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FAQs zu KI für Studierende

Hier findest du die am häufigsten gestellten Fragen rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Studium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Falls deine Frage nicht dabei ist, kannst du sie uns am Ende dieser Seite über ein Formular stellen.

Disclaimer: Die vorliegenden FAQs bieten einen Orientierungsrahmen rund um Fragen zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) im Studium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie ersetzen keine juristische Beratung im Einzelfall. Die FAQs werden laufend aktualisiert.

Allgemeines zu generativer KI

Was ist generative KI?

Generative KI bezeichnet Systeme, die auf Basis von Nutzereingaben (sog. Prompts) neue Inhalte erzeugen – etwa Texte, Bilder, Audio oder Video. Der automatisierte Ursprung dieser Inhalte ist dabei nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „Was ist KI überhaupt“

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Eingabe oder Anweisung, die du einem KI-System gibst, um eine Antwort oder einen Inhalt zu erzeugen. Die Qualität des Outputs hängt wesentlich davon ab, wie präzise und durchdacht dein Prompt formuliert ist. Gutes Prompting ist eine Kompetenz, die man lernen und üben kann.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „Umgang mit Chatbots“

Wie vertrauenswürdig sind die Outputs generativer KI?

Generative KI basiert auf statistischen Wahrscheinlichkeitsverteilungen und nicht auf echtem Sprachverständnis. Das bedeutet: Die Systeme erzeugen Wortfolgen, die statistisch wahrscheinlich sind, aber nicht notwendigerweise inhaltlich korrekt. Ausgaben können plausibel klingen und trotzdem falsche Informationen enthalten. KI-Systeme werden daher auch als „stochastische Papageien“ bezeichnet – sie „plappern“ wahrscheinliche Wortfolgen nach, ohne deren Richtigkeit prüfen zu können.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „Was ist KI überhaupt“

Wo liegen die Grenzen generativer KI?

Generative KI-Systeme in ihrer derzeitigen Form haben mehrere grundlegende Schwächen:

  • Sie erzeugen sogenannte „Halluzinationen“, also frei erfundene Fakten, Zitate oder Quellen, die sprachlich überzeugend wirken, aber inhaltlich falsch sind.
  • Sie verfügen über keinen echten Kontextbezug und kennen oft keine aktuellen Entwicklungen, da sie auf Trainingsdaten aus einem bestimmten Zeitraum beruhen.
  • Darüber hinaus sind sie mit Bias behaftet: Die Auswahl und Zusammensetzung der Trainingsdaten kann zu inhaltlichen Verzerrungen führen, die diskriminierende Auswirkungen haben können.
  • Schließlich legen KI-Systeme ihre Quellen nicht nachvollziehbar offen, wodurch die Gefahr besteht, dass generierte Texte unbeabsichtigt Plagiate enthalten.

Die Grundregel lautet daher: Immer prüfen, nie blind übernehmen.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium in den Kapiteln „Was ist KI überhaupt“, „KI und Bias“, „Umgang mit Chatbots“

Wie kann ich den Output einer generativen KI beurteilen?

Um KI-generierte Inhalte zu einem fachlichen Thema beurteilen zu können, ist fundiertes Fachwissen unerlässlich. Ergebnisse sollten stets kritisch hinterfragt und mit Fachliteratur oder anderen verlässlichen Quellen gegengeprüft werden. KI-Output eignet sich als Ausgangspunkt für weitere Recherche, nicht als Ersatz dafür.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel Dokumentation & Kennzeichnung von KI-Nutzung

KI an der Medizinischen Universität Innsbruck

Bietet die MUI KI-Tools an?

Ja. Academic AI ist die KI-Plattform der Medizinischen Universität Innsbruck für Studierende und Mitarbeitende. Die Plattform ist datenschutzfreundlich konzipiert, d. h. Daten bleiben – soweit nicht explizit anders angegeben – auf der Plattform. Academic AI umfasst verschiedene Module, darunter Chatbot, Dokumentenanalyse, Textübersetzung und Tailored AI (eigene Wissensdatenbank), und bietet Zugang zu Sprachmodellen mehrerer Anbieter (ChatGPT, Claude, Gemini, Mistral). Der Zugang erfolgt ausschließlich über die q-Nummer.

→ Alle Infos zu Academic AI: www.i-med.ac.at/de/it/dll/academic-ai-fuer-studierende/

Wer trägt die Kosten?

Die Medizinische Universität Innsbruck stellt Academic AI ihren Studierenden kostenfrei mit einem monatlichen Guthaben an Token im Wert von 5 € zur Verfügung. Bis auf Widerruf werden die Kosten von der Abteilung IT übernommen.

Wichtig: Dieses Guthaben ist kein Spielgeld, sondern verursacht reale Kosten – bitte gehe verantwortungsvoll damit um.

Wie kommen die Kosten zustande?

Die Kosten für die Nutzung von Academic AI richten sich nach der Anzahl der verbrauchten Tokens. Tokens sind die Einheit, in der KI-Systeme Text verarbeiten – ein Token entspricht dabei ungefähr einem Wort oder Wortteil. Jede Anfrage verbraucht Tokens, sowohl für deine Eingabe als auch für die generierte Antwort. Je umfangreicher und komplexer deine Anfrage, desto mehr Tokens werden verbraucht und desto höher fallen die Kosten aus. Auch die Wahl des Sprachmodells beeinflusst den Verbrauch, da leistungsstärkere Modelle in der Regel mehr Kosten pro Token verursachen.

Gibt es eine Anleitung für Academic AI?

Ja, eine ausführliche Anleitung findest du auf Moodle.

Wie geht die MUI mit dem Ressourcenverbrauch von KI um?

KI-Anfragen sind um ein Vielfaches ressourcenintensiver als herkömmliche Suchanfragen, wobei Komplexität der Anfrage und Wahl des Sprachmodells den Energieverbrauch beeinflussen. Die Guidelines for Academic AI der MUI rufen daher zu einem verantwortungsvollen Umgang auf: Überlege vor jeder Anfrage, ob sie tatsächlich notwendig ist oder ob sich dein Anliegen auch mit einer herkömmlichen Suchmaschine klären lässt. Bewusster KI-Einsatz ist nicht nur gute wissenschaftliche Praxis, sondern auch ein Beitrag zur Schonung von Ressourcen.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „KI und Umwelt“

KI im Studium einsetzen

Worauf muss ich bei der KI-Nutzung im Studium achten?

Wenn du KI im Studium einsetzt, musst du die Richtlinie zum Umgang mit KI-Systemen im Lehr- und Prüfungswesen an der Medizinischen Universität Innsbruck beachten.

  • Kläre immer vorab, was in der jeweiligen Lehrveranstaltung erlaubt ist, und dokumentiere deine Nutzung nachvollziehbar.
  • Alle KI-generierten Inhalte sind kritisch zu prüfen – das setzt voraus, dass du die Limitationen und Schwächen von KI-Systemen kennst.
  • Achte auf Datenschutz und Urheberrecht, insbesondere in Bezug auf persönliche Daten, Forschungsdaten und urheberrechtlich geschütztes Material.
  • Halte dich an die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis und wahre in jedem Fall deine Eigenständigkeit als Autor:in.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel Dokumentation & Kennzeichnung von KI-Nutzung

Kann ich KI als Lernbegleiter nutzen?

KI kann im Studium ein hilfreicher Lernbegleiter sein, wenn du sie bewusst einsetzt. Sie kann Motivation, Orientierung und neue Zugänge fördern. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass du eigene Denkprozesse auslagerst oder zentrale Kompetenzen nicht aufbaust, wenn du dich zu stark auf KI verlässt. Ob KI dein Lernen fördert oder behindert, hängt davon ab, ob du Vorschläge prüfst, anpasst und mit eigenständigem Denken verbindest.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „KI als Lernbegleiter“

Darf ich KI beim Schreiben verwenden?

Welche generativen KI-Tools du in welchem Umfang verwenden darfst, entscheiden die Lehrenden in ihren Lehrveranstaltungen. In einer LV kann der Einsatz erlaubt sein, in einer anderen ausdrücklich nicht. Kläre deshalb immer vorab, was erlaubt ist und wie du eine Nutzung dokumentieren musst. Du trägst in jedem Fall die Verantwortung für das, was du einreichst.

Wie kann ich KI beim Schreiben sinnvoll nutzen?

Wenn die KI-Nutzung erlaubt ist, kann sie dich beispielsweise bei der Formulierung von Gliederungen, beim Überarbeiten deiner Sprache oder beim Reflektieren von Fragestellungen unterstützen. Stelle dir vorher folgende Fragen:

  • Wofür genau will ich KI nutzen?
  • Ist das in der Lehrveranstaltung erlaubt?
  • Wie dokumentiere ich es korrekt?
  • Welches Tool passt zu meiner Aufgabe?
  • Und wie würde ich diesen Schritt ohne KI machen?

Diese Fragen helfen dir, bewusst zu entscheiden und deine Eigenständigkeit zu sichern.

Wie darf ich KI beim Schreiben nicht nutzen?

Du darfst KI nicht nutzen, wenn:

  • es in der LV verboten ist oder deine Nutzung den Vorgaben der jeweiligen LV widerspricht,
  • du sie ohne transparente Dokumentation verwendest,
  • du dich komplett auf KI verlässt, d. h. die Verantwortung an ein KI-System abgibst.

Setze KI außerdem nicht so ein, dass sie deinen Lernprozess behindert oder deine Eigenständigkeit als Autor:in in Gefahr bringt. Nutze KI nicht als Abkürzung, sondern als Werkzeug – mit klarem Ziel.

Darf ich persönliche oder sensible Daten in KI-Tools eingeben?

Nein. Gib keine personenbezogenen Daten, Patient:innendaten, vertrauliche Forschungsdaten oder urheberrechtlich geschütztes Material in KI-Tools ein. Auch bei Academic AI gilt: Überlege vor jeder Eingabe, welche Daten du teilst. Sensible Informationen haben in KI-Systemen nichts zu suchen.

Ersetzt KI die eigene Schreibarbeit?

Nein. Es kann verlockend sein, KI als entlastendes Hilfsmittel zu sehen, das dir mühsam empfundene Schreibarbeit abnimmt. Das stimmt aber nur bedingt, denn die Überarbeitung eines KI-generierten Texts kann sehr viel Zeit kosten. Außerdem können dir durch den Einsatz von KI wichtige Lernchancen entgehen, und du erwirbst Kompetenzen möglicherweise nur eingeschränkt.

Rechtliches

Was passiert, wenn ich KI unerlaubt benutze?

Die unerlaubte Zuhilfenahme von ChatGPT und ähnlicher KI-Systeme im Rahmen von (e-)Prüfungen (z. B. KMPs/iKMPs/MCQs) und anderen Leistungserbringungen in einer Lehrveranstaltung fällt unter Erschleichung einer Leistung. Dies hat die Nichtigkeit deiner Leistung zur Folge. Prüfungen, deren Beurteilung für nichtig erklärt wurden, sind auf die Gesamtzahl der Wiederholungen anzurechnen.

⚠️ Die missbräuchliche Nutzung von KI-Technologien kann sogar den Widerruf deines akademischen Grades zur Folge haben.

Beachte daher in jedem Fall die Vorgaben der Lehrenden und die rechtlichen Bestimmungen (siehe dazu insb. „Richtlinie zum Umgang mit KI-Systemen im Lehr- und Prüfungswesen an der Medizinischen Universität Innsbruck“, §§ 73 Abs. 1 Z 2 und 89 Abs. 1 lit. c Universitätsgesetz, § 2a Abs. 3 Z 2 Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz).

Wie muss die KI-Nutzung in schriftlichen Arbeiten dokumentiert werden?

Die Entscheidung, ob KI erlaubt ist, trifft die jeweilige Lehrperson. Wenn KI-Systeme im Rahmen von schriftlichen (Teil-)Prüfungsleistungen oder bei der Erstellung wissenschaftlicher bzw. sonstiger schriftlicher Arbeiten eingesetzt werden, sieht die Richtlinie folgende Angabe in der Eigenleistungserklärung vor:

„Beim Verfassen der vorliegenden Arbeit habe ich [Auflistung der verwendeten Tools, wie z. B. ChatGPT (Version ###), DALL:E (Version ###), Grammarly (Version ###), DeepL (Version ###) etc.] verwendet, um [Grund der Verwendung, wie z. B. die sprachliche Formulierung zu verbessern]. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei der Autorin/dem Autor. Diese Arbeit wurde bisher bei keiner Hochschule oder Universität zur Erlangung eines akademischen Abschlusses oder Diploms eingereicht.“

→ Mehr dazu: Richtlinie zum Umgang mit KI-Systemen im Lehr- und Prüfungswesen & Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel Dokumentation & Kennzeichnung von KI-Nutzung

Ist ein KI-generierter Text ein Plagiat?

KI-generierter Text ist nicht automatisch ein Plagiat im klassischen Sinn, da er nicht direkt aus einer identifizierbaren Quelle kopiert wird. Dennoch können KI-generierte Texte Passagen enthalten, die bestehenden Werken stark ähneln, ohne dass dies kenntlich gemacht wird. Zudem gilt: Wenn du KI-generierten Text als deine eigene Leistung ausgibst, ohne dies zu dokumentieren, verstößt du gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis und gegen die Richtlinie der MUI.

→ Mehr dazu: Selbstlernstrecke KI-Einsatz im Studium, Kapitel „Recht & Ethik“, Dokumentation & Kennzeichnung von KI-Nutzung

⚠️ Hinweis: Bitte beachte in jedem Fall die Richtlinie zum Umgang mit KI-Systemen im Lehr- und Prüfungswesen an der Medizinischen Universität Innsbruck sowie die Vorgaben deiner Lehrenden.