt-PatientInnen.

Etwa die Hälfte der PatientInnen mit akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) zeigt auch nach erfolgreicher Wiederherstellung des Blutflusses im infarktbezogenen Koronargefäß mittels primärer perkutaner Koronarintervention eine anhaltende Störung der mikrovaskulären Durchblutung. Die pathophysiologischen Grundlagen dieser Mikrozirkulationsstörung sind komplex und nicht abschließend verstanden. Ein wesentlicher pathophysiologischer Prozess ist jedoch die „Ischämie-Reperfusionschädigung“, welche zur mikrovaskulären Obstruktion (Verschluss) führt, die mittels kardialer Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen werden kann und sehr stark mit einer schlechten Prognose nach STEMI korreliert. Für das langfristige Outcome der PatientInnen spielt die Obstruktion kleinster Mikro-Gefäße also eine entscheidende Rolle. „Im Rahmen der Mikrozirkulationsstörung kann es zusätzlich auch zum Austritt von Erythrozyten in das umliegende Infarktgewebe kommen. Die Relevanz dieser sogenannten intramyokardialen Blutung ist beim STEMI jedoch unklar“, erklärt der junge Kardiologe Sebastian Reinstadler aus der Arbeitsgruppe von Bernhard Metzler. Nun hat die Gruppe erstmals die klinische Bedeutung dieser intramyokardialen Hämorrhagie untersucht. „Mit sogenannten T2-gewichteten MRT-Sequenzen konnten wir in 23 Prozent der STEMI PatientInnen (n=264) ein Einbluten im Infarktgewebe nachweisen. In weiterer Folge konnte gezeigt werden, dass jene Patientinnen und Patienten mit intramyokardialer Blutung eine deutlich schlechtere Prognose hatten als jene ohne Einblutung“, so Reinstadler.

Die im European Heart Journal – Cardiovascular Imaging veröffentlichten Daten legen nahe, dass der Nachweis einer intramyokardialen Blutung bei STEMI PatientInnen einen wichtigen Prognosemarker darstellt und möglicherweise auch ein neues Therapieziel sein kann.

(D. Heidegger)

Links:

Intramyocardial haemorrhage and prognosis after ST-elevation myocardial infarction. Sebastian J Reinstadler, Thomas Stiermaier, Martin Reindl, Hans-Josef Feistritzer, Georg Fuernau, Charlotte Eitel, Steffen Desch, Gert Klug, Holger Thiele, Bernhard Metzler, Ingo Eitel. European Heart Journal - Cardiovascular Imaging, jey101, https://doi.org/10.1093/ehjci/jey101

Univ.-Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie)
https://www.i-med.ac.at/patienten/kliniken/innere_medizin_3.html

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 20.9.2018, 10:49:01ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo