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OeNB fördert zwei neue Projekte an der Medizinischen Universität Innsbruck

Das Direktorium der Österreichischen Nationalbank (OeNB) hat in der Vergabesitzung Ende des vergangenen Jahres die Finanzierung von 48 Projekten mit knapp über fünf Millionen aus Mitteln des Jubiläumsfonds zur Förderung der Forschungs- und Lehraufgaben der Wissenschaft genehmigt. Unter den 18 ausgewählten Projekten der Kategorie Medizinische Wissenschaften, die mit 1,89 Millionen Euro gefördert werden, sind auch zwei Projekte der Medizinischen Universität Innsbruck.

Mit insgesamt 371 Förderanträgen gab es für die zweite Vergabesitzung 2016 eine neue Höchstanzahl von Einreichungen. Die geförderten Projekte teilen sich auf die Wissenschaftsbereiche Wirtschaftswissenschaften mit dem aktuellen Schwerpunkt („Competitiveness in Austria – stylized facts, economic analysis, challenges and policy options“), Medizinische Wissenschaften mit dem aktuellen Schwerpunkt „Organersatz und Transplantation“, Sozialwissenschaften sowie Geisteswissenschaften auf.             

Nach einer grundlegenden Überarbeitung gelten ab dem Einreichzeitraum 01.02.2017 neue Richtlinien des Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank, die sich wesentlich auf Einreichmöglichkeiten von Projektanträgen, das Begutachtungsverfahren sowie die Abrechnungsmodalitäten von bewilligten Projekten auswirken werden. Für die Vergabesitzung im Jahr 2017 (Entscheidung Dezember) endet die Einreichfrist für Projektanträge am 5. April 2017.

Zwei Projekte an der Medizinischen Universität Innsbruck:

„Clinical and translational analysis of  iron dyshomeostasis in patients with pulmonary arterial hypertension”, ao.Univ.-Prof.in Dr.in Judith Löffler-Ragg, Univ.-Klinik für Innere Medizin II

Im Rahmen ihres neuen OeNB-Projektes beschäftigt sich Prof.in Löffler-Ragg, Oberärztin und Mitarbeiterin im Schwerpunkt Pneumologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin II unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Günter Weiss, mit dem systemischen Eisenmangel ohne Anämie, der bei PatientInnen mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) gehäuft auftritt. Bis heute ist unklar, ob dieser Eisenmangel eine unabhängige Komorbidität ist oder in direkter Verbindung mit der Erkrankung steht. So könnten durch Lungenhochdruck-assoziierte Entzündungsmediatoren wie beispielsweise IL-6 oder durch eine Verbindung zwischen dem bei PAH dysfunktionalem TGF-beta Signalweg und der Eisenachse oder durch Modulation von HIF-alpha und der hypoxämisch bedingten pulmonalen Vaskokonstriktion ein direkter Zusammenhang bestehen. Bisher vorhandene Tiermodelle zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Sowohl Eisenmangel als auch Eisenüberschuss führen zu einem Remodelling der pulmonalvaskulären Gefäße mit konsekutiver Rechtsherzinsuffizienz. „Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es“, so Löffler-Ragg, „den Zusammenhang zwischen der physiologischen Kontrolle von systemischem und zellulärem Eisenmetabolismus und der PAH zu verstehen“. Dabei wird gemeinsam mit Dr. Thomas Sonnweber und Mag.a Kathrin Watzinger eine Kohorte von PAH PatientInnen klinisch phänotypisiert und translational der Eisenstoffwechsel mit involvierten Wachstumsfaktoren und Mitochondrienfunktion im Serum und in Monozyten analysiert.

Zytokinexpressionsanalysen und Konfokalmikroskopie zur Beurteilung der Leberorganqualität, Assistenzprofessor Dr. Rupert Oberhuber PhD, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie

A_WeissenbacherDie durch den Erfolg der modernen Transplantationsmedizin immer größer werdende Diskrepanz zwischen PatientInnen, welche auf einen Transplantationstermin warten und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Organen bildet den Hintergrund für das neue OeNB-Forschungsprojekt der jungen TransplantationsmedizinerInnen Dr.in Annemarie Weißenbacher (Bild links) und Dr. Oberhuber. Um einem Engpass entgegen wirken zu können, werden zunehmend auch Organe von älteren SpenderInnn oder von SpenderInnen mit Risikofaktoren für eine Transplantation akzeptiert. Daraus ergibt sich besonders bei der Transplantation von sogenannten marginalen Spenderorganen der Anspruch, neben der Standard Histologie weitere Methoden zur Beurteilung der Organqualität zur Verfügung zu haben. „Im vorliegenden Forschungsprojekt wollen wir neue Methoden, wie die eine Echtzeit-Fluoreszenzmikroskopie, Zytokine Expressionsanalysen sowie eine FACS-Analyse einsetzen und deren Potential als zusätzliche Entscheidungshilfe prüfen“, so Oberhuber, dessen Forschung erst kürzlich auch mit der Zusage von Mitteln aus dem Daniel-Swarovski Forschungsfonds ausgezeichnet wurde. Durch die Verwendung von verschiedenen Farbstoffen werden Leberbiopsien, welche vor der Transplantation genommen werden auf deren Viabilität untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird in weiterer Folge mit dem Ergebnis der Standard Histologie, sowie dem klinischen Verlauf des transplantierten Patienten korreliert. Das Forschungsprojekt wird in enger Zusammenarbeit mit Dr. Martin Hermann, Univ.Prof. Dr. Jakob Troppmair, Univ.Prof. Dr. Dietmar Öfner-Velano (Direktor Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie ) , sowie ao.Univ.-Prof. Stefan Schneeberger realisiert.

(D. Heidegger)

 

Links:

OeNB Forschungsförderung
https://www.oenb.at/Ueber-Uns/Forschungsfoerderung.html

Jubiläumsfons – Neue Richtlinien
https://www.oenb.at/Ueber-Uns/Forschungsfoerderung/Jubilaeumsfonds/einreichung-neu.html

Univ.-Klinik für Innere Medizin II
https://www.i-med.ac.at/patienten/ukl_inneremedizin2.html

Schwerpunkt Pneumologie
https://inneremed6.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=forschung/pneumologie

Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie
http://www.chirurgie-innsbruck.at/de/start

 

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 16.3.2017, 16:25:00ximsTwitter LogoFacebook Logo