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Trainingsnetzwerk IMMUTRAIN: Ausbildung von Immuntherapie-SpezialistInnen

IMMUTRAIN heißt ein neues EU-Projekt, das im Dezember des vergangenen Jahres gestartet und auf die hochspezialisierte Ausbildung von DoktorandInnen im Bereich der Forschung zur Krebsimmuntherapie fokussiert ist. In das von der Ludwig Maximilians Universität München aus koordinierte Marie Skłodowska-Curie Trainings Network ist auch Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Patrizia Stoitzner von der Univ.-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie eingebunden.

Ein funktionierendes Immunsystems ist in der Lage, Krebszellen abzutöten. Wenn Krebszellen aber mittels Mutationen Eigenschaften entwickeln, durch die das Immunsystem die veränderten Krebszellen nicht mehr erkennen und eliminieren kann, entsteht Krebs. Die immunonkologische Forschung versucht deshalb seit einigen Jahren, körpereigene Abwehrmechanismen gegen Tumoren nutzbar zu machen und konnte 2013 mit ersten klinischen Studien und Erfolgen einen Durchbruch verzeichnen. Vor allem bestimmte Krebsformen, wie Haut- und Lungenkrebs sprechen auf diese neuen Therapieformen gut an. Das Verständnis des komplexen Zusammenspiels von Tumorzellen, Immunzellen und Signalwegen und seines vielversprechenden Potentials für die Krebstherapie ist jedoch nur teilweise erforscht, weshalb der spezifischen Ausbildung von Krebsimmuntherapie-SpezialistInnen auch von Seiten des EU Forschungsrahmenprogramms HORIZON 2020 Priorität eingeräumt wird. Auf der langen und bewährten Forschungskooperation zwischen den dermatologischen Forschungslaboren der Univ.-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie (Direktor Univ.-Prof. Dr. Matthias Schmuth) und Prof. Stefan Endres, Projektkoordinator und Leiter der Abteilung für Klinische Pharmakologie an der LMU, gründet sich nun auch die Mitarbeit des Labors von Patrizia Stoitzner im IMMUTRAIN-Konsortium.

Aufbau einer exzellenten ForscherInnen-Generation
Die Europäische Kommission fördert mit Innovativen Trainings Netzwerken wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Innovation und verbessert die Karriereaussichten von Forscherinnen und Forschern durch die Entwicklung ihrer Fähigkeiten in Unternehmertum, Kreativität und Innovation. Im Rahmen von IMMUTRAIN sollen nun 15 PhD StudentInnen auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie ausgebildet werden. Zentrales Ziel ist, die Effektivität der Antikörper-Therapie durch die Kombination mit anderen immuntherapeutischen Ansätzen zu verbessern. „Der Vorteil unseres Konsortiums besteht darin, dass die Zusammensetzung der Teams technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Aspekte abdeckt, sodass wir dem Anspruch anwendungsorientierter Ergebnisse voll und ganz gerecht werden können“, erklärt Patrizia Stoitzner, Leiterin des Labors für Langerhanszell-Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck und eine von insgesamt 13 IMMUTRAIN-ProjektleiterInnen.

Dendritische Zellen für die Immuntherapie
Dendritische Zellen – sogenannte Wächterzellen des Immunsystems – und Langerhanszellen, die dendritischen Zellen der Haut, besitzen besonders großes Potenzial für die Immuntherapie und stehen im Fokus der Forschung von Patrizia Stoitzner. „Sie sind in der Lage, den T-Zellen Gefahr zu signalisieren und eine Immunantwort einzuleiten. Dieser Mechanismus bildet den Ansatzpunkt für eine Reihe von Strategien zur immunologischen Therapie von Krebserkrankungen: Etwa indem aus Blut von PatientInnen dendritische Zellen gezüchtet und mit spezifischen, synthetisch hergestellten Antigenen beladen werden, sodass sie nach der Verabreichung im Patienten Immunreaktionen gegen den Tumor auslösenerklärt die Immunbiologin, in deren Labor ebenfalls eine DoktorandIn aus dem Ausland ein Forschungsprojekt im Rahmen von IMMUTRAIN umsetzen wird.

Noch bis 11. März ist das Portal für die Bewerbung auf eine der 15 PhD-Stellen geöffnet. Nach einer Vorauswahl und Hearings an den jeweiligen Standorten sollen die PhD-StudentInnen spätestens am 1. August mit ihrer Forschungsarbeit starten. Während dieser Ausbildung werden mehrmonatige Aufenthalte in anderen IMMUTRAIN-Arbeitsgruppen für den nötigen Know-How-Transfer sorgen.

„Dabei werden nicht nur Reagenzien und Forschungsideen ausgetauscht. Das IMMUTRAIN-Netzwerk wird zu nachhaltigen Ergebnissen und Kooperationen beitragen“, ist sich Patrizia Stoitzner sicher.

(D. Heidegger)

 

Links:

IMMUTRAIN
Univ.-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Laboratory for Langerhans Cell Research
Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen
FWF: Am Puls

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 2.3.2016, 09:58:43ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo