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Erneute Top-Platzierung für Innsbrucker Biologischen Chemiker

Einen Achtungserfolg erzielte Prof. Dietmar Fuchs aus der Sektion für Biologische Chemie beim aktuellen Ranking des Laborjournals für den Bereich Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. In einer unabhängigen Publikationsanalyse der am häufigsten zitierten WissenschafterInnen im deutschsprachigen Raum hat sich das Top-Ranking von Prof. Dietmar Fuchs bestätigt. Er belegt erneut den achten Rang und ist damit der am besten platzierte gebürtige Österreicher.

Alle drei Jahre erstellt die Zeitschrift Laborjournal Rankings über die Publikationsleistung von WissenschafterInnen an Forschungseinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum. In einem aktuellen Zitationsvergleich für den Fachbereich Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin belegt Prof. Dietmar Fuchs von der Sektion für Biologische Chemie (Direktor Univ.-Prof. Dr. Klaus Scheffzek) wiederum den achten Rang.

Anhaltender internationaler Stellenwert
Er publizierte in den Jahren 2010 bis 2014 insgesamt 119 Arbeiten. Die Forschungsergebnisse wurden im Untersuchungszeitraum bisher 1.365 Mal von anderen WissenschafterInnen zitiert. Dieses Ergebnis bestätigt den internationalen Stellenwert der Arbeitsgruppe Fuchs, die auch schon in den letzten Rankings für diesen Fachbereich sehr gut platziert war: Im Jahr 2003 belegte sie noch den 26. Rang, 2008 schon den 12. Rang und 2013 gab es mit Rang 8 erstmals ein Top 10 Ergebnis, das nun durch das neueste Ranking bestätigt wurde. Die Entwicklung belegt die besondere Nachhaltigkeit der Forschungsarbeit von Prof. Fuchs und seinen MitarbeiterInnen.

Schon in den 1990er-Jahren konnten sich die ForscherInnen des damaligen Instituts für Medizinische Chemie und Biochemie international erfolgreich positionieren, wobei vor allem die Arbeiten zu Neopterin als Marker des zellulären Immunsystems und dabei insbesondere im Rahmen der HIV-Infektion breite internationale Anerkennung fanden. Den aktuellen Erfolg führt Prof. Fuchs auf seine Arbeiten zum Tryptophanstoffwechsel zurück. „Wir haben Ende der 1990er-Jahre eine Methode zur Bestimmung des Tryptophan-Abbaus entwickelt und auf die besondere Relevanz dieses Mechanismus für die Psychoneurommunologie hingewiesen“, erklärt Dietmar Fuchs. Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die durch das Immunsystem bei Patienten mit Tumoren oder Infektionen selektiv abgebaut wird, um das Zell- und Keimwachstum zu hemmen. Sie ist aber auch eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. „Dieser Zusammenhang zwischen der Immunantwort und dem Neurotransmittersystem interessiert uns besonders. Es hat sich zum Beispiel gezeigt, dass diese Befunde vor allem für Erkrankungen aus dem neuropsychiatrischen Formenkreises von besonderer Bedeutung sind. Häufige Symptome bei KrebspatientInnen und PatientInnen mit Infektionen aber auch beim normalen Alterungsprozess wie Erschöpfungszustände und Depressionen gehen mit einer Störung des Tryptophanhaushalts durch das Immunsystem einher. Diese Veränderungen haben auch eine hohe prognostische Signifikanz“, erklärt der Biochemiker. Daneben untersucht die Arbeitsgruppe unter anderem auch den Stoffwechsel einer weiteren essentiellen Aminosäure, nämlich des Phenylalanin, die eine Vorstufe in der Synthese dopaminerger und adrenerger Neurotransmitter darstellt. Auch hier wurde ein Zusammenhang zwischen Störungen des ersten biochemischen Stoffwechselschritts und Immunaktivierungsphänomenen nachgewiesen. Aus diesen neuesten Erkenntnissen ergibt sich auch ein Ansatz für die Behandlung von z.B. Depressionen bei PatientInnen mit malignen Tumorerkrankungen im Sinne der personalisierten Medizin.

Wie das Ranking des Laborjournals zeigt, gibt es international großes Interesse an den Innsbrucker Arbeiten. „Das resultiert auch in einer Vielzahl von internationalen Kooperationen vor allem mit ForscherInnen aus den USA und Schweden und erklärt auch die große Anzahl von Publikationen unserer Arbeitsgruppe“, so Fuchs. Die Finanzierung dieser Projekte erfolgte hauptsächlich aus Mitteln der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) die an der Medizinischen Universität Innsbruck eingeführt wurde und ein großer Ansporn war.

(D. Heidegger / D. Fuchs)

 

Links:

Laborjournal

Laborjournal-Ranking

Sektion für Biologische Chemie  

Arbeitsgruppe Prof. Fuchs
Mood, food, and cognition: role of tryptophan and serotonin. Strasser B, Gostner JM, Fuchs D., Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2016 Jan;19(1):55-61.

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