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Peer-Teaching prämiert: Staatspreis für ÖH-Trainingszentrum an der Med Uni Innsbruck

Große Ehre und große Freude für das Team des ÖH-Trainingszentrums an der Med Uni Innsbruck: Das studentische Lehrangebot wurde mit einem der fünf Staatspreise für Gute Lehre, Ars Docendi, für 2026 ausgezeichnet. Im Trainingszentrum bieten 200 Tutor:innen den Studienkolleg:innen eine Möglichkeit, ihre medizinisch-praktischen Fähigkeiten zu verbessern – niederschwellig, interprofessionell und in Kleingruppen. Ergänzend zum Curriculum steht den Studierenden so ein offener Lernraum zur Entwicklung klinischer Kompetenzen zur Verfügung.

Ultraschall, EKG, Notfallmaßnahmen: Medizinstudent:innen erwerben praktische Fähigkeiten in vielen Bereichen. Die Gelegenheit, diese zu vertiefen haben sie an der Med Uni Innsbruck gerade auch im Trainingszentrum der Hochschüler:innenschaft Medizin Innsbruck. Gegründet 2016, werden dort inzwischen jährlich 2.400 Kursplätze für mehrstündige praktische Übungen, Simulationstraining und fallbasierte Diskussionen angeboten. Bei Formaten wie der Skills Night oder den Sonodays stehen ganze Wochenenden im Zeichen praktischer Übungsszenarien. Das Trainingszentrum wurde vollständig von Studierenden aufgebaut und wird bis heute studentisch organisiert – mit Unterstützung der Med Uni und weiterer Sponsoren: Die Studierenden unterrichten sich im Trainingszentrum gegenseitig und lernen mit- und voneinander.

Drei Studierende bei einer Simulationsübung an einer Puppe: Diese liegt auf der Trage, ein Student beatmet sie, eine Studentin führt einen Ultraschal durch, eine Studentin steht mit einem Tablet dabei
Unterricht in Kleingruppen: in offener Atmosphäre und ohne Leistungsdruck in den Formaten
Cases4you, Notfall4you, Sono4you und Status4you

„Bei uns treffen motivierte Tutor:innen auf motivierte Kursteilnehmer:innen“, erklärt Philip Walder, Medizinstudent und Leiter des Trainingszentrums. „Alle sind wissbegierig und wollen ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse ausbauen. Das geht bei uns in entspannter Atmosphäre, Unsicherheiten dürfen ausgesprochen werden. Fehler sind nicht schlimm, weil nichts bewertet wird und wir sie als Teil des Lernprozesses verstehen,“ so der 26-jährige Osttiroler. Über dieses Peer-Teaching unterrichten rund 200 Studierende ihre (jüngeren) Kolleg:innen. „Unsere Tutor:innen entwickeln Kursformate selbstständig und bringen klinische Fälle und Erfahrungen aus eigenen Famulaturen ein. Ärzt:innen unterstützen uns dabei mit ihrer fachlichen Expertise. So üben wir zugleich Kommunikation und Organisation – Fähigkeiten, die wir später im Beruf brauchen.“

Staatspreis in der Kategorie Kooperative Lehr- und Arbeitsformen

Am 8. September 2026 wurde das Trainingszentrum mit einem österreichischen Staatspreis Ars Docendi als „studentisches Ökosystem für interprofessionelles Lernen und klinische Kompetenzentwicklung“ in der Kategorie „Kooperative Lehr- und Arbeitsformen“ ausgezeichnet. Philip Walder wurde vorab informiert, durfte aber nichts verraten: „Ich habe nach der Nachricht schnell den Raum verlassen, damit niemand merkt, wie unglaublich ich mich freue. Durch den Preis wurde mir noch einmal mehr bewusst, wie umfangreich und vielfältig unser Trainingsangebot ist.“

Porträtfoto von Philip Walder
Philip Walder, Leiter des Trainingszentrums, lebt dort sein Motto: „Man hat eine Sache erst dann so richtig verstanden, wenn man sie einer anderen Person in einfachen Worten erklären kann.“

Dazu zählt die interprofessionelle Zusammenarbeit: „Studierende der Pharmazie der Uni Innsbruck teilen mit uns ihr pharmakologisches Wissen. Bei der Skills Night arbeiten wir intensiv mit der fh gesundheit zusammen.“ Im Rahmen der Skills Night üben Studierende der Medizin und Krankenpflege gemeinsam die Versorgung von Notfällen. Dieses studentische Projekt erhielt 2024 ebenfalls einen Ars Docendi.

Der praxisorientierte studentische Unterricht im Trainingszentrum findet in Kleingruppen – meist mit maximal acht Personen – statt und ergänzt die Pflichtlehre und Wahlfächer an der Med Uni Innsbruck. Über die Auszeichnung freut sich auch der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten, Wolfgang Prodinger, sehr: „Das Trainingszentrum hat sich diese Auszeichnung hoch verdient, wir sind als Med Uni Innsbruck sehr stolz auf das Baby unserer Studierenden. Im FP3-Gebäude nutzt das Team die von der Universität bereit gestellten Räume intensiv und innovativ – und auch sehr verlässlich. Auf weitere gute Zusammenarbeit!“

200 studentische Tutor:innen

Teilnehmer:innen werden häufig selbst Tutor:innen, wodurch ein generationenübergreifendes Lernsystem entsteht. So war es auch bei der Vorarlbergerin Lilli Schultz: „Als Tutorin kann ich in jedem Kurs und bei den zahlreichen interdisziplinären Teamtrainings selbst immer wieder viel dazulernen“, erzählt die Medizinstudentin im 8. Semester, die seit zwei Jahren Tutorin bei Status4you ist. „Im Trainingszentrum lernt man außerdem tolle Leute aus unterschiedlichen Semestern kennen, auch abseits der Kurse haben wir durch Teamevents immer eine gute Zeit. Das fühlt sich meistens nicht so an, als würde man Freizeit dafür investieren.“

Auch Walder hat viele Kurse gehalten. Durch die ehrenamtliche Leitungsfunktion war das Trainingszentrum für den Osttiroler zwischendurch eine Teilzeitbeschäftigung, die er mit dem anstehenden Wechsel ins Klinisch-Praktische Jahr abgeben wird. Es bleibt die gemeinsame Freude über die hohe Auszeichnung: „Dieser Preis gilt dem gesamten ÖH-Trainingszentrum und damit insbesondere unseren fast 200 großartigen Tutor:innen. Durch unser gemeinsames Engagement haben wir diesen Ort über viele Jahre zu dem weiterentwickelt, was er heute ist: ein Ort, an dem Studierende voneinander lernen, Verantwortung übernehmen und ihre Begeisterung für Medizin miteinander teilen.

(09.09.2026, Text: P. Volgger, Fotos: BMFWF/Sebastian Judtmann, ÖH-Trainingszentrum/Florian Wiedemayr)

Links:

Atlas der Guten Lehre: Trainingszentrum Medizin Innsbruck
ÖH-Trainingszentrum an der Med Uni Innsbruck
Zwei Med Uni Innsbruck Teams mit Staatspreis für exzellente Lehre ausgezeichnet