Comprehensive Center für Infektiologie, Immunologie und Transplantation

Mission Statement

Infektiologie und Immunologie sind miteinander eng verwobene Fachgebiete mit zunehmender Bedeutung in Wissenschaft und Medizin. Trotz der historischen Erfolge besteht weiterhin enormer Entwicklungsbedarf in diesen Disziplinen, da Infektionskrankheiten weltweit die Todesursache Nr. 1 darstellen. Mit der Einführung des "Comprehensive Center for Infection, Immunity and Transplantation (CIIT)" soll die interdisziplinären Zusammenarbeit in Forschung und Lehre sowie Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen koordiniert und intensiviert werden. Die fächerübergreifende Zusammenarbeit ist eine essentielle Grundlage für die Verbesserung von Diagnostik und Therapie von infektiologischen und immunologischen Erkrankungen (z.B. Vaskulitiden, systemischer Lupus Erythematodes, Erkrankungen des rheumatologischen Formenkreises, Allergien, Autoimmunerkrankungen). Umfassende Kenntnisse in Immunologie und Infektiologie sind weiters unabdingbare Voraussetzung für das erfolgreiche Management von Patienten nach Organ- oder Knochenmarktransplantationen. Diese in Innsbruck seit Jahren vorhandene Expertise ist deshalb auch zentral in das CIIT eingebunden.

Struktur des CIIT

1. ZIELE DES CIIT

Das CIIT wurde mit März 2010 an der MUI etabliert. Auf dem bestehenden universitären Schwerpunkt "Infektion und Immunität" aufbauend, sind die Ziele des CIIT die Förderung und Koordination der Interaktion der theoretischen und klinischen Einrichtungen der Medizinischen Universität Innsbruck, der Tiroler Forschungsinstitutionen und der Tiroler Krankenanstalten in der Patientenversorgung, Lehre und Ausbildung sowie Forschung. Das CIIT soll insbesondere die Ressourcen bündeln und eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung schlagen. Einen Überblick über die Aktivitäten soll Abb. 1 geben. Das CIIT soll den bestehenden universitären Schwerpunkt "Infektion und Immunität" nach außen hin sichtbar machen.

a) Klinische Patientenversorgung

Der zunehmenden Bedeutung von Infektiologie und Immunologie wurde durch die Einführung spezifischer Facharztausbildungen (u.a. für Hygiene und Mikrobiologie, für Virologie, für Innere Medizin mit Zusatzfacharztausbildung Infektiologie und Tropenmedizin, für Spezifische Prophylaxe und Reisemedizin, für Innere Medizin mit Zusatzfacharztausbildung Rheumatologie, für Dermatologie, für Immunologie) Rechnung getragen. Das CIIT soll die Innsbrucker Expertise in Diagnostik, Therapie und Prävention infektiologischer/immunologischer Erkrankungen, Autoinflammationserkrankungen ("Periodische Fiebersyndrome) und in der Behandlung von Patienten nach Transplantationen bündeln und weiter ausbauen.

Diagnostik:

  • Koordinierung und Optimierung infektiologisch/immunologisch diagnostischer Einrichtungen
  • Optimierung der Prozessabläufe (z.B. gerichtete mikrobiologische Probenabnahmen)
  • Einführung von diagnostischen Falldiskussionen
  • Verbesserung von Qualitätssicherungsmaßnahmen im Sinne von Surveillance (Innsbrucker Resistenzbericht) und Hygienerichtlinien (Kooperation mit Hygienekommission des LKI), Erfassung von Infektionsinzidenzen (v.a. nosokomiale Infektionen, opportunistische Infektionen, Komplikationen von Antikörpertherapien) und Therapie-Outcome-Parametern (Liegedauer, Mortalität, Wiederaufnahmen, Sekundärkomplikationen)

Therapie und Prävention:

  • Optimierung der individuellen Patientenversorgung wie z.B. über den regelmäßigen infektiologischen Konsiliardienst sowie künftig verstärkte interdisziplinäre Kooperation und Vernetzung in der Behandlung von Patienten mit immunologischen Systemerkrankungen, Autoinflammationserkrankungen, Allergien und nach Transplantationen.
  • Einführung von regelmäßig stattfindenden "Infektiologischen/immunologischen/
  • transplantationsmedizinischen (CIIT) Grand Rounds" zur interdisziplinären Diskussion komplexer Fälle. Diese sollen auch für periphere Krankenhäuser offen stehen.
  • Zusätzliche interdisziplinäre Diskussion von spezifischen Fällen in "CIIT-BOARDS"(wie z.B. "Chirurgisch/infektiologischen Fallbesprechung" oder "Mikrobiologische Visiten).
  • Erarbeitung von Behandlungsstandards (basierend auf dem 2009 erschienenen "Innsbrucker Infektionsbüchlein") und Behandlungspfaden im Rahmen der "CIIT-Boards" mit Erweiterung auf immunologische Systemerkrankungen.
  • Diskussion von neuen antimikrobiellen und immunmodulierenden Therapeutika und deren möglichen Einsatzgebieten (Zusammenarbeit mit Arzneimittelkommission).
  • Diskussion und Empfehlung von Präventionsstrategien (Impfung, mikrobiologisches Screening, Prophylaxe, Monitoring).
  • Koordination, Diskussion, Vorstellung und Planung von klinischen Studien (akademische Studien und pharmazeutische Multi-Center-Studien).

b) Lehre und Ausbildung

Das CIIT soll in die prä- und postpromotionelle Lehre im Fachbereich Infektiologie/Immunologie/Mikrobiologie/Transplantationsmedizin eingebunden werden.

  • Einbindung z.B. in die Module "Infektiologie-Immunologie und Allergologie", "Klinische Mikrobiologie" sowie diverser klinischer Fächer (inkl. der angebotenen Spezialvorlesungen und Praktika).
  • Vermehrter Einbindung immunologischer und transplantationsmedizinischer Inhalte in das Doktoratsstudium "Infectious Diseases" mit dem zukünftigen Ziel der Schaffung eines Doktoratskollegs im Bereich Infektiologie/Immunologie/Transplantation.
  • Optimierung von Ausbildungscurricula für die postpromotionelle Ausbildung (z.B. Infektiologie und Tropenmedizin als ZFA Innere Medizin sowie Hygiene und Mikrobiologie, Rheumatologie, Immunologie, Virologie, Allergologie und Transplantationsmedizin)
  • Etablierung eines regelmäßigen interdisziplinären infektiologischen/immunologischen/ transplantmedizinischen Kolloquiums für den wissenschaftlichen Wissensaustausch (Doktoratsstudium).
  • Errichtung eines mikrobiologisch/infektiologischen Lernzentrum zur praxisnahen Schulung von diagnostischen Methoden und präventiv-infektiologischer Maßnahmen am Patienten (z.B. korrekte Blutabnahme, chirurgische Händedesinfektion, Katheterhandhabung, Bed-Side-Tests, Mikroskopieren).

c) Forschung

Belegt durch wissenschaftliche Publikationen und kompetitiv eingeworbene Forschungsdrittmittel gehören Infektiologie und Immunologie zu den erfolgreichsten Forschungsgebieten der MUI. Das CIIT soll diese erfolgreichen Aktivitäten durch Koordination weiter stärken.

  • Stärkung der Infrastruktur für Infektiologie, Immunologie und Transplantationsmedizin (verbesserte personelle, strukturelle und räumliche Rahmenbedingungen).
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (z.B. Förderung der Etablierung von Nachwuchsforschergruppen, Stipendienprogrammen, Auslauf/Übergangsfinanzierungen), Anträge auf Schaffung von Staff-Scientist Gruppen innerhalb des Schwerpunktes durch MUI.
  • Förderung der Kooperation bei Forschungsdrittmittelanträgen und Einwerbung von Drittmitteln für Schwerpunktprogramme (DK, SFB, NFN).
  • Kooperationen und Interaktionen mit Drittmittelgebern aus der Wirtschaft (§27 Projekte, FFG).
  • Verbindung von Grundlagenforschung und Clinical Translational Research.
  • Verstärkte wissenschaftliche Kooperation auf klinischer Ebene (z.B. mikrobiologisch/immunologische Diagnostik, Evaluierung neuer diagnostischer Methoden und Therapiesurveillance- Qualität).
  • Einführung eines "CIIT-Science Day": Meeting der Forscher am Campus.
  • Infektiologisch-immunologisches Kolloquium als interdisziplinärer Wissenschaftsaustausch unter Einladung von internen und externen Sprechern.

2. KOORDINATION DES CIIT

Das CIIT ist ein virtuelles Zentrum, das die Aktivitäten in den Disziplinen Infektiologie inklusive Mikrobiologie und Virologie, Immunologie und Transplantationsmedizin über die historisch gewachsenen Institutionsgrenzen hinweg bündelt und koordiniert.

Das CIIT lebt von der Interaktion und Kooperation der teilnehmenden Personen und Institutionen. Die Teilnahme am CIIT schließt die Teilnahme an anderen Comprehensive Centers oder Schwerpunkten der MUI nicht aus, im Gegenteil die interdisziplinäre Interaktion soll gefördert werden. Univ.-Prof. Günter Weiss wurde vom Rektorat der MUI mit der Etablierung, Koordination und Leitung des CIIT beauftragt. Ferner sind Frau Univ. Prof. Dr. Cornelia Lass-Flörl (Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie), Herr A. Univ. Prof. Dr. Hubertus Haas (Sektion für Molekularbiologie), Herr Univ. Prof. Dr. Johann Pratschke (Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie) und Herr Univ.-Prof. Dr. Matthias Schmuth (Universitätsklinik für Dermatologie) Mitglieder des Gründungsteams; gemeinsam wurde das vorliegende Konzept erstellt. Im Vorfeld haben Mitarbeiter zahlreicher Einrichtungen der MUI und des LKI ihr Interesse an der Mitarbeit im CIIT bekundet.

Die regelmäßig stattfindenden klinisch orientierten Grand Rounds (Infektiologie, Immunologie, Transplantation) und wissenschaftlich ausgerichteten Infektiologisch/Immunologischen Kolloquien werden von entsprechenden Experten und Fachvertretern der Infektiologie, Immunologie und Transplantation organisiert.

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Günter Weiss    
Univ.-Klinik f. Innere Medizin II
E-Mail: guenter.weiss@i-med.ac.at

Sekretariat:
Sonja Harm
Tel.: +43 (0)512/504-23251  
Fax: +43 (0)512/504-23317
E-Mail: sonja.harm@i-med.ac.at

Anichstraße 35 
A-6020 Innsbruck

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