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Alexander Wolfschwenger in einem Klinikbett bei der Spende

Einsatz aus persönlicher Erfahrung

Alexander Wolfschwenger, Medizinstudent im 7. Semester, zögerte nicht, als er die Gelegenheit hatte, einer schwerkranken Patientin Stammzellen zu spenden und ihr so eine Überlebenschance zu schenken. Jetzt nutzt der 24-Jährige seine Erfahrung, um über die Stammzellspende aufzuklären und andere zur Registrierung zu motivieren, auch an seiner Uni: Am 22. April besteht an der Med Uni Innsbruck die Möglichkeit, sich für eine Stammzellenspende typisieren zu lassen.

Terminhinweis:

Rette auch DU ein Leben! Werde Stammzellenspender:in

Wer zwischen 16 und 45 Jahren alt und gesund ist, kann sich mittels Wangenabstrich für eine Stammzellenspende registrieren lassen.

Wann: Mittwoch, 22. April 2026, 11 – 15 Uhr
Wo: Foyer Audimax, Fritz-Pregl-Str. 3, Innsbruck

Der unerwartete Anruf erreichte Alexander Wolfschwenger im September 2025. Der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ teilte ihm mit, dass er – fünf Jahre nach der Registrierung als Stammzellenspender – für eine Spende in Frage käme. Damals lernte der Student gerade für die KMP im 6. Semester. Und obwohl diese große Prüfung anstand, erklärte sich der 24-jährige Oberösterreicher sofort zur Spende bereit. „Ich hätte eher die KMP verschoben als nicht zu spenden, denn eine Prüfung kann man nachholen. Es hat sich dann aber sogar so ergeben, dass ich die Prüfung vorher noch schreiben konnte“, erinnert sich Alexander Wolfschwenger.

Nach zwei gründlichen Voruntersuchungen in einer Spezialklinik in München war klar, dass der Spende nichts im Wege stand. Sie erfolgte zwei Wochen nach dem Anruf, Alexander Wolfschwenger hat sie gut überstanden. „Man erfährt nicht viel über die Person, für die man spendet, aber ich weiß, dass die Stammzellen für eine US-Amerikanerin mittleren Alters gebraucht wurden, die an Akuter myeloischer Leukämie erkrankt war“, erzählt Wolfschwenger. „Es ging ihr sehr schlecht, eine Stammzellenspende war ihre einzige Chance. Ob sie überlebt hat, erfahre ich erst jetzt im Frühjahr 2026, weil man nach einem halben Jahr die Möglichkeit bekommt, anonym einen Brief zu schreiben“, erklärt der Medizinstudent. „Eine Typisierung verpflichtet nicht zur Spende, und auch während des Spendenprozesses hätte ich jederzeit aussteigen können. Aber natürlich weiß ich gerade als Medizinstudent, dass das in diesem Moment für die Frau, die Chemo- und Strahlentherapie erhalten hatte, um ihre eigenen Stammzellen zu eliminieren, den Tod bedeutet hätte.“

Seither ist dem Studenten ein Anliegen, über Stammzellenspenden aufzuklären. „Viele stellen sich den Eingriff für die Spende sehr gravierend vor und fürchten, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen werden“, weiß der 24-Jährige. „Aber zu 90 Prozent ist es keine Knochenmarkspende, sondern die Stammzellen werden über das Blut entnommen, das heißt, es ist eigentlich wie beim Plasmaspenden. Man wird laufend medizinisch überwacht und darf eine Begleitperson mitbringen.“ Fünf Tage vor der Spende hat Alexander Wolfschwenger Spritzen bekommen, damit sich seine Stammzellen vermehren. „Ich habe mich dann gefühlt wie bei einer Grippe, hatte Glieder- und Knochenschmerzen, aber dagegen bekam ich Schmerzmittel und ich bin gut zurechtgekommen,“ erinnert sich der Student.

Mit diesem Wissen und dem Gefühl, jemandem vielleicht das Leben zu retten, möchte Alexander Wolfschwenger auch andere zur Registrierung bewegen. „Ich erlebe immer viel Interesse, wenn ich von meiner Spende berichte, aber auch von meinen Studienkolleginnen und -kollegen sind nicht viele typisiert. Deshalb wollte ich eine unkomplizierte Möglichkeit am Campus organisieren.“ So hat Wolfschwenger eine Typisierungsaktion an der Med Uni Innsbruck initiiert. Diese wird am 22. April vom gemeinnützigen Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ durchgeführt, in Kooperation mit der ÖH-Medizin und der Medizinischen Universität Innsbruck. „Mit einem Wattestab wird ein Wangenabstrich genommen, das ist keine aufwändige Sache“, weiß Alexander Wolfschwenger. Er selbst hatte sich in der Corona-Zeit einfach ein Online-Testkit bestellt.

Flyer mit Hinweis auf Typsieriungsaktion in der Med Uni Innsbruck, Fritz-Pregl-Str. 3 am 22.4. von 11-15 Uhr

„Mit der Typisierung wird man in einer internationalen Datenbank registriert“, erläutert Alexander Wolfschwenger. „Je mehr ‚Ja‘ zur Typisierung sagen, desto höher sind natürlich die Chancen, für Betroffene ein Match zu finden, denn es müssen möglichst zehn von zehn Gewebemerkmale übereinstimmen.“ Zwei Jahre nach erfolgter Spende wird Alexander Wolfschwenger selbst wieder auf die Liste der Spendewilligen gesetzt – die Chance, dass er noch einmal als Stammzellenspender in Frage kommt, ist sehr gering. Aber falls wieder ein Anruf kommen sollte, er würde noch einmal ja sagen.

(15.04.2026, Text: P. Volgger, Foto: privat)