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FWF: Erfolgreiche Drittmitteleinwerbung

In der vergangenen Sitzung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) wurden insgesamt acht Projekte der Medizinischen Universität Innsbruck bewilligt. Neben fünf klinischen Forschungsprojekten (KLIFF-Call) genehmigte das FWF-Kuratorium zwei Einzelprojekte sowie einen Antrag im Rahmen des Lise-Meitner-Programms der Medizinischen Universität Innsbruck. Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Christine Bandtlow lud die ForscherInnen zu einer Zusammenkunft.

Der FWF ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Unterstützung der Grundlagenforschung. Ein erfolgreiches Abschneiden bei den Ausschreibungen ist daher ein Indiz dafür, wie das wissenschaftliche Potential einer Universität bewertet wird. Finanzielle Mittel sind neben einer entsprechenden Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche klinische Forschung und Grundlagenforschung. Univ.-Prof.in Dr.in Christine Bandtlow, seit 1. Oktober als Vizerektorin für Forschung und Internationales im Amt, nahm die erfolgreiche Drittmitteleinwerbung von ForscherInnen bei FWF-Ausschreibungen der Medizinischen Universität Innsbruck zum Anlass, die ProjektleiterInnen und FörderempfängerInnen zu einem Treffen einzuladen. „ FWF-Mittel genießen einen hohen Stellenwert, weil es bei stetig steigendem Antragsvolumen, aber gleichbleibendem Budget leider immer schwieriger wird FWF-Anträge erfolgreich durch das qualitativ sehr anspruchsvolle Begutachtungsverfahren zu bringen. Es freut mich deshalb sehr, dass unsere ForscherInnen hier so erfolgreich waren und mit den FWF-Mitteln wichtige Projekte aus der Grundlagenforschung und klinischen Forschung realisiert werden können. “ Die Vizerektorin betonte, dass erfolgreiche Wissenschaft einer Universität ganz wesentlich durch das persönliche Engagement und Einsatz ihrer ForscherInnen getragen wird und wünscht allen viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Porjekte.

Die fünf neuen KLIF-Projekte an der Medizinische Universität Innsbruck:

  • „Kardiale Magnetresonanz-Spektroskopie bei der Parkinsonkrankheit“ (KLI 380)
    Univ.-Prof. Dr. Gregor K. WENNING (Univ.-Klinik für Neurologie)
  • „Zelluläre Mikropartikel als neue Biomarker für DCI nach SAB“ (KLI 375)
    Assistenzprofessor Priv.-Doz. Dr. Ronny BEER (Univ.-Klinik für Neurologie)
  • „Emotionale Intelligenz bei schizophrenen und bipolaren affektiven Störungen“ (KLI 366)
    Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Alex HOFER (Univ.-Klinik für Biologische Psychiatrie)
  • „Langzeiteffekt einer Gewichtsabnahme auf Atherosklerose“ (KLI 348)
    ao.Univ.-Prof. Dr. Christoph EBENBICHLER (Univ.-Klinik für Innere Medizin I)
  • „Kardiopulmonale Funktion nach Operation von Thoraxdeformitäten“ (KLI 312)
    Assistenzprofessorin Priv.-Doz.in Dr.in Barbara DEL FRARI (Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie)

Projektkurzbeschreibung: https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/676857.html

Einzeprojekte:

  • „Thrombozyten und Komplement in der Pathogenese invasiver Pilzinfektionen“ (P26117)
    ao.Univ.-Prof. Mag.Dr.rer.nat. Cornelia Speth (Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie)
  • „Glukokortikoide und regulatorische T-Zellen“ (P26362)
    ao.Univ.-Prof. Mag.Dr.rer.nat. Gerrit-Jan Wiegers (Sektion für Entwicklungsimmunologie)

Lise-Meitner-Programm

  • „PKCtheta/Coronin 1A Achse in CD4+ T-Zell-Subpopulationen“ (M01636)
    Dr.in Kerstin Siegmund (Sektion für Zellgenetik)

Projektkurzbeschreibungen:

„Thrombozyten und Komplement in der Pathogenese invasiver Pilzinfektionen“ (P26117)
ao.Univ.-Prof.in Mag.aDr.in Cornelia Speth (Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie)

Invasive Pilzinfektionen (IFI) sind mit einer hohen Sterblichkeit verbunden, was die Notwendigkeit detaillierterer Kenntnisse über antifungale Abwehrmechanismen verdeutlicht. Unter den Schimmelpilzen verursachen Aspergillus spp. und Mucormyzeten (mit Lichtheimia spp. als wichtigster Gattung) den Großteil schwerer Erkrankungen bei Menschen. Die derzeitigen Therapieansätze zeigen nur begrenzte Wirkung, neue Therapiemöglichkeiten sind daher gefragt. Auch hierbei kann die Aufklärung der entsprechenden Immunreaktionen helfen.
Thrombozyten erfüllen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen auch essentielle Funktionen in der antimikrobiellen Immunabwehr. Ein Zusammenhang der Pathogenese von invasiven Mykosen mit Thrombozyten scheint offensichtlich, da Thrombozytopenie einen gravierenden Risikofaktor für IFI darstellt und andererseits im Verlauf von IFI Plättchen-Funktionen beeinflusst werden, was sowohl Thrombosen als auch Thrombozytopenie zur Folge haben kann. „Unsere bisherigen Experimente zeigten, dass Aspergillen Faktoren freisetzen, die die Aktivierung von Thrombozyten und in Folge die Deposition von Komplement-Proteinen auf den Plättchen induzieren können“, erklärt Projektleiterin Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Speth. „Wir planen, die Bedeutung dieser Aspergillus-induzierten Aktivierung von Thrombozyten und der nachfolgenden Komplementablagerung auf der Oberfläche näher zu erforschen.“ 

 

„Glukokortikoide und regulatorische T-Zellen“ (P26362)
ao.Univ.-Prof. Mag.Dr. Gerrit-Jan Wiegers (Sektion für Entwicklungsimmunologie)

Die Eigenschaft von Glukokortikoiden (GK) als negative Regulatoren von entzündlichen und immunologischen Prozessen ist seit langem bekannt und infolgedessen werden (synthetische) GK in relativ hohen Dosen klinisch erfolgreich in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Entzündungsreaktionen eingesetzt. Welche Rolle körpereigene, in der Nebennierenrinde des Menschen produzierte, GK im Immunsystem spielen ist jedoch bisher weniger gut erforscht. Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass GK eine entscheidende Rolle in der effizienten Immunantwort spielen, indem sie die Selektion von T-Zellen im Thymus steuern. Nicht bekannt ist aber wie diese Hormone die Entstehung und Funktion von sogenannten regulatorischen T-Zellen (Treg Zellen) beeinflussen. Treg Zellen sind eine besondere Gruppe von T-Zellen, die die Toleranz gegen körpereigene Strukturen sicherstellen. Im Rahmen des vom FWF geförderten Projektes wird ein Modell generiert, in dem das Gen für den Glukokortikoid-Rezeptor (GR) spezifisch in Treg Zellen ausgeschaltet wird. „Wir erwarten von unserem experimentellen Ansatz ein tieferes Verständnis dafür, wie GK ihren Einfluss auf die Funktionen des Immunsystems ausüben. Die Ergebnisse könnten neue Möglichkeiten aufzeigen, die Effizienz von GK-unterstützten Behandlungen zu erhöhen und GK-vermittelte Nebenwirkungen während der Behandlung von Autoimmunerkrankungen zu verringern“, erklärt Projektleiter Univ.-Prof. Mag. Dr. Wiegers.

-       Sektion für Entwicklungsimmunologie: http://www.apoptosis.at/

 

PKCtheta/Coronin 1A Achse in CD4+ T-Zell-Subpopulationen“ (M01636)
Dr.in Kerstin Siegmund (Sektion für Zellgenetik)


Eine effiziente und kontrollierte Aktivierung von T-Lymphozyten ist von entscheidender Bedeutung für ein intaktes Immunsystem, denn eine unkontrollierte Aktivierung kann die Entstehung von Autoimmunität zur Folge haben. T-Zellantworten werden durch komplizierte Signal-Netzwerke, die eine Umsetzung von extrazellulären Informationen in zelluläre Entscheidungen ermöglichen, kontrolliert.

Univ.-Prof. Dr. Gottfried Baier und sein Team an der Medizinischen Universität Innsbruck konnten durch ihre Arbeiten bereits zeigen, dass Mitglieder der Proteinkinase C (PKC) Familie entscheidend an der Signalweiterleitung, die zur Aktivierung und Differenzierung von T-Lymphozyten führt, beteiligt sind. Kürzlich wurde im Labor von Univ.-Prof. Baier mit Coronin 1A ein neuer Interaktionspartner von PKCtheta identifiziert. „Basierend auf diesen Vorarbeiten wollen wir die Rolle von Coronin 1A als Teil des PKCtheta vermitteltem Signal-Netzwerk in CD4+ T-Lymphozyten im Detail untersuchen“, erklärt Dr. Kerstin Siegmund. Die Humanbiologin hat an der Phillips-Universität in Marburg an der Lahn und an der Humboldt-Universität Berlin studiert. Als Postdoc arbeitete sie zunächst am Biozentrum der Universität Basel sowie an der Universität von Calgary bevor sie Ende 2012 eine Forschungsstelle im Team von Prof. Baier angenommen hat. Mit der Bewilligung ihres Antrages im Rahmen des Lise-Meitner-Programm kann die gebürtige Frankfurterin ihre Forschungsarbeit in Innsbruck nun fortsetzen.

 

Link:

Sektion für Zellgenetik
http://www.sfb021.at/baier/

 (B. Hoffmann)

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 24.10.2013, 12:26:00ximsTwitter LogoFacebook Logo