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Marta Campiglio erhält einen der hochdotierten FWF-ASTRA-Preise

Marta Campiglio erhält einen der hochdotierten FWF ASTRA Preise
FWF-ASTRA-Preisträgerin Marta Campiglio widmet sich am Institut für Physiologie den ungelösten Fragen der Muskelbiologie. Foto: Der Knopfdrücker

Um hochtalentierte Forschende im internationalen Wettbewerb zu halten und neue Talente zu gewinnen, vergibt der FWF heuer 18 FWF-ASTRA-Preise. Die mit jeweils rund einer Million Euro ausgestatteten Förderungen unterstützen fortgeschrittene Postdocs auf dem Weg an die Spitze ihres Forschungsfelds. Unter den Ausgezeichneten sind elf Frauen und eine davon ist Marta Campiglio, die ihr Projekt am Institut für Physiologie durchführen wird.

Jede Bewegung – vom Atmen bis zum Laufen – beruht auf einem präzisen Kommunikationssystem in den Muskeln. Elektrische Signale lösen die Freisetzung von Kalzium aus, was zur Muskelkontraktion führt. Obwohl die wichtigsten Proteine dieses Prozesses mittlerweile bekannt sind, ist die genaue Art ihrer Kommunikation nach wie vor eine der größten ungelösten Fragen der Muskelbiologie.

In ihrem ASTRA-Projekt kombiniert Marta Campiglio fortschrittliche Zellmodelle, Strukturbiologie und physiologische Messungen, um die Interaktionen dieser Proteine und die Anzahl der für die Aktivierung der Muskelkontraktion notwendigen molekularen Sensoren zu entschlüsseln. Die Ergebnisse liefern grundlegende Erkenntnisse über die Muskelfunktion und tragen dazu bei, die molekularen Ursachen erblicher Muskelerkrankungen und maligner Hyperthermie zu erklären.

„Der ASTRA-Preis ist für mich eine große Ehre und eine bedeutende Anerkennung meiner Forschung und wissenschaftlichen Karriere. Es ist besonders bestärkend, dass die Wichtigkeit von Grundlagenforschung anerkannt wird und man die Freiheit erhält, ehrgeizigen Forschungsfragen nachzugehen. Der Award motiviert mich, weiterhin die molekularen Mechanismen zu erforschen, die der Funktion und der Erkrankungen von Muskeln zugrunde liegen und ich bin sehr dankbar für diese Unterstützung“, sagt Marta Campiglio, die den Preis am Mittwochabend voll Freude entgegennahm.

Mit ihr freut sich die Medizinische Universität Innsbruck, die mit VR Patrizia Stoitzner bei der feierlichen Preisverleihung im Wiener Rathaus vertreten war. „Marta Campiglio ist eine sehr fokussierte und leidenschaftliche Forscherin, die konsequent ihren Weg geht. Der ASTRA-Preis ist eine starke Bestätigung ihrer Leistungen und eine großartige Motivation“, sagt die Vizerektorin für Forschung und Internationales.

Bei einer festlichen Preisverleihung im Wiener Rathaus nahm Marta Campiglio die Urkunde und den FWF ASTRA Award entgegen. (Foto: FWF/Der Knopfdrücker)
Vizrektorin Patrizia Stoitzner freut sich mit Marta Campiglio und reiste zur Verleihung der Austrian Science Awards nach Wien. (Foto: FWF/Der Knopfdrücker)
Über die FWF-ASTRA-Preise:

Der FWF vergibt insgesamt 18 FWF-ASTRA-Preise in Höhe von jeweils rund einer Million Euro an Wissenschaftler:innen, darunter elf Frauen. Die Ausgezeichneten überzeugten mit ihren Projektideen in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren und bei einem Hearing vor einer internationalen Jury. Die Verteilung der geförderten Projekte verdeutlicht die thematische Vielfalt der Grundlagenforschung: Je etwa ein Drittel stammt aus den Naturwissenschaften und der Technik, der Biologie und Medizin sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Insgesamt begutachtete der FWF in der zweiten Ausschreibungsrunde der FWF-ASTRA-Preise Einreichungen von 170 Forscher:innen. Im Zuge der Programmreform erhöhte er die Gesamtfördersumme bei diesen hochkompetitiven Karriereförderungen auf 22 Millionen Euro, Forschende aus einem breiteren Themenspektrum kommen so zum Zug – bei einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen.

Neben den FWF ASTRA Awards wurden der als „Austro-Nobelpreis“ bekannte FWF Wittgenstein Award und die Zero Emissions Awards für Pionierprojekte für eine klimaneutrale Zukunft an diesem Abend in Anwesenheit zahlreicher Vertreter:innen aus Wissenschaft und Forschung vergeben.

Über Marta Campiglio:

Marta Campiglio ist seit 2009 an der Medizinischen Universität Innsbruck tätig, wo sie zunächst ihr PhD-Studium absolvierte und in der Folge mit einem Hertha Firnberg Fellowship des FWF ihre Forschung fortsetzte. Seither konnte sie drei FWF-Einzelprojekte einwerben und war an zwei DOC-Programmen beteiligt. In Ihrer Forschung konzentriert sie sich auf spannungsabhängige Kalziumkanäle und dabei speziell auf die muskuloskelettale Physiologie, Kalziumsignalwege und molekulare Mechanismen der Muskelkontraktionskontrolle. Für ein tieferes Verständnis von Muskelfunktion bei Gesundheit und Krankheit verbindet Campiglio Molekularbiologie, Mutagenese (Mutationsentstehung, Anm.), Zellphysiologie und Ansätze des Kalzium-Imaging.

(25. Juni 2026, Text: red/FWF, Fotos: FWF/Der Knopfdrücker)

Weitere Links:
FWF
Institut für Physiologie